Die Vorgaben: quadratisch, JPEG, 10 kB bis 1 MB
Das Foto für das indische e-Visa hat auffällig wenige Vorgaben, und genau das macht es tückisch. Festgelegt sind nur vier Dinge: Das Bild muss quadratisch sein, es muss ein JPEG sein, es muss zwischen 10 kB und 1 MB groß sein, und der ganze Kopf muss darauf zu sehen sein — vom oberen Haaransatz bis zur Kinnunterkante, frontal und zentriert. Dazu ein heller einfarbiger oder weißer Hintergrund und keine Brille.
Was nicht festgelegt ist: eine Pixelzahl. Anders als beim US-Visum, das exakt 600 × 600 bis 1200 × 1200 Pixel verlangt, nennt die indische Behörde keine Auflösung. Das führt regelmäßig dazu, dass Tools und Ratgeberseiten Zahlen erfinden und als amtlich ausgeben. Auf dieser Seite steht deshalb ausdrücklich dabei, was unsere Entscheidung ist und was die Behörde vorgibt.
Unsere Entscheidung: 600 × 600 Pixel. Das ist groß genug, dass Gesichtszüge klar erkennbar bleiben, und klein genug, dass die JPEG-Datei zuverlässig in das Fenster zwischen 10 kB und 1 MB fällt. Wer ein Handyfoto in voller Auflösung hochlädt, reißt die Obergrenze von 1 MB fast immer — ein aktuelles Smartphone-Bild wiegt drei bis sechs Megabyte.
Beide Grenzen zählen: auch zu klein wird abgelehnt
Die meisten Größenvorgaben bei Behörden sind Obergrenzen. Indien nennt zusätzlich eine Untergrenze von 10 kB, und die ist kein Schmuck: Eine winzige Datei deutet auf ein stark heruntergerechnetes oder überkomprimiertes Bild hin, auf dem die Gesichtserkennung nichts mehr findet. Wer ein schon mehrfach weitergeleitetes Messenger-Bild verwendet, landet schnell darunter.
Das Tool misst die tatsächliche Bytezahl beim Export, nicht eine Schätzung. Liegt das Ergebnis über 1 MB, dreht es die JPEG-Qualität in fünfzehn Stufen von 95 Prozent abwärts, bis die Datei passt, und nimmt die höchste Stufe, die noch unterhalb der Grenze liegt. Liegt das Ergebnis unter 10 kB, sagt es das ausdrücklich — dann hilft keine Kompressionseinstellung, sondern nur ein Ausgangsfoto mit mehr Auflösung und mehr Detail.
Unter dem Bild steht nach jedem Zuschnitt beides: die erreichte Dateigröße und das erlaubte Fenster. Damit sehen Sie vor dem Hochladen, ob Sie durchkommen.
Warum die Hilfslinien hier anders gemeint sind
Auf der Seite für das US-Visum stehen die drei Hilfslinien an Positionen, die sich unmittelbar aus den amtlichen Prozentwerten ergeben: Kopfhöhe 50 bis 69 Prozent, Augenlinie 56 bis 69 Prozent von unten. Für Indien gibt es solche Werte nicht. Die Vorgabe lautet sinngemäß nur: ganzer Kopf im Bild, Gesicht zentriert, frontal.
Deshalb sind die Linien hier eine Orientierung nach dem üblichen Passbildaufbau, und die Seite sagt das auch so. Sie helfen beim Ausrichten und beim Prüfen, ob oben genug Luft über dem Haaransatz bleibt und unten das Kinn nicht angeschnitten wird. Eine amtliche Autorität haben sie nicht, und wir tun auch nicht so. Eine erfundene Zahl auf einer Seite, die andere Leute für ihren Visumantrag benutzen, wäre der schlechteste denkbare Handel gegen etwas mehr Textfülle.
Die häufigsten Ablehnungsgründe
Nicht quadratisch. Der mit Abstand häufigste Fehler. Handyfotos sind 4:3 oder 3:4, nie quadratisch. Das Antragssystem weist rechteckige Bilder zurück. Genau dafür ist der Zuschnitt oben da.
Datei zu groß. Das unbearbeitete Foto aus der Kamera-App überschreitet 1 MB fast immer.
Brille auf. Ausdrücklich verboten, und aus deutschen Gewohnheiten heraus leicht übersehen.
Kopf angeschnitten. Wer zu eng zuschneidet, verliert oben Haare oder unten das Kinn. Gefordert ist der ganze Kopf.
Unruhiger Hintergrund. Gefordert ist eine helle einfarbige Fläche. Regal, Tapetenmuster oder Türrahmen sind ein Ablehnungsgrund — und sie treiben nebenbei die Dateigröße, weil JPEG an Kanten und Mustern viel Platz verbraucht.
Dazu die üblichen Punkte: neutraler Gesichtsausdruck, Mund geschlossen, beide Augen offen und sichtbar, keine Kopfbedeckung außer aus religiösen Gründen, gleichmäßiges Licht ohne Schatten hinter dem Kopf. Ein Meter Abstand zur Wand löst das Schattenproblem zuverlässig.
e-Visa und Visum im Reisepass sind nicht dasselbe
Diese Seite bildet die Vorgaben für das elektronische Visum ab, das online über das Portal der indischen Einwanderungsbehörde beantragt wird und das für Tourismus, Geschäftsreisen und Medizinreisen der übliche Weg ist. Das Foto wird dort als Datei hochgeladen, ein Ausdruck ist nicht nötig.
Für ein herkömmliches Visum, das als Aufkleber in den Reisepass kommt, läuft der Antrag über die zuständige Auslandsvertretung oder einen beauftragten Visa-Dienstleister. Dort ist meist ein gedrucktes Foto im Format 2 × 2 Zoll verlangt — dieselbe Größe wie beim US-Visum. Den Druckbogen dafür legt das Tool oben mit an: zwei Bilder auf 10 × 15 cm Fotopapier. Mehr passen nicht, denn zwei Fotos à 2 Zoll nebeneinander brauchen 101,6 mm und das Blatt ist nur 100 mm breit. Prüfen Sie die genauen Anforderungen trotzdem beim Dienstleister, der für Ihren Wohnort zuständig ist.
Was dieses Tool leistet und was nicht
Das Tool schneidet quadratisch zu, zeigt Hilfslinien für die Kopfposition, erzeugt ein JPEG und hält dabei die Dateigrößengrenzen ein. Es beurteilt nicht, ob der Hintergrund hell genug ist, ob das Licht gleichmäßig fällt oder ob Ihr Gesichtsausdruck neutral wirkt. Es tauscht auch den Hintergrund nicht aus — das ginge nur mit Serververarbeitung und würde genau das aufgeben, wofür diese Seite da ist. Eine Garantie auf Annahme gibt es nicht; darüber entscheidet allein die indische Behörde.
Andere Formate aus derselben Werkstatt
Das US-Visum-Foto ist ebenfalls quadratisch und ebenfalls ohne Brille, hat aber exakte Pixelvorgaben und eine deutlich schärfere Obergrenze von 240 kB. Beim Führerschein-Foto gelten deutsche Maße von 35 × 45 mm, dort sind Brillen erlaubt und ein selbst zugeschnittenes Papierfoto ist weiterhin zulässig. Für Bewerbung, Mitglieds- oder Firmenausweis gibt es das biometrische Passbild-Studio.