Die kurze Antwort
„Nicht kompatibel“ hat in den meisten Fällen einen von drei Gründen: der Prozessor steht nicht auf Microsofts Liste, TPM 2.0 ist abgeschaltet, oder der PC startet noch im alten BIOS-Modus ohne Secure Boot. Nur der erste Grund ist endgültig. Die beiden anderen sind Einstellungen — und sie betreffen einen großen Teil der Rechner, die die PC-Integritätsprüfung durchfallen lässt.
Genau diese Unterscheidung macht der Check oben. Er ersetzt nicht Microsofts Prüfprogramm, sondern erklärt dessen Ergebnis: Was fehlt, was sich davon in fünf Minuten beheben lässt und was nicht.
Die Anforderungen von Windows 11
| Anforderung | Mindestens | Woran es in der Praxis scheitert |
|---|---|---|
| Prozessor | Intel ab 8. Core-Generation (2017), AMD ab Ryzen 2000 (2018), 64 Bit, 2 Kerne, 1 GHz | Der einzige Punkt, der sich nicht per Einstellung lösen lässt. Ein i7 der 7. Generation fällt durch, ein i3 der 8. besteht. |
| TPM 2.0 | Sicherheitschip, meist in der CPU integriert | Bei sehr vielen Geräten vorhanden, aber ab Werk im UEFI deaktiviert (Intel: PTT, AMD: fTPM). |
| UEFI + Secure Boot | Firmware muss UEFI sein und Secure Boot beherrschen | Rechner, die einmal im Legacy-Modus installiert wurden, starten weiter so — auch wenn die Hardware UEFI kann. |
| Arbeitsspeicher | 4 GB | Selten ein Problem; unter 8 GB wird es aber zäh. |
| Speicherplatz | 64 GB | Nur bei sehr kleinen SSDs in günstigen Notebooks. |
| Grafik, Display | DirectX 12 / WDDM 2.0, 720p, über 9 Zoll | Erfüllt praktisch jedes Gerät, das die CPU-Hürde nimmt. |
Die Prozessorlisten pflegt Microsoft selbst; sie sind maßgeblich, wenn der Check oben „bitte in der Liste prüfen“ meldet: Intel, AMD.
So finden Sie die Angaben in fünf Minuten
- Prozessor und Arbeitsspeicher: Einstellungen → System → Info. Dort steht unter „Gerätespezifikationen“ die genaue Prozessorbezeichnung — die tragen Sie oben ein.
- TPM: Windows-Taste + R,
tpm.msceingeben, Enter. Rechts unten steht „Spezifikationsversion: 2.0“ — oder die Meldung, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde. Letzteres heißt fast immer „abgeschaltet“, nicht „nicht vorhanden“. - BIOS-Modus und Secure Boot: Windows-Taste + R,
msinfo32, Enter. In der Systemübersicht stehen die Zeilen „BIOS-Modus“ (UEFI oder Vorgängerversion) und „Sicherer Startzustand“ (Ein, Aus oder Nicht unterstützt). - Speicherplatz: Explorer → Dieser PC → Größe von Laufwerk C:.
Die drei häufigsten Ursachen — und was dagegen hilft
1. TPM 2.0 ist vorhanden, aber deaktiviert
Jeder Intel-Prozessor seit 2014 und jeder Ryzen bringen ein Firmware-TPM mit. Viele
Hersteller liefern es abgeschaltet aus. Die Lösung ist ein Besuch im UEFI (beim
Start Entf, F2 oder F10 drücken, je nach Hersteller): Die Option heißt bei Intel
PTT oder „Intel Platform Trust Technology“, bei AMD
fTPM, gelegentlich schlicht „Security Device“ oder „TPM State“.
Auf „Enabled“ stellen, speichern, neu starten — tpm.msc zeigt danach
die Version 2.0.
2. Der PC startet im Legacy-Modus, Secure Boot ist „Nicht unterstützt“
Diese Meldung ist irreführend: Sie bedeutet meist nicht, dass die Hardware Secure
Boot nicht kann, sondern dass Windows im alten BIOS-Modus von einer MBR-Partition
startet. Windows bringt für die Umstellung ein eigenes Werkzeug mit:
mbr2gpt /validate und anschließend mbr2gpt /convert in einer
Eingabeaufforderung mit Administratorrechten wandeln die Systemplatte ohne
Datenverlust in GPT um. Danach im UEFI den Startmodus von „Legacy/CSM“ auf „UEFI“
stellen und Secure Boot aktivieren. Vorher ein Backup — der Vorgang ist
zuverlässig, aber nicht umkehrbar.
3. Der Prozessor steht nicht auf der Liste
Hier gibt es keine Einstellung, die hilft. Die Grenze verläuft bei Intel zwischen der 7. und 8. Core-Generation (i5-7xxx fällt durch, i5-8xxx besteht), bei AMD zwischen Ryzen 1000 und Ryzen 2000. Ältere Bezeichnungen wie Core 2 Duo, AMD FX, A-Serie oder Phenom sind grundsätzlich draußen. Ein Prozessortausch lohnt bei Notebooks nie und bei Desktops nur, wenn das Mainboard eine unterstützte Generation aufnimmt — das ist selten der Fall, weil Intel mit der 8. Generation den Sockel-Wechsel erzwang.
Wenn das nicht hilft: vier Wege für einen alten PC
| Weg | Kosten | Was dafür spricht | Was dagegen spricht |
|---|---|---|---|
| Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10 | Privat im EWR kostenlos; Firmen ab ca. 61 USD pro Gerät und Jahr | Aufschub bis Oktober 2027 ohne Umstieg | Endet für Privatnutzer am 12. Oktober 2027. Danach ist endgültig Schluss — es ist eine Frist, keine Lösung. |
| Neuer PC | ab ca. 450 € (Desktop) / 550 € (Notebook) mit brauchbarer Ausstattung | Schneller, leiser, sparsamer; Windows 11 vorinstalliert; 5+ Jahre Ruhe | Datenumzug und Neueinrichtung kosten Zeit |
| Linux oder ChromeOS Flex | 0 € | Läuft auch auf zehn Jahre alter Hardware flott, weiter Sicherheitsupdates | Windows-Programme laufen nicht oder nur mit Umwegen; Umgewöhnung |
| Inoffizielle Installation | 0 € | Windows 11 auf dem alten Gerät, funktioniert meist | Kein Anspruch auf Updates, Funktionsupdates können scheitern; für Firmen-PCs keine Option |
Meine Einschätzung aus der Praxis: Für einen Rechner, der ausschließlich für Browser, E-Mail und Office genutzt wird, ist Linux die unterschätzte Option — der Umstieg fällt kleiner aus als befürchtet, weil sich der Alltag ohnehin im Browser abspielt. Für alles, was auf Windows-Programme angewiesen ist, ist ein neues Gerät ehrlicher als ein Umgehungstrick, der irgendwann beim nächsten Funktionsupdate hängen bleibt. Die inoffizielle Installation halte ich nur bei einem Zweitrechner für vertretbar, auf dem nichts Wichtiges liegt.
Und egal, welcher Weg es wird: Vorher ein vollständiges Backup. Wie das ohne großen Aufwand geht, steht in der Anleitung zur 3-2-1-Sicherung.
Nicht sicher, was der Check bedeutet?
Ich prüfe Ihr Gerät per Fernwartung oder vor Ort in Hannover, Sehnde, Lehrte und Umgebung, aktiviere TPM und Secure Boot, wenn es geht, und führe das Upgrade sauber durch — inklusive Backup vorher. Wenn sich das Gerät nicht mehr lohnt, sage ich Ihnen das genauso.
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