So kommt der Ton aus dem Video
Eine MP4-Datei ist ein Behälter mit mehreren Spuren: meist eine Bildspur in H.264 oder HEVC und eine Tonspur in AAC. Das Werkzeug öffnet den Behälter mit der Bibliothek Mediabunny und liest nur die Tonspur. Das Bild wird gar nicht erst dekodiert, deshalb geht es schnell. Den AAC-Ton dekodiert Ihr Browser selbst über seine eingebaute Schnittstelle WebCodecs. Das Ergebnis kodiert LAME, der bekannteste freie MP3-Encoder, in einem Hintergrund-Thread. Die Seite bleibt dabei bedienbar, ein Balken zeigt den Fortschritt.
Gemessen am 02.10.2026: Ein zehnminütiges Testvideo mit 195,6 MB (640 × 360 Pixel, AAC-Ton) war in Chrome nach 4,6 Sekunden fertig, in der Safari-Engine WebKit nach 6,0 Sekunden. Heraus kam eine MP3 mit 13,7 MB bei 192 kbit/s, Dauer 10:00 Minuten, laut ffprobe auf 0,05 Sekunden genau. Der Name bleibt erhalten, aus „Urlaub Grüße.mp4“ wird „Urlaub Grüße.mp3“.
Kein Upload, und das können Sie selbst prüfen
Die Seite schickt keine Datei an einen Server, auch nicht an unseren. Beim Öffnen holt sie ihre Programmteile von dieser Domain, die beiden größten sind Mediabunny, das Audio- und Videodateien liest, und der MP3-Encoder LAME. Zusammen sind das rund 1 MB, komprimiert übertragen gut 300 KB. Danach geht nichts mehr hinaus. Prüfen lässt sich das in jedem Desktop-Browser: Entwicklerwerkzeuge öffnen (F12), Reiter „Netzwerk“, dann eine Datei umwandeln. Es erscheint keine Anfrage, die Ihre Datei enthält. Oder Sie laden die Seite, schalten das WLAN ab und wandeln erst dann um. Das klappt; wir haben es am 02.10.2026 in Chrome so getestet.
Welche Bitrate passt
Voreingestellt sind 192 kbit/s. Die Bitrate gilt fest für die ganze Datei (konstante Bitrate), so wie sie gewählt ist; das prüfen wir mit ffprobe nach. Pro Minute Ton ergeben sich diese Größen, gerechnet wie in der Liste (1 MB = 1.048.576 Byte):
- 128 kbit/s: 0,92 MB je Minute, gut für Sprache, Vorträge und Podcasts
- 192 kbit/s: 1,37 MB je Minute, der Normalfall für Musik
- 256 kbit/s: 1,83 MB je Minute
- 320 kbit/s: 2,29 MB je Minute, die höchste Stufe, die MP3 kennt
Ein Punkt wird oft übersehen: Der Ton in einem Video ist schon verlustbehaftet gespeichert, bei Handyvideos fast immer als AAC. Was dabei verloren ging, holt keine MP3 zurück. Liegt die Tonspur bei 128 kbit/s, bringen 320 kbit/s eine größere Datei, aber keinen besseren Klang. Für Musik aus einem Konzertmitschnitt reichen 192 kbit/s fast immer.
Stereo, Mono und mehr als zwei Kanäle
„Wie im Original“ übernimmt Stereo als Stereo und Mono als Mono. MP3 kennt höchstens zwei Kanäle. Hat ein Film 5.1-Ton, mischt das Werkzeug ihn auf Stereo herunter und schreibt das in die Liste. Die Dateigröße hängt nur an der Bitrate, nicht an der Zahl der Kanäle. Mono lohnt sich trotzdem für Sprache: Bei gleicher Bitrate bekommt der eine Kanal den ganzen Datenstrom, die Stimme klingt also eher sauberer.
Die Abtastrate bleibt erhalten, wenn MP3 sie kennt: 32.000, 44.100 oder 48.000 Hertz, so steht es in der Tabelle des MPEG-Audio-Rahmenkopfs. Andere Raten rechnet das Werkzeug um, etwa 96.000 auf 48.000 Hertz, und zeigt das an. Videos vom iPhone haben fast immer 44.100 oder 48.000 Hertz, da ändert sich nichts.
