Was dieser Check sieht — und was er nicht sehen kann
Der automatische Teil wertet aus, was ein Webseitenbesuch über Ihr System verrät: das Betriebssystem und seine Version, den Browser und seinen Versionsstand, ob das System 32- oder 64-Bit ist, ob Datenschutzsignale aktiv sind und ob Sie über eine verschlüsselte Verbindung kommen. Das reicht, um die häufigsten groben Lücken zu erkennen — ein Windows ohne Support, einen Browser, der seit Monaten kein Update gesehen hat.
Ehrlicherweise gehört dazu die Grenze: Eine Webseite kann nicht sehen, ob ein Virenscanner läuft, ob Ihre Festplatte verschlüsselt ist, welche Programme installiert sind oder ob ein Schädling bereits auf dem Gerät sitzt. Wer Ihnen das im Browser verspricht, verkauft Ihnen etwas — meist ein Programm, das Sie anschließend installieren sollen. Deshalb der zweite Teil: Die Dinge, die wirklich zählen, kann nur der Mensch vor dem Bildschirm beantworten.
Woran der Check die Versionen erkennt
| Prüfung | Quelle | Grenze |
|---|---|---|
| Windows 10 oder 11 | Client-Hints des Browsers (Chrome, Edge) | Firefox und Safari melden für beide „Windows 10" — dann bleibt es bei einem Hinweis. |
| Browser-Version | Kennung des Browsers, verglichen mit dem Erscheinungsrhythmus (alle vier Wochen bei Chrome, Edge und Firefox) | Bis zwei Versionen Rückstand gelten als normal; mehr als drei Monate ohne Update sind ein Warnzeichen. |
| Android / iOS | Versionsangabe in der Browserkennung | Android unter 13 und iOS unter 16 werden rot bewertet, Android 13 sowie iOS 16 und 17 gelb. |
| 32-Bit-System | Client-Hints oder Kennung | Windows 11 gibt es nur als 64-Bit; ein 32-Bit-Windows ist fast immer ein altes Gerät ohne Update-Pfad. |
Windows 10: der häufigste rote Punkt
Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Seitdem schließt Microsoft neu entdeckte Lücken nur noch für Rechner, die im Programm Extended Security Updates angemeldet sind — für Privatnutzer in der EU kostenlos, aber nur bis zum 12. Oktober 2027, und man muss es aktiv in den Windows-Update-Einstellungen einschalten. Wer das nicht getan hat, arbeitet seit fast einem Jahr mit einem System, dessen Sicherheitslücken öffentlich dokumentiert sind und offen bleiben.
Ob Ihr Rechner Windows 11 bekommen kann, entscheidet vor allem das TPM-2.0-Modul und der Prozessor. Bei Geräten, die vor 2018 gekauft wurden, scheitert es oft daran. Dann bleiben drei Wege: ESU aktivieren und die verbleibende Zeit nutzen, ein neues Gerät, oder — für Mutige — ein Linux, das auf alter Hardware gut läuft. Was das im Einzelfall bedeutet, steht ausführlich im Ratgeber Windows 10 Support-Ende: Was jetzt zu tun ist.
Die drei Dinge, die tatsächlich den Unterschied machen
Aus der Praxis: Die allermeisten Schäden bei Privatleuten und kleinen Betrieben gehen auf drei Ursachen zurück — nicht auf exotische Angriffe.
- Updates, die nicht eingespielt werden. Betriebssystem und Browser schließen mit jedem Update bekannte Lücken. Wer sie aufschiebt, lässt eine Tür offen, deren Adresse öffentlich dokumentiert ist. Automatische Updates einzuschalten ist die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt — und sie kostet nichts.
- Ein Passwort für mehrere Dienste. Wird ein Anbieter gehackt, probieren Angreifer dieselbe Kombination automatisiert bei Hunderten anderer Dienste. Ein Passwortmanager löst das Problem vollständig; welchen Sie nehmen, ist zweitrangig gegenüber der Tatsache, dass Sie einen nehmen.
