Kostenloses Tool

Taupunkt-Rechner mit Schimmel-Ampel

Dieser Rechner berechnet den Taupunkt aus Raumtemperatur und relativer Luftfeuchte nach der Magnus-Formel: Bei 20 °C und 50 % sind es 9,3 °C. Geben Sie zusätzlich die Oberflächentemperatur einer Wand an, zeigt eine Ampel das Schimmelrisiko (ab etwa 80 % relativer Feuchte an der Oberfläche) und gibt eine Lüftungsempfehlung. Das Ergebnis gilt für die eingegebenen Werte und ersetzt keine Begutachtung vor Ort. Die Berechnung läuft in Ihrem Browser, es werden keine Angaben übertragen.

Von · · Stand: Magnus-Koeffizienten nach Sonntag 1994 · · Datenquelle: Magnus-Formel nach Sonntag (1994), DIN 4108-2 (fRsi, über ISO-CHEMIE), Umweltbundesamt · Methodik

Raumluft und Wand

Gerechnet wird in Ihrem Browser; Ihre Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Werte eingeben und auf „Taupunkt berechnen“ klicken.

Hinweis

Das Werkzeug läuft in Ihrem Browser, Ihre Eingaben werden nicht übertragen. Das Ergebnis ersetzt keine Planung, keine Abnahme und keine Gebrauchsinformation, und ein Fehler kann hier Menschen, Tiere oder Sachen gefährden. Prüfen Sie die Werte an Typenschild, Fahrzeugpapieren oder Packungsbeilage, und lassen Sie Arbeiten, die das Gesetz einem Fachbetrieb vorbehält, auch vom Fachbetrieb ausführen. Für die Richtigkeit der Rechnung übernehmen wir keine Gewähr. Die Werte stammen aus den genannten Normen und Herstellerangaben, Stand siehe „Zuletzt geprüft“; maßgeblich ist immer der aktuelle Originaltext.

Was der Taupunkt ist

Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Luft mit ihrem Wasserdampf gesättigt ist. Kühlt die Luft darunter ab oder trifft sie auf eine Oberfläche, die kälter ist, schlägt sich Wasser als Tauwasser nieder. Beschlagene Fensterscheiben, nasse Kellerwände und feuchte Ecken hinter Schränken folgen diesem Prinzip. Der Taupunkt hängt von zwei Werten ab: der Lufttemperatur und der relativen Luftfeuchte. Bei 20 °C und 50 % liegt er bei 9,3 °C, bei 20 °C und 60 % schon bei 12,0 °C.

So berechnet der Rechner den Taupunkt

Der Rechner verwendet die Magnus-Formel. Der Sättigungsdampfdruck über Wasser ergibt sich aus E(ϑ) = 6,112 hPa × exp(17,62 × ϑ / (243,12 + ϑ)), der Taupunkt aus τ = 243,12 × (17,62 × ϑ / (243,12 + ϑ) + ln φ) / (17,62 × 243,12 / (243,12 + ϑ) − ln φ), mit der Temperatur ϑ in °C und der relativen Feuchte φ als Dezimalzahl. Die Koeffizienten 6,112 hPa, 17,62 und 243,12 °C stammen von D. Sonntag (Meteorologische Zeitschrift N.F. 3, 1994, S. 51–66) und gelten von −45 °C bis 60 °C, wie sie Wikipedia zum Taupunkt wiedergibt. Außerhalb dieses Bereichs rechnet der Rechner nicht.

Beispielrechnung: 20 °C und 50 %

Bei 20 °C beträgt der Sättigungsdruck 23,33 hPa. Bei 50 % relativer Feuchte enthält die Luft 11,66 hPa Wasserdampf. Die Magnus-Formel liefert dafür einen Taupunkt von 9,3 °C. Eine Außenwand mit 12 °C Oberflächentemperatur liegt darüber, es gibt kein Tauwasser. Mit 8 °C wäre sie kälter als der Taupunkt, und die Wand würde nass.

Schimmel-Ampel: Wandtemperatur und relative Feuchte an der Oberfläche

Schimmel braucht kein Tauwasser. Es genügt, dass die Luft unmittelbar an der Wand sehr feucht wird. Die Luft bringt ihren Wasserdampf mit, die kalte Wand hat aber einen kleineren Sättigungsdruck. Der Rechner setzt dafür die relative Feuchte an der Oberfläche an: φWand = φRaum × E(ϑRaum) / E(ϑWand). Bei 20 °C, 50 % und einer Wand mit 12,6 °C sind das 80 %.

