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Varroa-Dosierrechner: Wie viel Oxalsäure oder Ameisensäure brauchen Sie?

Verfahren und Präparat wählen, Völkerzahl eintragen — der Rechner gibt die Mengen der jeweiligen Gebrauchsinformation wieder und rechnet sie auf Ihren Bestand hoch. Mit Ansatz, Temperaturfenster und Rechenweg, direkt im Browser.

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Behandlung, Präparat und Bestand

Alle Mengen unten sind Wiedergaben der Gebrauchsinformation des gewählten Präparats. Der Rechner multipliziert nur — er empfiehlt keine Dosis.

Bemessung je Volk
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°C

Nichts verlässt Ihr Gerät: Die Rechnung läuft vollständig im Browser, es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.

Welche Behandlung wann: der Jahreslauf am Bienenstand

Die Varroamilbe wird in Deutschland an zwei Terminen im Jahr behandelt, und die beiden Termine verlangen unterschiedliche Wirkstoffe. Im Sommer, direkt nach der letzten Honigernte, steht die Ameisensäure. Sie wirkt als einziges der gängigen Mittel durch den Wachsdeckel hindurch auch in der verdeckelten Brut, und genau das braucht man im Juli und August, wenn das Volk noch brütet. Der Zeitraum liegt üblicherweise zwischen Juli und Anfang September.

Im Winter folgt die Oxalsäure. Sie erreicht nur die Milben, die auf den Bienen sitzen, und ist deshalb auf ein brutfreies Volk angewiesen. Das ist meist zwischen Mitte November und Anfang Januar der Fall. Wer beides verwechselt und im August Oxalsäure einsetzt, behandelt an der Brut vorbei und erwischt einen Bruchteil der Milben.

Beide Termine hängen mit der Fütterung zusammen. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau setzt das Auffüttern einige Tage vor die Ameisensäurebehandlung, damit die Bienen während der Behandlung auf offene Futterquellen zugreifen können und ruhiger bleiben. Wie viel Zucker oder Sirup dafür nötig ist, rechnet der Bienenfutter-Rechner aus.

Warum Brutfreiheit über alles entscheidet

Oxalsäure wirkt als Kontaktgift. Sie erreicht die Milben, die auf den erwachsenen Bienen sitzen, und sonst niemanden. Sitzt ein Teil der Milbenpopulation in verdeckelten Brutzellen, überlebt dieser Teil die Behandlung vollständig. Schon eine Handvoll Brutwaben drückt die Wirksamkeit unter das, was den Aufwand rechtfertigt.

Die LWG hat ihre eigene Angabe dazu im Lauf der Zeit verschärft. In der älteren Fassung steht, man solle die Brutfreiheit „stichprobenhaft kontrollieren". In den ergänzenden Anwendungsempfehlungen heißt es dann im Wortlaut: „Eine stichprobenartige Kontrolle auf Brutfreiheit genügt nicht!" Dieser Widerspruch ist kein Druckfehler, sondern eine Korrektur. Halten Sie sich an die strengere Fassung und prüfen Sie wirklich alle Waben, bevor Sie träufeln. Ein einzelnes Brutnest reicht, um den Termin zu verschenken.

Oxalsäure träufeln, Schritt für Schritt

Die Träufelbehandlung ist das Verfahren, nach dem am häufigsten gesucht wird, und sie ist auch das einfachste. Die LWG nennt als Dosierung „pro Wabengasse etwa 5 ml gebrauchsfertige Lösung" und stellt daneben eine Tabelle nach Volksstärke: 30 ml bei einem Bienensitz über weniger als eine Zarge, 40 ml bei einer Zarge, 50 ml bei mehr als einer Zarge. Über beide Wege lässt sich dasselbe Volk bemessen, und der Rechner beherrscht beide.

In Imkerkreisen kursiert außerdem eine Faustformel: besetzte Gassen zählen, zwei abziehen, mit zehn multiplizieren. Bei sieben Gassen kommen so 50 ml heraus, während die 5-ml-Regel auf 35 ml führt. Der Rechner zeigt beide Zahlen, kennzeichnet die Faustformel aber als das, was sie ist: eine Praxisregel, keine Angabe aus der Gebrauchsinformation.

