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Was kostet ein Handwerker pro Stunde?

Diese Seite nennt die üblichen Stundenverrechnungssätze für neun Handwerksgewerke als Bruttospanne, von 40 bis 65 €/h im Garten- und Landschaftsbau bis 80 bis 150 €/h in der KFZ-Werkstatt, und erklärt, warum vom Satz nur ein Bruchteil als Verdienst beim Betrieb bleibt. Es sind Richtwerte des Betreibers, keine eigene Erhebung. Mit dem kostenlosen Stundensatz-Check ordnen Sie Ihren konkreten Satz zusätzlich regional ein.

Von · · Methodik

Zahlen Sie einen fairen Stundensatz?

Gewerk, Satz und PLZ eingeben und den Satz regional einordnen – kostenlos, anonym, in 30 Sekunden. Wo noch zu wenige Meldungen vorliegen, zeigt der Check gekennzeichnete Richtwerte.

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Hinweis

Das Werkzeug läuft in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen. Das Ergebnis ist ein Richtwert aus Ihren Angaben und den genannten Durchschnittswerten, kein Angebot und keine Anlage- oder Kreditberatung. Vor einer Entscheidung zählt das schriftliche Angebot Ihrer Bank, Ihres Versicherers oder Handwerksbetriebs; vergleichen Sie es Posten für Posten mit dieser Rechnung. Für die Richtwerte übernehmen wir keine Gewähr. Die Quellen nennt die Seite.

Handwerker-Stundensätze nach Gewerk

Stundensätze lassen sich nur innerhalb des gleichen Gewerks sinnvoll vergleichen. Typische Spannen für den Verrechnungssatz eines Gesellen/Monteurs, brutto inklusive 19 % Umsatzsteuer. Netto ist der Satz jeweils rund ein Sechstel niedriger (brutto ÷ 1,19).

GewerkStundensatz (brutto)
Elektriker~55 – 85 €/h
Heizung / Sanitär (SHK)~60 – 90 €/h
Maler / Lackierer~45 – 65 €/h
Fliesenleger~45 – 68 €/h
Dachdecker~55 – 82 €/h
Zimmerer~52 – 80 €/h
Schreiner / Tischler~50 – 78 €/h
Garten- / Landschaftsbau~40 – 65 €/h
KFZ-Werkstatt~80 – 150 €/h

Die Spannen entstehen durch Region, Betriebsgröße und Qualifikation (Geselle vs. Meister). Süddeutschland und Ballungsräume liegen spürbar über dem ländlichen Osten. Genau deshalb hilft die Einordnung nach Ihrer Region.

Herkunft der Zahlen: Die Spannen sind Richtwerte, Erfahrungswerte des Betreibers, Stand 29.09.2026, abgeglichen mit Stundensätzen, die einzelne Betriebe auf ihren Websites veröffentlichen. Sie entsprechen der mittleren Hälfte der Vergleichswerte im Stundensatz-Check (ohne regionale Anpassung). Eine repräsentative Erhebung ist das nicht.

Warum der Stundensatz so hoch wirkt

Der Satz ist nicht der Lohn. Vom Verrechnungssatz gehen Sozialabgaben, Urlaub, Fahrzeug, Werkzeug, Werkstattmiete, Versicherung und Verwaltung ab. Dem Handwerker bleibt nur ein Bruchteil.

Anfahrt & Kleinmaterial kommen oft extra dazu – fragen Sie vorab, was im Satz enthalten ist.

Zuschläge: Notdienst, Wochenende und Nacht können 50–150 % aufschlagen. Diese gehören nicht in den Vergleich des regulären Satzes.

So prüfen Sie, ob Ihr Satz fair ist

1. Gleiches Gewerk vergleichen. Ein KFZ-Meister kostet anders als ein Maler – nie quer vergleichen.

2. Brutto gegen brutto. Achten Sie darauf, ob ein Satz „netto“ (ohne Umsatzsteuer) oder als „Endpreis brutto“ (mit 19 % Umsatzsteuer) angegeben ist, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.

3. Region berücksichtigen. Der faire Satz in München ist ein anderer als in Sachsen.

4. Regional einordnen. Der kostenlose Stundensatz-Check zeigt in 30 Sekunden Ihre Position zum regionalen Vergleichswert.

Stundensatz kalkulieren: der Rechenweg in vier Schritten

Für einen Betrieb stellt sich die Frage anders als für den Kunden: nicht, ob ein Satz fair ist, sondern wie er zustande kommt. Vier Größen bestimmen ihn. Wer eine davon schätzt, arbeitet am Ende für weniger, als er denkt.