Die Schwelle kommt aus der Bauphysik. DIN 4108-2 (Mindestwärmeschutz) verlangt einen Temperaturfaktor fRsi von mindestens 0,70. Er ist definiert als fRsi = (ϑOberfläche − ϑaußen) / (ϑinnen − ϑaußen). Bei den Randbedingungen der Norm, −5 °C außen und 20 °C innen, entspricht 0,70 genau 12,6 °C an der Innenoberfläche, und die Fachliteratur nennt etwa 80 % relative Feuchte als Grenze, ab der Schimmel wachsen kann. Die Norm selbst ist nicht frei zugänglich, deshalb verlinken wir eine Fachseite dazu (siehe Quellen).

  • Grün: unter 70 % an der Oberfläche.
  • Gelb: 70 bis unter 80 %. Das ist eine Einordnung dieser Seite als Vorwarnung, keine Normgrenze.
  • Rot: ab 80 %, Schimmelrisiko.
  • Tauwasser: ab 100 %, die Wand liegt unter dem Taupunkt.

Richtig lüften bei Schimmelgefahr

Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 % relative Luftfeuchte in der Raumluft. Im Winter lüften Sie zwei- bis dreimal am Tag etwa 5 Minuten, im Sommer 10 bis 20 Minuten, jeweils mit ganz geöffnetem Fenster. Querlüften tauscht die Luft besonders schnell. Im Schlafzimmer hilft es, morgens 5 bis 10 Minuten zu lüften, in Küche und Bad während und direkt nach dem Kochen oder Duschen. Kippfenster sind ungünstig, weil sich die Wand daneben abkühlt. Im Winter ist die kalte Außenluft meist trockener als die Raumluft, deshalb senkt Lüften dann die Feuchte.

Wo die Rechnung an ihre Grenzen stößt

  • Der Taupunkt gilt für die Luft, die Sie eingeben. In der Raumecke, hinter Möbeln oder an Fensterlaibungen ist es kälter und die Luft stagniert; dort ist die Schimmelgefahr höher als die Raummitte vermuten lässt.
  • Die Wandtemperatur muss gemessen werden, am besten mit einem Infrarot-Thermometer an der kältesten Stelle. Eine Momentaufnahme sagt wenig über dauerhafte Bedingungen.
  • Die 80-%-Schwelle und die Gelb-Stufe sind Näherungen. Wie schnell Schimmel wächst, hängt außerdem von Material und Dauer der Feuchte ab. Eine Schimmelbegutachtung ersetzt der Rechner nicht.

Quellen

Zuletzt geprüft am 23.10.2026.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Taupunkt?

Mit der Magnus-Formel aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte. Sie nutzt den Sättigungsdampfdruck E = 6,112 hPa × exp(17,62 × ϑ / (243,12 + ϑ)) mit den Koeffizienten von Sonntag (1994), gültig von −45 bis 60 °C. Beispiel: 20 °C und 50 % ergeben einen Taupunkt von 9,3 °C.

Bei welcher Luftfeuchte bildet sich Schimmel?

An der Wandoberfläche gelten etwa 80 % relative Feuchte als Grenze, ab der Schimmel wachsen kann. Maßgeblich ist die Feuchte unmittelbar an der Oberfläche, nicht die in der Raummitte. Die Fachliteratur zu DIN 4108-2 nennt diesen Wert.

Was bedeutet fRsi 0,7 und 12,6 °C?

Der Temperaturfaktor fRsi beschreibt, wie warm die Innenoberfläche eines Bauteils im Verhältnis zur Temperaturdifferenz ist. DIN 4108-2 verlangt mindestens 0,70. Bei −5 °C außen und 20 °C innen entspricht das 12,6 °C an der Innenoberfläche.

Welche Luftfeuchte ist in der Wohnung ideal?

Das Umweltbundesamt empfiehlt 40 bis 60 % relative Luftfeuchte in der Raumluft.

Wie oft und wie lange sollte ich lüften?

Laut Umweltbundesamt im Winter zwei- bis dreimal am Tag etwa 5 Minuten, im Sommer 10 bis 20 Minuten, mit ganz geöffnetem Fenster. Das Schlafzimmer morgens 5 bis 10 Minuten, Küche und Bad während und direkt nach dem Kochen oder Duschen 5 bis 10 Minuten. Kippfenster sind ungünstig, weil die Wand daneben auskühlt.

Warum schlägt sich Wasser an der Wand nieder?

Weil die Wand kälter als der Taupunkt der Raumluft ist. Die Luft kann an der kalten Fläche nicht mehr alle Feuchtigkeit halten. Bei 20 °C und 60 % relativer Feuchte liegt der Taupunkt bei 12,0 °C, eine Wand mit 11 °C wird dann nass.

Die Berechnung folgt der Magnus-Formel und einer in der Fachliteratur genannten Schwelle von etwa 80 % relativer Feuchte an der Oberfläche. Sie gilt für die eingegebenen Werte und ersetzt keine Schimmelbegutachtung, keine Bauphysik-Berechnung und keine Beratung durch eine Fachperson. Bei sichtbarem Schimmel oder anhaltend nassen Wänden lassen Sie die Ursache vor Ort prüfen.