So lesen Sie die BBAN-Struktur
Jede IBAN beginnt mit zwei Buchstaben für das Land nach ISO 3166 und zwei Prüfziffern. Danach folgt die BBAN, die nationale Kontonummer in einer festen Länge je Land. Das SWIFT-Registry beschreibt sie mit einer Kurzschrift, die in der Tabelle unverändert steht: Eine Zahl nennt die Anzahl der Zeichen, das Ausrufezeichen heißt „genau so viele“, der Buchstabe danach die Art der Zeichen.
- n steht für Ziffern von 0 bis 9.
- a steht für Großbuchstaben von A bis Z.
- c steht für Buchstaben oder Ziffern. In der elektronischen IBAN schreibt man Buchstaben groß.
Deutschland hat die Struktur 8!n10!n: genau 8 Ziffern Bankleitzahl, dann genau 10 Ziffern Kontonummer. Mit DE und den zwei Prüfziffern ergibt das 22 Stellen. Die Niederlande schreiben 4!a10!n, dort stehen vorn vier Buchstaben für die Bank, etwa ABNA. Italien beginnt die BBAN mit einem einzelnen Buchstaben (1!a5!n5!n12!c), dem nationalen Kontrollzeichen CIN; deshalb fängt die Bankkennung dort erst an Stelle 6 der IBAN an. Bei Mauritius und den Seychellen stehen am Ende drei Buchstaben für die Währung, im Beispiel MUR und USD.
Die Länge der IBAN ist immer 4 plus die Summe der Zahlen in der Struktur. Diese Rechnung haben wir für alle 89 Zeilen nachvollzogen, und jede Beispiel-IBAN aus dem Registry geht durch Struktur- und Prüfziffertest. Weicht eine IBAN in Länge oder Zeichenart von ihrer Zeile ab, ist sie falsch abgeschrieben, ganz gleich, was die Prüfziffer sagt.
IBAN-Prüfziffer berechnen: ISO 7064 MOD 97-10 am Beispiel
Die beiden Ziffern an Stelle 3 und 4 sichern die ganze IBAN ab. Das Verfahren steht in ISO/IEC 7064 und heißt MOD 97-10. Am Beispiel der deutschen Registry-IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00 sieht es so aus:
- BBAN nehmen und Ländercode mit „00“ hinten anhängen:
370400440532013000DE00. - Buchstaben in Zahlen umwandeln, A = 10, B = 11 bis Z = 35. Aus D wird 13, aus E wird 14:
370400440532013000131400. - Diese Zahl durch 97 teilen und den Rest nehmen. Er beträgt hier 9.
- 98 minus Rest ergibt die Prüfziffer: 98 − 9 = 89, einstellige Ergebnisse mit führender Null.
- Gegenprobe: Mit 89 statt 00 hinten (
370400440532013000131489) muss der Rest genau 1 sein. Das ist der Test, den jeder IBAN-Prüfer macht.
Die Zahl aus Schritt 2 ist 24 Stellen lang, bei Russland wären es über 40. Taschenrechner und Tabellenkalkulationen runden solche Zahlen. Man rechnet deshalb stückweise: die ersten neun Ziffern durch 97 teilen, den Rest vor die nächsten Ziffern setzen und weiterrechnen. Wählen Sie oben ein Land, rechnet die Seite diesen Weg mit der Beispiel-IBAN aus dem Registry vor.
Was die Prüfziffer nicht leistet: Sie fängt vertippte Zeichen und Zahlendreher ab, sagt aber nichts darüber, ob das Konto existiert oder wem es gehört. Den Namen gleicht seit dem 9. Oktober 2025 die Empfängerüberprüfung der Bank ab; mehr dazu beim IBAN-Prüfer.
SEPA-Länder: warum wir die EPC-Liste nehmen
Das SWIFT-Registry hat eine eigene Spalte „SEPA country“. Für Albanien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien steht dort im Release 103 noch „No“. Die Liste des European Payments Council, das die SEPA-Verfahren führt, nimmt diese fünf Länder auf: Montenegro und Albanien nach Beschluss vom 21. November 2024, Nordmazedonien und Moldau nach Beschluss vom 6. März 2025, beide Gruppen mit frühestem Start am 5. Oktober 2025, Serbien nach Beschluss vom 22. Mai 2025 mit frühestem Start im Mai 2026. Maßgeblich für die Frage, ob eine SEPA-Überweisung möglich ist, ist die EPC-Liste. In der Tabelle steht deshalb deren Stand, Version 8.0 vom 24. Dezember 2025. Danach gehören 42 der 89 IBAN-Länder zum SEPA-Raum.
