Was in die Notfallmappe gehört: Deckblatt und neun Abschnitte
Wenn jemand plötzlich ins Krankenhaus muss, fragen Rettungsdienst, Ärzte und Angehörige immer dasselbe: Welche Medikamente? Welche Allergien? Wen rufen wir an? Gibt es eine Patientenverfügung, und wo liegt sie? Die Notfallmappe beantwortet diese Fragen auf Papier, auch wenn der Mensch selbst gerade nicht sprechen kann.
Dieses Werkzeug baut die Mappe aus zehn Teilen: ein Deckblatt mit 112 und dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117, Persönliches mit Krankenkasse und Hilfsmitteln, bis zu acht Notfallkontakte, Hausarzt, Fachärzte, Pflegedienst und Apotheke, Allergien und Vorerkrankungen, den Medikamentenplan, Vollmachten und Verfügungen, Versicherungen, Haustiere und zum Schluss Schlüssel und Zugänge. Jeder Abschnitt beginnt auf einer neuen Seite. Der Medikamentenplan ändert sich am häufigsten, deshalb steht er auf einem eigenen Blatt: Er beginnt immer auf einer Vorderseite, seine Rückseite bleibt frei („Diese Seite bleibt frei“). So tauschen Sie nach einer Änderung nur dieses Blatt aus. Auch die KBV-Spezifikation sagt: „Die Rückseite gehört nicht zum Medikationsplan.“
Die Seiten sind für den beidseitigen Druck eingerichtet. Auf den Hochformat-Seiten ist der Rand innen 25 mm breit, damit der Locher keine Schrift trifft, und er wechselt auf den Rückseiten die Seite. Der Medikamentenplan im Querformat wird oben gelocht, dort ist der Rand 20 mm breit; die übrigen Ränder haben die 0,85 cm aus der KBV-Spezifikation. Heften Sie das Querblatt mit der Oberkante zum Heftrand ein. Ergibt sich eine ungerade Seitenzahl, hängt das Werkzeug eine Notizseite an. Drucken Sie mit „beidseitig, lange Kante“ und heften Sie die Blätter in einen Schnellhefter.
Medikamentenplan im Aufbau des bundeseinheitlichen Plans
Für den Medikationsplan gibt es in Deutschland ein einheitliches Muster. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung beschreibt es in der Spezifikation zum bundeseinheitlichen Medikationsplan, aktuell Version 2.8 vom 01.10.2025. Daran hält sich diese Seite: DIN A4 quer, Rand 0,85 cm, die Spalten Wirkstoff, Handelsname, Stärke, Form, Dosierung, Einheit, Hinweise und Grund in dieser Reihenfolge und mit den dort festgelegten Breiten von zusammen 28,0 cm, je Zeile 0,875 cm. Die Dosierung steht im Viererschema morgens, mittags, abends, zur Nacht, also etwa 1-0-½-0 für eine Tablette morgens und eine halbe abends. Je Tageszeit steht eine Zahl mit höchstens vier Zeichen. Das Werkzeug schreibt 1/2 als ½ und 1 1/2 als 1½. Dezimalzahlen wie 0,5 bleiben stehen, wie Sie sie eingeben, denn nach der Spezifikation darf eine Software Brüche und Dezimalzahlen nicht selbst ineinander umwandeln. Was keine Zahl ist („2x1“, „bei Bedarf“) oder in 14 pt nicht in die 0,8 cm breite Spalte passt (etwa 0,25), meldet das Formular am Feld; gekürzt wird nichts. Solche Angaben gehören in die Spalte „Hinweise“.
Zwei Unterschiede sind Absicht. Die Einträge stehen in 14 pt statt der im Muster üblichen 12 pt, weil viele ältere Menschen kleine Schrift nicht mehr lesen. Passt ein Name nicht in eine Zeile, wird die Zeile doppelt hoch, wie es das Muster für lange Einträge auch vorsieht. Und es gibt keinen Barcode: Diesen Plan scannt keine Praxis ein. Er ist Ihre eigene Übersicht und ersetzt nicht den Plan vom Arzt.
Auf diesen Plan haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch, sobald sie gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden (§ 31a SGB V). Laut Patienteninformation der KBV müssen sie im ganzen Körper wirken und für mindestens vier Wochen vorgesehen sein. Erstellt wird er meist in der Hausarztpraxis, auf Wunsch aktualisiert ihn auch die Apotheke. Tragen Sie hier drei oder mehr Medikamente ein, erinnert Sie das Werkzeug daran. Haben Sie den ärztlichen Plan schon, legen Sie ihn einfach zusätzlich in die Mappe.
Der Notfallzettel für die Kühlschranktür
Rettungsdienste suchen in einer fremden Wohnung nicht lange nach Unterlagen. Deshalb gibt es die Notfalldose: Das DRK beschreibt sie so, dass die wichtigsten Angaben in einer Dose in der Kühlschranktür stehen und ein Aufkleber auf der Innenseite der Wohnungstür und am Kühlschrank darauf hinweist. Notfalldosen gibt es bei Hilfsorganisationen wie dem DRK und in Apotheken.
