Warum sich ein Website-Check lohnt
Die meisten Firmen-Websites in kleinen Betrieben wurden einmal gebaut und dann nie wieder angefasst. Dabei ändern sich die technischen Anforderungen laufend: Google bewertet mobilfreundliche, verschlüsselte und schnell ladende Seiten besser, und Besucher springen ab, sobald eine Seite auf dem Handy unlesbar ist oder eine Sicherheitswarnung zeigt. Unser Website-Check ruft Ihre Startseite so ab, wie es ein Besucher und ein Suchmaschinen-Crawler tun, und bewertet 18 technische Grundlagen als Ampel. Das Ergebnis ist ehrlich, kein Verkaufsgespräch.
Was der Check im Einzelnen prüft
Sicherheit und Erreichbarkeit
Sicheres HTTPS: Wird die Seite verschlüsselt ausgeliefert, ist das Zertifikat gültig und leitet die unverschlüsselte Adresse sauber weiter? Ohne HTTPS zeigt jeder Browser „Nicht sicher“ neben Ihrer Adresse. Erreichbarkeit: Antwortet der Server überhaupt, und ohne Fehlercode? Sicherheits-Header: Teilt der Server dem Browser per HSTS mit, die Seite künftig nur noch verschlüsselt aufzurufen? Das fehlt bei den meisten Baukasten- und Agentur-Seiten und ist mit einer Zeile in der Server-Konfiguration erledigt.
Darstellung und Technik
Mobilfähig: Enthält die Seite die Viewport-Angabe, ohne die Smartphones die Desktop-Ansicht winzig skalieren? Über 60 Prozent der Aufrufe lokaler Betriebe kommen vom Handy. Zeitgemäßer Aufbau und Aktuelle Technik: Der Check sucht nach Spuren veralteter Technik – Tabellen-Layouts aus den 2000ern, Flash-Inhalte, uralte jQuery-1.x-Versionen –, die moderne Browser schlecht oder gar nicht mehr darstellen. Aktualität: Jahreszahlen und Datumsangaben im Quelltext verraten, ob die Seite gepflegt wirkt. Browser-Symbol: Ein fehlendes Favicon lässt Ihren Tab und Ihr Lesezeichen namenlos – ein kleines Detail, das unprofessionell wirkt.
Auffindbarkeit bei Google
Google-Grundlagen: Hat die Seite einen aussagekräftigen Titel und eine Beschreibung? Das sind die beiden Zeilen, die in der Google-Trefferliste stehen – fehlen sie, erfindet Google selbst etwas. Seitenstruktur: Gibt es genau eine H1-Überschrift, die sagt, worum es geht? Inhaltstiefe: Steht überhaupt genug Text auf der Startseite, damit Google versteht, was Sie anbieten und wo? Google-Rich-Data: Sind strukturierte Daten (Schema.org) hinterlegt? Für einen lokalen Betrieb gehören dort Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer hinein – die Grundlage dafür, dass Google Sie als lokales Unternehmen erkennt. Social-Vorschau: Open-Graph-Angaben sorgen dafür, dass beim Teilen per WhatsApp, Facebook oder LinkedIn Bild und Titel erscheinen statt eines leeren Kastens.
Ladezeit und Bilder
Ladezeit: Wie lange braucht der Server, bis die Startseite vollständig übertragen ist? Gemessen wird ohne Browser-Cache, also so, wie ein neuer Kunde die Seite erlebt. Bild-Beschreibungen: Haben die Bilder Alt-Texte? Die braucht Google zum Verstehen und jeder Nutzer eines Screenreaders zum Lesen. Bild-Optimierung: Werden moderne Formate wie WebP oder AVIF genutzt statt Multi-Megabyte-JPEGs direkt aus der Kamera? Ladeverhalten der Bilder: Werden Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs erst bei Bedarf geladen (Lazy Loading)? Beides zusammen entscheidet meist über den Unterschied zwischen einer und fünf Sekunden Ladezeit. Welches Format sich wofür eignet, erklärt unser Bildformate-Vergleich.
Pflichtangaben
Der Check sucht nach verlinktem Impressum und Datenschutzerklärung. Beides ist für gewerbliche Seiten in Deutschland Pflicht, und fehlende Angaben sind der häufigste Anlass für Abmahnungen kleiner Betriebe. Der Check prüft nur, ob die Seiten verlinkt sind – nicht, ob ihr Inhalt vollständig ist.
Was tun, wenn etwas rot oder gelb ist?
Nicht jeder Punkt wiegt gleich. Meine Reihenfolge, wenn ich eine Seite in die Hand bekomme:
- Rot bei HTTPS, Erreichbarkeit oder Pflichtangaben zuerst – das kostet Kunden sofort oder ist ein rechtliches Risiko. Ein Zertifikat ist bei jedem Hoster kostenlos, Impressum und Datenschutz sind an einem Nachmittag erledigt.
- Mobilfähigkeit und Ladezeit als Zweites – hier gehen die meisten Besucher verloren. Oft reicht es, die Bilder zu komprimieren und Lazy Loading zu aktivieren.
- Google-Grundlagen, Seitenstruktur, Rich Data als Drittes – das bringt Sichtbarkeit, wirkt aber erst nach Wochen.
- Favicon, Social-Vorschau, Sicherheits-Header zuletzt – Kleinigkeiten, die je zehn Minuten dauern und den Gesamteindruck abrunden.
Wer nicht weiß, ob sich die Reparatur der alten Seite noch lohnt oder ein Neubau günstiger ist: Der Website-Kosten-Rechner gibt eine realistische Spanne, und der Wartungspaket-Ermittler zeigt, was laufende Pflege kostet, damit die Seite nicht in drei Jahren wieder so aussieht.
Was der Check nicht sieht
Der Check betrachtet ausschließlich die Startseite und nur deren Quelltext samt Server-Antwort. Er bewertet weder die Qualität Ihrer Texte noch Unterseiten, Kontaktformulare, Ihre Google-Platzierung, Barrierefreiheit im Detail oder die Darstellung in einzelnen Browsern. Ein grünes Ergebnis heißt: Die technische Basis stimmt. Ob die Seite auch verkauft, ist eine andere Frage – und die beantworte ich Ihnen gern am Telefon.