So funktioniert der Mikrofon-Test
Die Seite greift erst auf Ihr Mikrofon zu, wenn Sie auf „Mikrofon starten“ klicken. Der Browser fragt dann nach der Erlaubnis. Danach liest die Seite den Ton mit der Web Audio API des Browsers aus (ein AnalyserNode, der je Messung 2.048 Abtastwerte liefert) und zeigt zwei Werte: den Spitzenpegel und den Effektivwert, kurz RMS. Beide stehen in dBFS. Der Balken hält den höchsten Wert eine Sekunde lang fest, damit auch ein kurzer Knall sichtbar bleibt.
Unter dem Pegel zeigt ein Frequenzbild, welche Tonhöhen im Signal stecken. Tiefes Brummen zeigt sich als hohe Balken ganz links um die 50-Hz-Linie, der Netzfrequenz in Europa. Die Balken sind dort breit, ein einzelner Ton füllt mehrere davon. Nach der Erlaubnis erscheint außerdem eine Liste Ihrer Mikrofone, in der Sie das Gerät wählen. „Stoppen“ gibt das Mikrofon frei, das Aufnahmesymbol im Browser-Tab erlischt dann.
Standardmäßig misst der Test das Rohsignal: Echounterdrückung, Rauschfilter und automatische Lautstärke sind aus. So sehen Sie, was das Mikrofon wirklich liefert. Mit dem Schalter „Wie in Videokonferenzen (Filter an)“ schalten Sie die Filter ein, wie Teams, Zoom oder Meet sie meist nutzen. Der Vergleich zeigt, wie viel Grundrauschen ein Filter entfernt.
Pegel richtig lesen: zu leise, gut, übersteuert
dBFS misst den Pegel relativ zur Vollaussteuerung des digitalen Eingangs. 0 dBFS ist der größte Wert, den der Eingang darstellen kann, normale Pegel liegen darunter und haben darum ein Minuszeichen. Die halbe Amplitude entspricht −6 dBFS, ein Zehntel −20 dBFS. Bei völliger Stille steht „−∞“. Zeigt die Anzeige einen Wert über 0 (mit Pluszeichen, etwa +5,1), ist der Eingang übersteuert: Die Verarbeitung im Browser rechnet mit Kommazahlen und kann über ±1,0 hinausschießen.
Die Anzeige stuft den Spitzenpegel in fünf Stufen ein:
- stumm: unter −60 dBFS. Es kommt praktisch kein Ton an.
- sehr leise: von −60 bis unter −30 dBFS. Der Ton ist da, aber schwach.
- gut: von −30 bis −6 dBFS. Das ist der brauchbare Bereich. Wer Reserve haben will, peilt eher −12 dBFS an.
- laut: über −6 dBFS. Es bleibt kaum Luft nach oben.
- übersteuert: Ein Abtastwert erreicht 0,999 oder mehr. Der Eingang ist am Anschlag, der Ton verzerrt.
Gemessen wird der digitale Pegel nach dem Treiber, nicht der Schalldruck in dB(SPL). Die Anzeige ist ein Hilfsmittel und kein Messgerät. Der Effektivwert liegt bei Sprache deutlich unter der Spitze: Ein Sinus mit Vollausschlag hat −3,01 dBFS RMS, gesprochene Worte erreichen bei gleicher Spitze meist weniger.
Mikrofon unter Windows 11 testen und einstellen
Starten Sie den Test und sprechen Sie in normaler Lautstärke. Steht die Einstufung dauerhaft auf „sehr leise“ oder „laut“, ändern Sie die Eingabelautstärke unter Einstellungen › System › Sound › Eingabe. Dort wählen Sie auch das Mikrofon, das Windows als Standard nutzt. Ändert sich der Pegel mit dem Regler, sind Sie am richtigen Gerät.