- Kein Backup auf einem getrennten Medium. Gegen Verschlüsselungstrojaner hilft kein Virenscanner zuverlässig, sondern nur eine Kopie, die zum Zeitpunkt des Angriffs nicht angeschlossen war. Eine externe Festplatte, die nach der Sicherung abgezogen wird, genügt für den Privatgebrauch. Was ein Ausfall ohne Backup kostet, rechnet der Datenverlust-Rechner vor.
Zwei-Faktor-Anmeldung kommt direkt danach — vor allem für E-Mail. Wer Ihr Postfach hat, kann bei fast jedem anderen Dienst das Passwort zurücksetzen. Das E-Mail-Konto ist der Generalschlüssel, nicht das Bankkonto.
Virenscanner: brauche ich noch einen?
Unter Windows 10 und 11 ist mit dem Defender ein vollwertiger Virenschutz eingebaut, der in unabhängigen Tests regelmäßig auf Augenhöhe mit Kaufprodukten liegt. Ein zweiter Scanner bringt in der Regel keinen zusätzlichen Schutz, dafür Konflikte und Bremsen. Wichtiger als das Produkt ist, dass der Schutz an ist — der Defender schaltet sich ab, sobald ein anderes Programm die Rolle übernimmt, auch wenn dessen Abo längst abgelaufen ist. Ein Blick in Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz zeigt, wer gerade zuständig ist.
Der eigentliche Angriffsweg läuft heute meist nicht über Viren, sondern über Sie: eine Mail, die zur Eingabe von Zugangsdaten verleitet. Wie gut Sie das erkennen, testet das Phishing-Quiz mit echten Beispielen.
Selbst nachprüfen: sechs Klickpfade in Windows
Die Punkte, die der Browser nicht sehen kann, sehen Sie selbst – in weniger als zehn Minuten und ohne ein zusätzliches Programm. Alle Wege gelten für Windows 11; unter Windows 10 heißen die Menüs fast gleich.
| Was Sie prüfen | Wo Sie klicken | Was in Ordnung aussieht |
|---|---|---|
| Virenschutz | Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz | Grüner Haken, und unter „Wer schützt mich?" steht ein Programm, dessen Abo noch läuft. |
| Firewall | Windows-Sicherheit → Firewall- & Netzwerkschutz | Alle drei Profile auf „Aktiv". Das gerade genutzte ist markiert. |
| Verschlüsselung | Einstellungen → Datenschutz und Sicherheit → Geräteverschlüsselung (bei Windows Pro: BitLocker) | Eingeschaltet, und der Wiederherstellungsschlüssel liegt an einem Ort, an den Sie ohne diesen Rechner kommen. |
| Updates | Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf | Der letzte erfolgreiche Eintrag ist wenige Wochen alt, nicht Monate. |
| Autostart | Task-Manager (Strg + Shift + Esc) → Autostart-Apps | Sie erkennen jeden Eintrag wieder. Was Sie nicht zuordnen können, notieren und nachsehen, bevor Sie es abschalten. |
| Browser-Erweiterungen | Browsermenü → Erweiterungen | Jede Erweiterung haben Sie selbst installiert und benutzen sie noch. |
Ein Punkt verdient dabei mehr Aufmerksamkeit als die anderen: der Wiederherstellungsschlüssel der Verschlüsselung. Er liegt normalerweise im Microsoft-Konto, mit dem das Gerät eingerichtet wurde. Wer die Verschlüsselung anschaltet und den Schlüssel nirgends hat, sperrt sich nach einem Hardwaretausch oder einem fehlgeschlagenen Update selbst aus – und dann hilft niemand mehr, auch kein Datenretter. Schlüssel zuerst sichern, dann verschlüsseln.
Auf manchen Geräten fehlt der Menüpunkt Geräteverschlüsselung ganz. Das liegt an den Voraussetzungen der Hardware, nicht an einer falschen Einstellung. Dann bleibt die Verschlüsselung einzelner Ordner oder ein verschlüsselter Datenträger für die Unterlagen, die wirklich vertraulich sind.