1. Produktive Stunden. Nicht jede bezahlte Stunde ist eine verrechenbare Stunde. Von 260 Werktagen mit je 8 Stunden (2.080 Stunden) gehen Urlaub, Feiertage und Krankheitstage ab. Vom Rest sind Rüstzeit, Lager, Aufmaß, Reklamation und unbezahlte Fahrten nicht abrechenbar – in vielen Betrieben ein Fünftel. Übrig bleiben rund 1.300 bis 1.400 Stunden im Jahr.

2. Personalkosten. Zum Bruttolohn kommen der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft und Umlagen. Rechnen Sie mit der Jahressumme, nicht mit dem Monatslohn.

3. Gemeinkosten. Werkstatt oder Halle, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherungen, Software, Buchhaltung, Telefon, Ihre eigene Verwaltungszeit. Diese Summe wird auf die produktiven Stunden aller Monteure umgelegt.

4. Gewinn- und Wagniszuschlag. Der Aufschlag auf die Selbstkosten – für Gewährleistung, Ausfälle und Investitionen. Ohne ihn arbeitet der Betrieb kostendeckend, aber ohne Rücklage.

Eine Beispielrechnung für einen Monteur mit 1.350 produktiven Stunden im Jahr. Die Beträge sind Annahmen zur Veranschaulichung des Rechenwegs, keine Erhebung:

Positionje produktive Stunde
Personalkosten (Jahressumme ÷ 1.350 h)39 €
Umgelegte Gemeinkosten20 €
Selbstkosten59 €
Gewinn- und Wagniszuschlag (10 %)6 €
Stundensatz netto65 €
zuzüglich 19 % Umsatzsteuer12 €
Stundensatz brutto77 €

Zwei Zahlen entscheiden über das Ergebnis: die produktiven Stunden und die Gemeinkosten. Rechnet ein Betrieb mit 1.700 statt 1.350 Stunden, sinkt der errechnete Satz um rund ein Fünftel – und die Differenz fehlt am Jahresende, ohne dass eine einzelne Rechnung zu niedrig aussah.

Stundensatz erhöhen: Zeitpunkt, Höhe, Ankündigung

Die häufigste Erhöhung ist die, die zu lange aufgeschoben wurde. Steigen Löhne, Versicherungen und Fahrzeugkosten jedes Jahr, der Satz aber alle fünf Jahre, dann ist der Nachholbedarf irgendwann so groß, dass er Kunden verschreckt. Jährlich in kleinen Schritten fällt weniger auf als ein Sprung von zehn Euro.

Der Zeitpunkt. Günstig ist er, wenn die Auftragsbücher mehrere Wochen voll sind: Wer ausgelastet ist, kann den Verlust einzelner Preisverhandlungen verkraften. Ungünstig ist er mitten in einem laufenden Projekt oder direkt nach einer Reklamation.

Die Höhe. Rechnen Sie nicht in Prozent, sondern rückwärts aus den gestiegenen Kosten: Jahresmehrkosten geteilt durch die produktiven Stunden ergibt den Betrag, den der Satz braucht, um denselben Gewinn zu halten. Was ein Aufschlag je Monteur im Jahr einbringt, bei 1.350 produktiven Stunden:

Erhöhung je Stunde (netto)Mehrumsatz je Monteur und Jahr
+ 2 €2.700 €
+ 5 €6.750 €
+ 8 €10.800 €
+ 10 €13.500 €

Die Ankündigung. Bei Neuangeboten steht der neue Satz einfach im Angebot, ohne Erklärung und ohne Entschuldigung. Ein Festpreis, den der Kunde angenommen hat, bleibt dagegen der Festpreis – dort gilt der vereinbarte Satz bis zum Ende des Auftrags.

Das Gespräch. Kunden fragen nach dem Warum. Nützlich ist, was sie bekommen: verbindliche Termine, saubere Dokumentation, Gewährleistung, erreichbares Telefon. Wenig nützlich ist der Verweis auf eigene Kosten – die interessieren niemanden außerhalb des Betriebs.

Die Preisuntergrenze: ab wann ein Auftrag nichts mehr trägt

Kurzfristig kann ein Auftrag unter dem kalkulierten Satz sinnvoll sein, solange er mehr einbringt als er unmittelbar kostet – Lohn, Material, Fahrt. Was darüber liegt, trägt zur Deckung der Fixkosten bei. Halle, Fahrzeuge und Verwaltung laufen ohnehin weiter.

Die langfristige Grenze liegt bei den Selbstkosten: Deckt der Satz sie nicht, trägt der Auftrag seinen Anteil an Halle, Fahrzeugen und Verwaltung nicht mehr – rechnerisch zahlt der Betrieb drauf. Und was dauerhaft unter Selbstkosten läuft, ist keine Auslastung, sondern ein langsamer Substanzverlust. Sinnvoll ist deshalb eine notierte Untergrenze, unter die kein Angebot geht – auch nicht bei einem guten Kunden.