Ein Land im SEPA-Raum heißt nicht, dass jede Bank dort teilnimmt. Banken in den neuen Ländern treten den Verfahren einzeln bei. Kommt eine Überweisung nach Serbien zurück, liegt das eher an der Empfängerbank als an der IBAN.
Mehrere Gebiete teilen sich den Ländercode eines Staates. Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Réunion, Saint-Barthélemy, Saint-Martin und Saint-Pierre-et-Miquelon haben IBANs mit FR, Guernsey, Jersey und die Isle of Man solche mit GB, die Åland-Inseln solche mit FI. Für sie gilt die Zeile des jeweiligen Staats.
Wo die Bankleitzahl in der IBAN steht
Jedes Land legt fest, an welcher Stelle der BBAN die Bank steht. In Deutschland, Polen und Kroatien ist es eine reine Ziffernfolge (Bankleitzahl, Bankcode). In Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Malta sind es vier Buchstaben, im Registry-Beispiel NWBK, AIBK, ABNA und MALT, die den ersten vier Zeichen des BIC der Bank entsprechen. Großbritannien und Irland haben dahinter zusätzlich einen sechsstelligen Sort Code (Stellen 9 bis 14 der IBAN), Spanien eine vierstellige Filialnummer. Die CSV-Datei führt die Filialkennung als eigene Spalte, wo das Registry eine nennt.
Aus der Bankkennung lässt sich in Deutschland über das Verzeichnis der Bundesbank die Bank und der BIC ablesen. Das macht der BIC-Finder für deutsche Banken. Für andere Länder braucht es das jeweilige nationale Verzeichnis; eine Bankangabe ohne Verzeichnis wäre geraten.
Länder ohne IBAN
Die USA, Kanada, China, Japan und Australien stehen nicht im Registry. Konten dort haben keine IBAN, sondern nationale Kontonummern mit eigenen Bankcodes. Für eine Überweisung dorthin fragt die Bank meist Kontonummer, BIC und den Bankcode des Landes ab. Welche Angaben genau gebraucht werden, nennt die Empfängerbank. Eine Seite, die zu einer US-Kontonummer eine „IBAN“ ausrechnet, erzeugt eine Zeichenfolge, die keine Bank annimmt.
Auch Algerien und Marokko stehen nicht im Registry, obwohl manche IBAN-Prüfer im Netz für beide Länder eine Länge führen. Ein Format gilt erst als ISO-13616-konform, wenn die nationale Normungsstelle oder die Zentralbank es bei SWIFT registriert hat.
Was sich im Release 103 geändert hat
SWIFT veröffentlicht das Registry als PDF und als Textdatei und zählt die Ausgaben fortlaufend. Release 103 vom September 2026 ändert genau ein Land: Brasilien. Die BBAN hat dort jetzt die Struktur 8!c5!n10!n1!c1!c, die ersten acht Zeichen dürfen also Buchstaben oder Ziffern sein. Die Länge bleibt 29. Die Spalte „geprüft am“ nennt den Tag, an dem wir die Zeile mit dem Registry abgeglichen haben.
So zitieren Sie diese Tabelle
Die Tabelle steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0 (CC BY 4.0). Sie dürfen sie übernehmen, auch gewerblich, wenn Sie die Quelle nennen. Vorschlag:
Mörsberger, Marvin: IBAN-Formate aller Länder. MörsbergerIT, Stand 05.10.2026, nach SWIFT IBAN Registry Release 103 (September 2026) und EPC409-09 v8.0. https://www.moersbergerit.de/iban-formate/
Für eine einzelne Zeile hängen Sie den Ländercode als Anker an, zum Beispiel /iban-formate/#ch für die Schweiz. Wer amtlich zitieren muss, zitiert das SWIFT-Registry selbst; die Abschnittsnummer steht in der Spalte „Quelle“.