Der Teil, der nicht am Rechner hängt: Router und WLAN
Ein sauberer PC in einem offenen Netz ist ein sauberer PC in einem offenen Netz. Der Router ist das Gerät, das rund um die Uhr am Internet hängt, und er ist das Gerät, in das die wenigsten Menschen jemals hineinschauen. Sie erreichen ihn über die Adresse im Handbuch, bei einer FRITZ!Box über fritz.box im Browser.
Vier Dinge lohnen den Blick:
- Firmware-Stand. Router bekommen Sicherheitsupdates wie ein PC, spielen sie aber oft nicht von selbst ein. Im Menü steht der aktuelle Stand und ob eine neuere Version bereitliegt. Bekommt ein Gerät vom Hersteller keine Updates mehr, ist es reif für den Austausch, egal wie gut das WLAN noch funktioniert.
- Verschlüsselung des Funknetzes. WPA3 oder WPA2 ist in Ordnung. Steht dort WEP oder WPA ohne Zahl, ist das Netz mit frei verfügbaren Mitteln zu knacken. Ältere Geräte im Haushalt sind der häufigste Grund, warum jemand die Einstellung heruntergesetzt hat und es später vergessen wurde.
- Zugangsdaten des Routers selbst. Das Kennwort auf dem Aufkleber ist besser als nichts, aber es ist auch das Erste, was ein Besucher abliest. Ein eigenes Kennwort dauert zwei Minuten. Fernzugriff von außen schalten Sie ab, solange Sie ihn nicht ausdrücklich brauchen.
- Portfreigaben. In der Übersicht der Freigaben sollte nichts stehen, was Sie nicht selbst eingerichtet haben. Alte Freigaben für eine Überwachungskamera oder eine Spielekonsole überleben das Gerät, für das sie gemacht wurden.
Smart-Home-Geräte, Fernseher und Saugroboter gehören ins Gastnetz. Sie brauchen Internet, aber keinen Zugriff auf den Rechner mit den Steuerunterlagen. Das Gastnetz trennt beides, ohne dass Sie etwas konfigurieren müssen.
Woran Sie merken, dass der Rechner schon betroffen ist
Ein Sicherheitscheck beantwortet, wie gut Sie aufgestellt sind. Er beantwortet nicht, ob schon etwas passiert ist. Die Anzeichen dafür sind unspektakulär und werden deshalb übersehen: Die Startseite des Browsers ist plötzlich eine andere. Eine Erweiterung ist dazugekommen, die Sie nicht installiert haben. Werbefenster erscheinen, während kein Browser offen ist. Bekannte melden sich, weil sie eine seltsame Mail von Ihrer Adresse bekommen haben. Der Virenschutz ist aus und lässt sich nicht wieder einschalten.
Wenn zwei oder mehr davon zutreffen, ist die Reihenfolge wichtiger als die Eile:
- Gerät vom Netz nehmen. WLAN aus, Kabel ziehen. Das unterbricht die Verbindung nach außen, bevor Sie irgendetwas anderes tun.
- Offline-Überprüfung starten. Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz → Scanoptionen → Microsoft Defender Offline-Überprüfung. Der Rechner startet neu und prüft sich, bevor Windows hochfährt. Das findet Schädlinge, die sich im laufenden System verstecken.
- Passwörter von einem anderen Gerät ändern. Nicht von dem verdächtigen. Zuerst das E-Mail-Konto, danach Bank und Einkaufsdienste. Wer das Postfach hat, setzt überall sonst das Passwort zurück.
Bleibt das Gerät danach unauffällig, war es vermutlich Werbesoftware, und die Sache ist erledigt. Bleiben die Symptome, ist Neuaufsetzen der schnellere Weg als weitersuchen – und der Grund, warum Punkt drei der Liste weiter oben ein Backup verlangt, das zum Zeitpunkt des Befalls nicht angeschlossen war.