Praktisch heißt das: Lösung ansetzen wie unten beschrieben, Spritze oder Dosierer aufziehen, den Deckel öffnen und die Lösung in dünnem Strahl direkt auf die Bienen in den besetzten Gassen geben. Sitzt die Wintertraube über beiden Räumen, wird laut LWG in beiden Räumen geträufelt, beginnend mit dem unteren. Danach sofort wieder schließen: Je kürzer das Volk offen steht, desto weniger Wärme geht verloren.

Oxuvar 5,7 % ansetzen: Zucker zum Träufeln, Wasser zum Sprühen

Hier liegt der häufigste Fehler beim Ansetzen, und er hat mit dem Verfahren zu tun. Das Konzentrat wird laut Gebrauchsinformation zum Träufeln 1:1 mit Kristallzucker gemischt, also 275 g Zucker in die 275-g-Flasche und 1 kg Zucker in die 1000-g-Flasche. Zum Sprühen wird stattdessen mit Wasser verdünnt: 250 ml Wasser zur 275-g-Flasche, 900 ml zur 1000-g-Flasche. Wer Zucker in eine Sprühlösung gibt, verklebt seine Bienen.

Die zweite Stolperstelle ist die Einheit. Oxuvar wird in Gramm verkauft, dosiert wird in Millilitern. Die Standardzulassung nennt für die gebrauchsfertige Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5 % eine relative Dichte von 1,236 g/cm³ bei 20 °C. Damit lässt sich umrechnen: Aus 275 g Konzentrat plus 275 g Zucker werden rund 445 ml Gebrauchslösung, aus der Kilo-Flasche entsprechend rund 1.618 ml. Diese beiden Ausbeutewerte sind rechnerisch abgeleitet, nicht aus der Packungsbeilage abgeschrieben — der Rechner weist das im Ergebnis aus.

Die angesetzte Gebrauchslösung ist laut Standardzulassung zur sofortigen Anwendung bestimmt. Das unversehrte Behältnis ist ein Jahr haltbar, die fertige Lösung praktisch nicht. Setzen Sie also nur an, was Sie am selben Tag ausbringen.

Verdampfen: was in Deutschland zugelassen ist und was nicht

An diesem Punkt gehen im Netz die meisten Darstellungen durcheinander. In Deutschland ist seit September 2023 genau ein Präparat für die Sublimation zugelassen: Varroxal 0,71 g/g Pulver für den Bienenstock. Die Gebrauchsinformation nennt 2 g je Volk, bei einzargigen kleinen Magazinbeuten 1 g, und setzt ein brutfreies Volk voraus.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat am 15.03.2024 eigens eine Fachmeldung dazu veröffentlicht: Wirksamkeit und Zieltierverträglichkeit sind ausschließlich für die Verdampfer „Varrox" und „Varrox Eddy" belegt. Andere Modelle sind von der Zulassung nicht gedeckt, auch wenn sie baugleich aussehen. Api-Bioxal und AMO Varroxal sind in Deutschland nicht zum Verdampfen zugelassen, obwohl Api-Bioxal in anderen EU-Ländern dafür zugelassen ist.

Und noch eine Abgrenzung, weil danach viel gesucht wird: Oxalsäure-Dihydrat aus dem Chemiehandel selbst anzurühren ist keine bestimmungsgemäße Anwendung. Am Bienenvolk darf nur ein zugelassenes Tierarzneimittel eingesetzt werden. Die Standardzulassung 2669.99.99 sieht die Herstellung der 3,5-prozentigen Lösung durch den Apotheker vor; das Produkt ist apothekenpflichtig. Wer Pulver aus dem Baumarkt verwendet, hat kein Arzneimittel, keine geprüfte Konzentration und im Schadensfall kein Argument. Deshalb finden Sie auf dieser Seite keine Mischanleitung aus Pulver.