Meldet die Seite „Zugriff verweigert“, liegt es meist an den Rechten. Prüfen Sie unter Einstellungen › Datenschutz und Sicherheit › Mikrofon, dass „Mikrofonzugriff“ eingeschaltet ist und Desktop-Apps zugreifen dürfen. Zusätzlich muss der Browser die Website erlauben, das Symbol links neben der Adresse führt dorthin. Meldet die Seite, das Mikrofon sei nicht lesbar, hält meist ein anderes Programm das Gerät fest, etwa Teams oder eine Aufnahmesoftware. Schließen Sie es und starten Sie neu. Bei hartnäckigen Treiberproblemen hilft eine PC-Hilfe per Fernwartung, bei kryptischen Meldungen der Windows-Fehlercode-Entschlüsseler.
Mikrofon am Handy testen (Android und iPhone)
Öffnen Sie die Seite im Browser des Handys und tippen Sie auf „Mikrofon starten“. Android fragt nach der Erlaubnis, Chrome merkt sich die Antwort je Website. Wurde sie abgelehnt, ändern Sie sie in den Website-Einstellungen des Browsers oder unter Einstellungen › Apps › Ihr Browser › Berechtigungen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller.
Auf dem iPhone startet der Mikrofonzugriff in Safari nur nach einem Tipp, beim Laden der Seite passiert nichts. Safari ignoriert die Rohsignal-Optionen teilweise und filtert dann trotzdem. Die Seite zeigt unter dem Schalter „Wie in Videokonferenzen“ an, was der Browser tatsächlich gemeldet hat. Die Pegelanzeige funktioniert in jedem Fall. Auf Handys bietet die Mikrofonliste oft nur einen Eintrag an, weil das System das Mikrofon selbst wählt.
Sich selbst hören, ohne dass es pfeift
Wer wissen will, wie die eigene Stimme klingt, schaltet „Mich selbst hören“ ein. Die Funktion ist aus, bis Sie sie ausdrücklich bestätigen. Dann gibt die Seite den Ton des Mikrofons direkt über Lautsprecher oder Kopfhörer aus. Die Seite reicht den Ton nur durch und nimmt nichts auf.
Das Pfeifen entsteht durch Rückkopplung: Das Mikrofon nimmt auf, was der Lautsprecher abgibt, und das Signal schaukelt sich auf. Setzen Sie darum Kopfhörer auf, bevor Sie die Funktion einschalten, und drehen Sie die Lautstärke zuerst niedrig. Beim Wechsel des Mikrofons oder beim Stoppen ist die Funktion wieder aus.
Headset, Bluetooth und Webcam-Mikrofon
Ein Bluetooth-Headset schaltet beim Mikrofonzugriff oft in den Telefonmodus. Die Verbindung hat dann weniger Bandbreite, Ihre Stimme und alles, was Sie hören, klingen hörbar schlechter. Das ist keine Störung der Seite, sondern ein Merkmal von Bluetooth. Wer besseren Klang braucht, nimmt ein Headset mit Kabel oder ein USB-Mikrofon.
Das Mikrofon einer Webcam sitzt meist weiter von Ihrem Mund entfernt als das eines Headsets und liefert deshalb einen niedrigeren Pegel. Wählen Sie es in der Mikrofonliste unter dem Namen der Kamera. Das Bild der Kamera prüfen Sie im Webcam-Test, die Ausgabe über Lautsprecher oder Kopfhörer im Lautsprecher-Test. Weitere Prüfungen für Ihren Rechner bündelt der PC-Sicherheitscheck.
Datenschutz: Warum nichts aufgenommen wird
Die Seite wertet den Ton nur im Browser aus. Sie nutzt weder einen Rekorder noch einen Zwischenspeicher über die aktuelle Anzeige hinaus und schickt keine Audiodaten an einen Server. Der Zugriff beginnt erst nach Ihrem Klick. Die Erlaubnis gilt im Browser für die ganze Website. Wählen Sie deshalb in Chrome „Nur dieses Mal zulassen“, oder nehmen Sie die Erlaubnis nach dem Test über das Symbol links neben der Adresse zurück. Mit „Stoppen“ oder beim Schließen der Seite gibt der Browser das Mikrofon frei. Was die Seite nicht kann: Programme wie Teams oder Zoom einstellen. Sie zeigt nur, ob und wie laut Ihr Mikrofon ankommt und wo Sie es in Windows oder am Handy einstellen.