So misst das Stimmgerät
Nach Ihrem Klick auf „Stimmgerät starten“ fragt der Browser nach der Mikrofonerlaubnis. Danach liest die Seite etwa 18-mal pro Sekunde ein kurzes Stück des Signals und schätzt dessen Grundfrequenz mit dem YIN-Verfahren, einer Autokorrelation mit Mittelwertnormierung. Die letzten fünf Messungen werden gemittelt (Median), damit die Anzeige ruhig bleibt. Gemessen wird nur, wenn der Pegel hoch genug und der Ton eindeutig ist. Bei Stille oder Rauschen steht dort „Kein Ton“.
Aus der Frequenz f und dem Kammerton a' berechnet die Seite die Halbtonnummer: n = 69 + 12 × log₂(f ÷ a'). Der nächste ganze Wert ist der erkannte Ton, die Abweichung in Cent ist 100 × (n − gerundetes n). Beispiel: 112 Hz bei a' = 440 Hz liegen 31 Cent über dem A2 (110 Hz), die Seite zeigt „Zu hoch: Saite lösen“.
Saitenfrequenzen bei 440 Hz
| Instrument | Saiten (tief nach hoch) |
|---|---|
| Gitarre | E2 82,41 · A2 110,00 · D3 146,83 · G3 196,00 · H3 246,94 · E4 329,63 Hz |
| Bass (4 Saiten) | E1 41,20 · A1 55,00 · D2 73,42 · G2 98,00 Hz |
| Ukulele (G C E A) | G4 392,00 · C4 261,63 · E4 329,63 · A4 440,00 Hz |
| Violine | G3 196,00 · D4 293,66 · A4 440,00 · E5 659,26 Hz |
Das sind die üblichen Stimmungen, berechnet aus gleichstufiger Temperierung. Die Seite rechnet sie bei jeder Änderung des Kammertons neu. Die Seite nutzt die deutschen Notennamen: Was englisch B heißt, ist hier H, und das deutsche B ist das englische Bb. Bei abweichenden Namen steht der englische Name daneben.
So stimmen Sie ein Instrument
- Wählen Sie das Instrument und starten Sie das Stimmgerät.
- Zupfen Sie nur eine Saite an und lassen Sie sie ausklingen. Zwei klingende Saiten verwirren die Messung.
- Stimmen Sie von unten an den Zielwert heran. Ist die Saite zu hoch, lösen Sie sie unter den Zielton und spannen Sie dann nach.
- Bei „Gestimmt“ (±5 Cent) gehen Sie zur nächsten Saite. Prüfen Sie am Ende alle Saiten noch einmal, denn der Hals verzieht sich beim Spannen.
Mit einem Klick auf eine Saite spielt die Seite drei Sekunden lang den Referenzton. Das funktioniert auch ohne Mikrofon, dann stimmen Sie nach Gehör.
Grenzen der Messung
Das Stimmgerät hört, was das Mikrofon aufnimmt. Raumgeräusche, andere Instrumente, ein laufender Fernseher und ein Brummen können den Ton verfälschen. Obertöne und das Anschlaggeräusch stören vor allem in den ersten Zehntelsekunden, die Anzeige beruhigt sich nach dem Ausklingen der ersten Schläge. Sehr tiefe Töne (Bass, H-Saite) braucht das Mikrofon lauter und näher, und in kleinen Notebook-Mikrofonen sind sie schwach. Nutzen Sie dann einen Klinken- oder Clip-Tuner oder prüfen Sie das Ergebnis mit einem zweiten Stimmgerät.
Kammerton und Stimmung
Der Kammerton a' legt fest, wie hoch alle anderen Töne liegen. Üblich sind 440 Hz, Orchester stimmen teils auf 442 Hz, und Alte Musik wird oft tiefer gespielt, bei Barockstimmung etwa auf 415 Hz. Spielen Sie mit einem Klavier oder einer Begleit-CD, richten Sie sich nach deren Kammerton, sonst klingen Ihre Saiten trotz „Gestimmt“ schief. Ändern Sie den Wert im Feld über dem Start-Knopf, die Saitenfrequenzen werden sofort neu berechnet.
Die Seite nutzt die gleichstufige Temperierung: Jeder Halbton ist das 12. Wurzel aus 2 (etwa 1,0595) höher als der vorige. Bei Gitarren ist das die Grundlage der Bundeinteilung. Reine Intervalle, wie sie ein Chor oder eine Violine im Ensemble greift, weichen davon um einige Cent ab. Für das Stimmen leerer Saiten spielt das keine Rolle.
Wenn die Anzeige springt, hilft meist Abstand zum Lautsprecher, ein leiserer Raum und ein einzelner, klarer Anschlag. Bei der Ukulele und der Violine ist die Grundfrequenz hoch und leicht zu messen. Beim Bass liegt sie so tief, dass ein kleines Mikrofon sie schlecht aufnimmt. Halten Sie das Gerät dann nah an den Verstärker oder an den Korpus.
Quellen und Stand
- W3C: Media Capture and Streams, Mikrofonzugriff und Einstellungen wie Echo- und Rauschunterdrückung. Abgerufen am 23.10.2026.
- W3C: Web Audio API 1.0, AnalyserNode und Oszillator für den Referenzton. Abgerufen am 23.10.2026.
- de Cheveigné, A. und Kawahara, H.: „YIN, a fundamental frequency estimator for speech and music“, Journal of the Acoustical Society of America 111(4), 2002. Das Paper ist nicht frei verlinkbar, die Seite nutzt das Verfahren.