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Häufige Fragen

Was kostet ein Handwerker pro Stunde?

Je nach Gewerk meist 40 bis 90 Euro pro Stunde brutto, also rund 34 bis 76 Euro netto. Elektriker liegen bei 55–85 €/h, Heizung und Sanitär bei 60–90 €/h, Maler bei 45–65 €/h, Garten- und Landschaftsbau bei 40–65 €/h, KFZ-Werkstätten markenabhängig bei 80–150 €/h (alle brutto). Es sind Richtwerte des Betreibers, Stand 29.09.2026, keine eigene Erhebung.

Warum ist der Stundensatz höher als der Lohn des Handwerkers?

Der Stundenverrechnungssatz deckt nicht nur den Lohn, sondern auch Sozialabgaben, Urlaub, Fahrzeuge, Werkzeug, Werkstatt, Versicherung, Verwaltung und einen kleinen Gewinn. Vom Stundensatz bleibt dem Betrieb nur ein Bruchteil als Verdienst.

Ist ein hoher Stundensatz automatisch teuer?

Nicht unbedingt. Ein erfahrener Betrieb mit hohem Satz arbeitet oft schneller und sauberer – die Gesamtkosten können niedriger sein als bei einem billigen Satz mit doppelter Arbeitszeit. Entscheidend ist das Verhältnis aus Satz, Tempo und Qualität.

Wie berechne ich meinen Stundenverrechnungssatz?

Addieren Sie die Jahres-Personalkosten eines Monteurs und die auf ihn umgelegten Gemeinkosten und teilen Sie die Summe durch seine produktiven Stunden. Das ergibt die Selbstkosten je Stunde. Darauf kommt ein Gewinn- und Wagniszuschlag, danach die Umsatzsteuer. Der Rechenweg steht oben mit einer Beispielrechnung.

Wie viele produktive Stunden hat ein Handwerker im Jahr?

Meist zwischen 1.300 und 1.400. Von 2.080 bezahlten Stunden gehen Urlaub, Feiertage und Krankheitstage ab, und von der Anwesenheit ist ein Teil nicht abrechenbar: Rüstzeit, Lager, Aufmaß, Reklamation, unbezahlte Fahrten. Wer hier zu optimistisch rechnet, errechnet einen zu niedrigen Stundensatz.

Warum ist der Stundensatz höher als die Selbstkosten?

Weil Gewährleistung, Ausfälle, Forderungsverluste und Investitionen aus dem Aufschlag bezahlt werden. Ein Satz genau in Höhe der Selbstkosten deckt das laufende Jahr, lässt aber keine Rücklage für das nächste Fahrzeug oder einen Schadensfall.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, den Stundensatz zu erhöhen?

Wenn die Auslastung stabil ist und die Auftragsbücher mehrere Wochen reichen. Dann fällt der Verlust einzelner Preisverhandlungen nicht ins Gewicht. Ungünstig ist der Zeitpunkt mitten in einem laufenden Projekt oder unmittelbar nach einer Reklamation.

Um wie viel sollte ich den Stundensatz erhöhen?

Rechnen Sie es aus den gestiegenen Kosten zurück statt in Prozent: Jahresmehrkosten geteilt durch die produktiven Stunden ergibt den nötigen Aufschlag. Kleine jährliche Schritte sind leichter durchzusetzen als ein Sprung nach fünf Jahren ohne Anpassung.

Muss ich eine Erhöhung des Stundensatzes ankündigen?

Bei neuen Angeboten nicht: Dort steht der neue Satz einfach drin. Ein bereits angenommener Festpreis bleibt dagegen bis zum Ende des Auftrags gültig. Bei laufenden Wartungs- oder Rahmenverträgen kommt es auf die vereinbarte Preisanpassungsklausel an.

Was gehört in die Gemeinkosten eines Handwerksbetriebs?

Alles, was nicht einem einzelnen Auftrag zuzuordnen ist: Werkstatt oder Halle, Fahrzeuge, Werkzeug und Maschinen, Versicherungen, Software, Buchhaltung, Telefon, Werbung und die eigene Verwaltungszeit. Diese Summe wird auf die produktiven Stunden aller Monteure verteilt.

Wie erkläre ich Kunden einen höheren Stundensatz?

Über die Leistung, nicht über die eigenen Kosten: verbindliche Termine, saubere Dokumentation, Gewährleistung, erreichbares Telefon. Der Hinweis auf gestiegene Löhne und Versicherungen überzeugt selten, weil er die Sicht des Betriebs beschreibt und nicht den Nutzen des Kunden.

Orientierungswerte auf Basis öffentlicher Marktdaten und von Nutzern dokumentierter Sätze. Keine Gewähr; ersetzt kein individuelles Angebot.