Titel und Interpret
Steht im Video ein Titel oder ein Interpret, landet er als ID3-Tag in der MP3. Fehlt der Titel, nimmt das Werkzeug den Dateinamen. So zeigt der Player auf dem Handy oder im Auto einen lesbaren Namen statt „Unbekannt“. Wer keine Angaben in der Datei haben möchte, schaltet den Haken „Titel und Interpret übernehmen“ ab. Ein Vorschaubild oder Cover überträgt das Werkzeug nicht.
Was nicht geht
Eine Datei darf bis 1 GB groß sein, die Liste nimmt bis 200 Dateien und wandelt sie nacheinander um. Ab 500 MB weist die Liste darauf hin, dass der Browser bei wenig freiem Arbeitsspeicher abbrechen kann. Gelesen wird die Datei stückweise, auch eine große Datei liegt also nie komplett im Arbeitsspeicher. Unsere größte Testdatei, eine WAV mit 952 MB und 94 Minuten, war in Chrome nach knapp zwei Minuten fertig.
Ein Video ohne Tonspur, etwa eine Bildschirmaufnahme ohne Mikrofon, meldet die Liste als solches. Ist eine Datei abgeschnitten, weil der Download oder die Kopie abgebrochen ist, fehlt bei MP4 oft das Inhaltsverzeichnis am Ende; dann lässt sie sich nicht öffnen. Kopiergeschützte Filme, zum Beispiel aus einem Videoshop gekauft, kann kein Browser-Werkzeug lesen. FLAC-Dateien dekodieren Safari und alle Browser auf iPhone und iPad nicht; am Computer gehen sie in Chrome, Edge und Firefox. Ein Link auf ein Video im Netz funktioniert nicht, das Werkzeug lädt nichts aus dem Internet, es nimmt nur Dateien, die auf Ihrem Gerät liegen.
Am Anfang jeder MP3 stehen 25 bis 35 Millisekunden Stille. Die legt der Encoder technisch bedingt vor den Ton, und das Werkzeug schreibt keinen Info-Rahmen, der sie für den Player markiert. Beim Anhören einer einzelnen Datei hört man das nicht. Lückenlos aneinander abspielen lassen sich die Dateien aber nicht: Teilen Sie ein Konzert oder Hörbuch in mehrere Videos auf, entsteht an jedem Übergang eine kurze Pause.
Am Handy: etwas Geduld und den Bildschirm anlassen
Die Seite ist für Safari auf dem iPhone und Chrome auf Android gebaut. Getestet haben wir am Rechner mit Chrome und mit WebKit, der Technik hinter Safari, nicht an einem Handy. Ein Handy rechnet langsamer. Rechnen Sie mit einem Mehrfachen, bei einer Stunde Ton also eher mit Minuten als mit Sekunden. Lassen Sie den Bildschirm an und bleiben Sie auf der Seite: Wechseln Sie die App, hält das Handy den Browser an. Die fertige MP3 liegt danach auf dem iPhone in der App „Dateien“ unter Downloads, auf Android im Ordner Download. Ältere Browser ohne die Schnittstelle WebCodecs können den AAC-Ton aus Videos nicht dekodieren; die Liste meldet das dann. WAV-Dateien gehen auch dort.
MP4 in MP3 mit VLC oder am Mac
Wer lieber ein Programm nutzt: Im kostenlosen VLC Media Player öffnen Sie „Medien“ und dann „Konvertieren/Speichern“, fügen das Video hinzu, klicken auf „Konvertieren/Speichern“ und wählen das Profil „Audio – MP3“. Das geht unter Windows 10 und 11 und am Mac. Am Mac kann auch der QuickTime Player mit „Ablage“, „Exportieren als“, „Nur Audio“ den Ton speichern, allerdings als M4A und nicht als MP3. Für ein einzelnes Video ist VLC gut; für mehrere auf einmal ist dieses Werkzeug schneller, weil Sie sie einfach alle in das Feld ziehen.