Der Kühlschrank-Zettel dieses Werkzeugs ist eine Seite A5 (148 × 210 mm) mit Name und Geburtsdatum, wichtigen Erkrankungen, Allergien, bis zu sechs Zeilen Medikamente im Viererschema, Hausarzt, zwei Notfallkontakten, dem Ort von Patientenverfügung und Vollmacht und dem Ort der Mappe. Die zweite Seite trägt zwei Hinweisschilder „Notfall-Info liegt im Kühlschrank“ zum Ausschneiden, ohne Namen, für Wohnungstür und Kühlschrank. Passt etwas nicht mehr auf den Zettel, wird die Schrift nicht kleiner. Stattdessen sagt Ihnen das Werkzeug, was fehlt, und verweist auf die Mappe. Drucken Sie A5 auf A5-Papier oder auf A4 mit „Tatsächliche Größe“ und schneiden Sie den Rand ab. Gerollt oder einmal gefaltet passt der Zettel in die Dose.
Vollmachten und Patientenverfügung: in der Mappe steht nur der Ort
Eine Notfallmappe ersetzt keine Vollmacht und keine Patientenverfügung. Im Abschnitt „Vollmachten und Verfügungen“ kreuzen Sie für Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung, Organspendeausweis oder Eintrag im Organspende-Register (seit 18. März 2024) und Testament an, ob es das Dokument gibt, und schreiben dazu, wo es liegt. Das Original bleibt dort. Wer im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer eingetragen ist, vermerkt das ebenfalls; über das Register erfahren Betreuungsgerichte und behandelnde Ärzte, dass es eine Vorsorgeregelung gibt.
Eine Patientenverfügung schreiben Sie am besten mit der Broschüre „Patientenverfügung“ des Bundesministeriums der Justiz, die Textbausteine und Erklärungen enthält. Für Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung hat das Ministerium ein Formular und die Broschüre „Betreuungsrecht“. Eintragen lassen können Sie die Vollmacht im Zentralen Vorsorgeregister. Die Vollmacht als PDF auf dieser Website ist dagegen eine einfache Vollmacht für eine einzelne Angelegenheit, etwa bei Bank oder Behörde, und keine Vorsorgevollmacht. Ob eine Vollmacht für Ihre Lage reicht, beantwortet dieses Werkzeug nicht.
Passwörter gehören nicht in die Notfallmappe
Eine Notfallmappe wird ausgedruckt, liegt im Schrank und wird im Ernstfall von mehreren Leuten gelesen. Ein Passwort oder die PIN der Bankkarte darin ist ein Risiko, das länger hält als der Notfall. Deshalb fragt der Abschnitt „Schlüssel und Zugänge“ nur, wer einen Wohnungsschlüssel hat, wer Handy und Tablet entsperren kann, welcher Passwort-Manager benutzt wird und wer dort den Notfallzugang hat. Bei Konten und Verträgen stehen nur Anbieter und Zweck. Schreibt jemand trotzdem „Passwort: …“, „Kennwort Sommer2026“, „PIN-Nummer 1234“ oder „Code 123456“ in ein Feld, erstellt das Werkzeug kein PDF und zeigt das Feld an. „Passwort liegt im Tresor“ ist dagegen erlaubt. Die Prüfung erkennt typische Schreibweisen, aber nicht jede; ein Wort ohne Ziffer nach „Kennwort“ etwa rutscht durch. Lesen Sie die Mappe deshalb vor dem Druck selbst noch einmal.
Wo die Zugangsdaten dann hingehören, beschreibt das BSI: in einen Passwort-Manager, der alle Passwörter verschlüsselt hinter einem Masterpasswort aufbewahrt. Viele Programme haben einen Notfallzugang, über den eine Vertrauensperson nach einer Wartezeit hineinkommt. Wer das nicht allein einrichten möchte: Hilfe vor Ort bietet der IT-Service in Hannover und Sarstedt.
Ausfüllen, ausdrucken, aktuell halten
Das PDF ist beides zugleich. Am PC klicken Sie in die Felder und tippen, im Adobe Reader, im Browser oder in der Vorschau am Mac. Ausgedruckt sind dieselben Felder Kästen, in die man mit dem Kugelschreiber schreibt. Eine leere Mappe eignet sich deshalb auch für Eltern, die nicht am Computer sitzen: ausdrucken, gemeinsam am Küchentisch ausfüllen, abheften. Bei „Vollmachten und Verfügungen“ sind „ja“ und „nein“ Ankreuzkästchen.
Jede Seite trägt das Datum aus „Stand der Angaben“. Prüfen Sie die Mappe einmal im Jahr und immer dann, wenn sich Medikamente ändern. Damit Sie dafür nicht alles neu eintippen, sichern Sie die Angaben als JSON-Datei auf Ihrem Gerät und laden sie nächstes Jahr wieder. Alternativ merkt sich der Browser die Angaben, aber nur, wenn Sie das Häkchen setzen, und nur bis Sie auf „Gemerkte Angaben löschen“ klicken. Sie liegen dann unverschlüsselt im Speicher dieses Browsers, wie die JSON-Datei auch. Auf einem Computer, den mehrere benutzen, lassen Sie das Häkchen weg.
Ihre Angaben bleiben auf Ihrem Gerät
Gesundheitsdaten, Telefonnummern und Versicherungsnummern gehören auf keinen fremden Server. Hier entsteht das PDF in Ihrem Browser. Beim ersten Tippen lädt die Seite einmal die Bibliothek pdf-lib 1.17.1 von dieser Website nach, mit Prüfsumme; danach funktioniert das Erstellen auch ohne Internet. Gezählt wird nur, dass ein PDF erstellt wurde, ohne Inhalt. Wie alle kostenlosen Tools dieser Website lädt die Seite Google Analytics und Google AdSense je nach Ihrer Auswahl im Einwilligungsdialog; Ihre Eingaben bekommen auch diese Dienste nicht. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.