Quadratisch, JPEG, unter 240 kB — daran scheitern die meisten
Das US-Visumfoto ist eines der wenigen amtlichen Formate, bei denen die Vorgaben vollständig in Zahlen stehen: quadratisch, mindestens 600 × 600 und höchstens 1200 × 1200 Pixel, JPEG mit 24 Bit Farbtiefe im sRGB-Farbraum, höchstens 240 kB Dateigröße. Genau diese Präzision ist die Hürde. Ein Handyfoto hat heute 12 Megapixel und wiegt drei bis sechs Megabyte — das ist das Zwanzigfache der erlaubten Dateigröße. Wer es einfach hochlädt, bekommt vom Consular Electronic Application Center eine Fehlermeldung und keinen Hinweis darauf, welche der Vorgaben gerissen wurde.
Dieses Tool schneidet auf 600 × 600 Pixel zu, den unteren Wert des erlaubten Fensters. Das ist Absicht: Bei 1200 × 1200 Pixel bekommt man 240 kB nur mit spürbar schlechterer JPEG-Qualität hin, bei 600 × 600 bleibt reichlich Luft. Für die Gesichtserkennung im Antragssystem ist die kleinere Variante völlig ausreichend, sie ist ja ausdrücklich zugelassen.
Wie die Dateigröße automatisch unter die Grenze kommt
JPEG hat einen Qualitätsregler von 0 bis 100. Je höher die Qualität, desto größer die Datei — aber wie groß genau, hängt vom Bildinhalt ab. Ein Porträt vor einer glatten weißen Wand komprimiert sich hervorragend, dasselbe Porträt vor einer Raufasertapete kann doppelt so groß werden, weil das Muster viel Detail erzeugt.
Deshalb lässt sich die richtige Qualitätsstufe nicht vorher ausrechnen. Das Tool probiert sie aus: Es beginnt bei 95 Prozent, misst die tatsächliche Bytezahl der erzeugten Datei, und dreht in fünfzehn Stufen herunter, bis das Ergebnis unter 240.000 Byte liegt. Die erste Stufe, die passt, wird genommen — so bekommen Sie die bestmögliche Qualität unterhalb der Grenze und nicht irgendeine. Unter dem Bild steht danach beides: die erreichte Dateigröße und das Limit.
Ein Detail am Rande, das überraschend oft für Ablehnungen sorgt: 240 kB sind 240.000 Byte, nicht 245.760. Wer in Kibibyte rechnet, also mit 1.024 statt 1.000, liefert eine Datei aus, die auf dem Papier passt und im System abgelehnt wird. Dieses Tool rechnet dezimal.
Sollte selbst die niedrigste Qualitätsstufe nicht ausreichen, sagt das Tool es Ihnen. Das passiert praktisch nur bei sehr unruhigen Hintergründen. Die Lösung ist dann nicht mehr Kompression, sondern ein neues Foto vor einer glatten hellen Wand.
Kopfhöhe und Augenlinie: warum Prozent und nicht Millimeter
Die amtlichen Vorgaben zur Kopfgröße stehen in Prozent der Bildhöhe: Der Kopf vom Kinn bis zum Scheitel nimmt 50 bis 69 Prozent ein, die Augen liegen 56 bis 69 Prozent der Bildhöhe über dem unteren Rand. Das klingt umständlich, ist aber der einzig belastbare Weg. Die Millimeterangaben auf den Behördenseiten widersprechen sich nämlich selbst — an einer Stelle steht 1 Zoll entspreche 22 mm, an anderer 25 mm. Auf Prozentwerte ist Verlass, auf die Umrechnung nicht.
Die Hilfslinien im Tool sind entsprechend gesetzt: Kopfhöhe 60 Prozent, Augenlinie 62,5 Prozent von unten. Beides liegt mittig im erlaubten Fenster, damit eine kleine Ungenauigkeit beim Schieben nicht aus der Norm führt. Praktisch heißt das: Der Scheitel gehört auf die grüne Linie, das Kinn auf die orange. Die blaue Linie ist die Kontrolle — sitzen die Augen deutlich darüber oder darunter, stimmt der Bildausschnitt in der Höhe nicht.
Hintergrund, Ausdruck, Alter des Fotos
Gefordert ist ein weißer oder gebrochen weißer Hintergrund, gleichmäßig ausgeleuchtet und ohne Schatten. Ein Meter Abstand zur Wand verhindert den harten Schattenrand hinter dem Kopf. Der Gesichtsausdruck ist neutral, beide Augen sind offen, der Mund geschlossen. Kopfbedeckungen sind nur aus religiösen Gründen zulässig und dürfen das Gesicht von Haaransatz bis Kinn nicht verdecken.
Das Foto darf nicht älter als sechs Monate sein und muss Ihr aktuelles Aussehen zeigen. Wer seit der letzten Aufnahme einen Bart hat oder die Haarfarbe gewechselt hat, braucht ein neues Bild. Und noch eine Selbstverständlichkeit, die trotzdem regelmäßig schiefgeht: Reichen Sie nicht dasselbe Foto ein, das in Ihrem Reisepass klebt.
ESTA ist etwas anderes — dort brauchen Sie ein Selfie
Wer als deutscher Staatsangehöriger touristisch in die USA reist, braucht in der Regel kein Visum, sondern eine ESTA-Genehmigung im Rahmen des Visa-Waiver-Programms. Dafür ist dieses Tool nicht gedacht. ESTA verlangt ausdrücklich ein Selfie, das sich vom Passfoto unterscheiden muss; wird dasselbe Bild eingereicht, wird der Antrag storniert. Es gibt dort keine Maßvorgaben, keine Hilfslinien und nichts zuzuschneiden. Machen Sie ein frisches Handyfoto und laden Sie das hoch.
Das hier gebaute Format ist für das richtige Visum gedacht: Besuchervisum B-1/B-2, Studienvisum F-1, Arbeitsvisa und alle anderen Kategorien, die über das Formular DS-160 laufen.
Der Druckbogen: zwei Bilder, nicht vier
Wenn Sie zusätzlich ein gedrucktes Foto brauchen — manche Konsulate verlangen es zum Termin —, legt das Tool einen Bogen für 10 × 15 cm Fotopapier an. Darauf passen genau zwei Bilder, untereinander. Der Grund ist einfache Arithmetik: Zwei Fotos à 2 Zoll nebeneinander brauchen 101,6 mm, das Blatt ist aber nur 100 mm breit. Wer das Raster gedankenlos von einem deutschen Passbild-Tool übernimmt, druckt einen abgeschnittenen Rand. Schneiden Sie entlang der dünnen grauen Rahmen.
Andere Formate aus derselben Werkstatt
Für das indische e-Visa gilt ebenfalls quadratisch und JPEG, aber mit einem ganz anderen Größenfenster von 10 kB bis 1 MB und ohne jede Pixelvorgabe. Wer ein deutsches Dokument braucht: Beim Führerschein-Foto dürfen Sie weiterhin selbst zuschneiden, dort gelten 35 × 45 mm und Brillen sind erlaubt. Für Bewerbung und Mitgliedsausweise gibt es das biometrische Passbild-Studio.