Ameisensäure und Temperatur

Ameisensäure verdunstet, und wie schnell sie das tut, hängt am Wetter. Die Fachinformation von Ameisensäure 60 Bernburg zieht die Grenze eindeutig: „Das Tierarzneimittel sollte nicht außerhalb des Temperaturbereichs von 12 bis 30 °C angewendet werden." Unter 12 °C verdunstet zu wenig, die Behandlung läuft ins Leere. Über 30 °C verdunstet zu viel auf einmal, und dann beginnen die Probleme: Unruhe, Bienenbart vor dem Flugloch, Abschwärmen, Brutverlust, im schlimmsten Fall der Königinverlust.

Für die Langzeitbehandlung nennt die Fachinformation 12 bis 20 ml je Zarge und Tag über 10 Tage, bezogen auf Beuten mit etwa 40 l Zargenvolumen, und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Minimaldosis von 12 ml nicht unterschritten werden soll. Als Verdunster sind Nassenheider Classic, Nassenheider Professional, Nassenheider Horizontal und der Liebig-Verdunster aufgeführt. Die Kurzzeitbehandlung arbeitet anders: 40 ml je Zarge auf ein Schwammtuch über den Brutwaben, 4 bis maximal 5 Anwendungen im Abstand von jeweils 7 Tagen, und diese Angabe bezieht sich auf Beuten mit etwa 60 l Zargenvolumen.

Die beiden Bezugsvolumina sind der eigentliche Fallstrick. 40 l bei der Langzeit-, 60 l bei der Kurzzeitbehandlung. Wer beide Zahlen aus derselben Packungsbeilage auf dieselbe Beute anwendet, rechnet falsch. Dadant, Zander und Deutsch Normalmaß unterscheiden sich im Volumen deutlich, und der Rechner schreibt deshalb bei jedem Ergebnis dazu, auf welches Bezugsvolumen sich die genannte Menge stützt. Zwei Tage nach Behandlungsbeginn verlangt die Fachinformation außerdem eine Kontrolle der verdunsteten Menge — dieser Termin steht im Behandlungsplan.

Fehler, die Völker kosten

Der teuerste Fehler ist die zweite Träufelbehandlung. Wer im Dezember behandelt, im Januar noch Milben im Gemüll findet und deshalb nachlegt, schadet dem Volk. Die LWG sagt dazu im Wortlaut: „Höhere Dosierungen und mehrmalige Anwendungen können zu Schwächung oder Verlust der Völker führen bzw. die Frühjahrsentwicklung erheblich beeinträchtigen." Die Belastung für das Volk summiert sich, der zusätzliche Milbenabgang wiegt sie nicht auf.

Der zweithäufigste Fehler ist die verwechselte Einheit. Gramm auf der Flasche, Milliliter in der Dosierung, und dazwischen eine Dichte von 1,236. Wer 275 „ml" abmisst, wo 275 g gemeint sind, liegt um gut ein Fünftel daneben.

Dazu kommen die Kleinigkeiten, die sich rächen: Ameisensäure bei zu hoher Tagestemperatur ansetzen. Die Flugöffnung nicht wie verlangt auf mindestens 15 cm² öffnen. Die Behandlung bei aufgesetztem Honigraum laufen lassen. Und der Klassiker in der Dokumentation: gar nichts aufschreiben. Die Anwendung von Tierarzneimitteln am Lebensmittel liefernden Tier ist im Bestandsbuch festzuhalten, mit Datum, Präparat, Chargennummer, Menge, behandelten Völkern und Wartezeit. Bei einer Kontrolle durch das Veterinäramt ist dieses Heft das Erste, wonach gefragt wird.

Was dieses Tool nicht ersetzt

Der Rechner nimmt Ihnen das Multiplizieren ab, mehr nicht. Er sagt nicht, ob Ihr Volk behandelt werden muss, welches Mittel das richtige ist oder ob der Befallsgrad eine Behandlung rechtfertigt. Jede Zahl auf dieser Seite ist die Wiedergabe einer Angabe aus der Gebrauchsinformation des jeweiligen Präparats, kein eigener Vorschlag.

Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage, die Ihrem Präparat beiliegt. Zulassungen ändern sich, Varroxal kam 2023 dazu, weitere Präparate können folgen oder wegfallen. Lesen Sie die Gebrauchsinformation vor jeder Anwendung, auch wenn Sie das Mittel seit Jahren einsetzen. Bei Unsicherheiten helfen der Bienensachverständige Ihres Vereins, die Bienenfachberatung Ihres Bundeslandes, der Tierarzt oder das Veterinäramt weiter. Für die Terminplanung der Wiederholungsbehandlungen im 7-Tage-Abstand hilft der Kalenderwochen-Rechner, für das Umrechnen von Gramm in Milliliter der Einheiten-Umrechner.

Häufige Fragen

Wie viel ml Oxalsäure träufelt man pro Wabengasse?

Die LWG Bayern nennt für die Träufelbehandlung etwa 5 ml gebrauchsfertige Lösung je besetzter Wabengasse. Dazu gehört eine Tabelle nach Volksstärke: 30 ml bei einem Bienensitz über weniger als eine Zarge, 40 ml bei einer Zarge, 50 ml bei mehr als einer Zarge. Maßgeblich ist die Gebrauchsinformation des von Ihnen verwendeten Präparats.

Bei welcher Temperatur darf ich Oxalsäure träufeln?

Die LWG nennt eine Außentemperatur von wenigstens 3 Grad Celsius und in den ergänzenden Anwendungsempfehlungen ein Fenster von idealerweise +3 bis maximal +10 Grad Celsius. Der Rechner warnt, sobald Ihr eingegebener Wert außerhalb dieses Fensters liegt.

Wie oft darf ich im Winter mit Oxalsäure behandeln?

Einmal. Die LWG schreibt im Wortlaut: Höhere Dosierungen und mehrmalige Anwendungen können zu Schwächung oder Verlust der Völker führen bzw. die Frühjahrsentwicklung erheblich beeinträchtigen. Eine zweite Träufelbehandlung im selben Winter ist deshalb keine Nachbesserung, sondern ein Risiko.

Wie viel Zucker kommt in eine Flasche Oxuvar 5,7 %?

Laut Gebrauchsinformation wird das Konzentrat zum Träufeln 1:1 mit Kristallzucker gemischt: 275 g Zucker in die 275-g-Flasche, 1 kg Zucker in die 1000-g-Flasche. Zum Sprühen wird stattdessen mit Wasser verdünnt, mit 250 ml zur 275-g-Flasche und 900 ml zur 1000-g-Flasche.

Welche Mittel sind in Deutschland zum Verdampfen zugelassen?

Seit September 2023 ist Varroxal 0,71 g/g Pulver für den Bienenstock das einzige in Deutschland für die Sublimation zugelassene Präparat. Das BVL hat am 15.03.2024 ergänzt, dass Wirksamkeit und Zieltierverträglichkeit ausschließlich für die Verdampfer Varrox und Varrox Eddy belegt sind. Api-Bioxal und AMO Varroxal sind in Deutschland nicht zum Verdampfen zugelassen.

Muss ich nach einer Ameisensäurebehandlung eine Wartezeit einhalten?

Die Fachinformation von Ameisensäure 60 Bernburg nennt für Honig eine Wartezeit von null Tagen. Sie ergänzt aber, dass die Qualitätsanforderungen an Honig nur einen begrenzten Säuregehalt zulassen, weshalb ohne aufgesetzte Honigräume oder erst nach der Honigernte behandelt werden soll. Rechtliche Wartezeit und Qualitätsempfehlung sind hier zwei verschiedene Dinge.

Alle Dosierungen sind Wiedergaben der jeweiligen Gebrauchsinformation; maßgeblich ist immer die aktuelle Packungsbeilage. Diese Seite ersetzt weder die Gebrauchsinformation noch tierärztlichen Rat noch die Beratung durch einen Bienensachverständigen. Sie spricht keine Therapieempfehlung aus, empfiehlt kein Präparat und nennt keine Bezugsquellen. Zugelassene Tierarzneimittel dürfen nur bestimmungsgemäß angewendet werden; die Anwendung ist im Bestandsbuch zu dokumentieren.