So füllen Sie eine PDF in drei Schritten aus
- PDF öffnen. Das Werkzeug liest die Datei und meldet, was es gefunden hat: wie viele Seiten, wie viele Formularfelder welcher Art, ob die Datei geschützt ist oder XFA-Daten enthält.
- Ausfüllen. Unter oder neben der Vorschau stehen die Felder der angezeigten Seite, beschriftet mit der Kurzbeschreibung, die der Herausgeber hinterlegt hat (beim Kindergeldantrag etwa „Familienname der antragstellenden Person“). Kästchen und Optionsfelder kreuzen Sie direkt in der Vorschau an. Bei Feldern mit Zeichenkästchen, wie Steuer-ID oder IBAN, steht dabei, wie viele Zeichen hineinpassen.
- Speichern. „Ausgefüllte PDF erstellen“ schreibt eine neue Datei mit dem Zusatz „-ausgefuellt“. Darunter steht ein Protokoll: wie viele Felder gesetzt wurden, was gekürzt oder ersetzt werden musste. Mit „Ergebnis in der Vorschau ansehen“ sehen Sie die neue Datei so, wie sie jedes PDF-Programm zeigt.
Was mit Ihrer Datei passiert
Die PDF wird mit der Dateiauswahl Ihres Browsers gelesen und nie gesendet. Zum Anzeigen dient pdf.js von Mozilla (Version 6.3.289, etwa 1,8 MB), zum Schreiben pdf-lib 1.17.1 (513 KB). Beide lädt die Seite erst, wenn Sie eine PDF wählen, und nur von dieser Domain. Bei geschützten Formularen kommt qpdf 12.2 dazu (1,3 MB, als WebAssembly). Beim Test am 02.10.2026 haben wir in Chromium und WebKit (den Engines von Chrome und Safari) jede Anfrage protokolliert, die die Seite beim Öffnen, Ausfüllen und Speichern stellt: Keine enthielt Dateiinhalt oder eingegebene Werte. Sind die Bibliotheken einmal geladen, füllt das Werkzeug auch ohne Internetverbindung aus. Nach dem Speichern meldet die Seite nur anonym, dass das Werkzeug benutzt wurde.
Gerade Anträge enthalten Steuer-ID, IBAN, Geburtsdaten der Kinder und das Einkommen. Solche Daten gehören nicht auf einen fremden Server, nur weil ein Formular am Bildschirm ausgefüllt werden soll.
PDF ohne Formularfelder ausfüllen
Viele PDFs sind eingescannte oder einfach gedruckte Formulare ohne ein einziges Feld. Dann tippen Sie auf „Text hinzufügen“ und auf die Stelle, an der etwas stehen soll. Den Text verschieben Sie mit dem Finger oder der Maus, feiner geht es über die Angaben in Millimetern: Abstand vom linken und vom oberen Rand der sichtbaren Seite, gemessen an der linken oberen Ecke des Textes. Ein Beispiel: Steht auf dem Papier die Linie „Name“ 52 mm unter dem oberen Rand, setzen Sie den Text bei 11 pt Schriftgröße auf etwa 48 mm. Zur Wahl stehen Helvetica, Times und Courier in 6 bis 36 Punkt.
Der Text wird in den Seiteninhalt geschrieben, nicht als Kommentar. Er ist damit in jedem Programm sichtbar und druckt mit. Gedrehte Seiten und Seiten mit Beschnitt (CropBox) rechnet das Werkzeug richtig um. In unseren Referenzfällen sitzt der Text bei 0°, 90° und 270° Drehung auf weniger als ein Zehntel Punkt (0,04 mm) genau an der berechneten Stelle.
Behördenformulare: Schutz, XFA und der Kindergeldantrag
Behörden erstellen ihre Formulare oft mit Adobe LiveCycle Designer. Der Kindergeldantrag KG 1 (Stand 01/25) ist ein typischer Fall: Die Datei ist mit AES-128 verschlüsselt, lässt sich ohne Passwort öffnen, und der Herausgeber hat in den Zugriffsrechten festgelegt, was erlaubt ist. Ausfüllen ja, drucken ja, Text kopieren oder die Seiten ändern nein. Dazu kommen zwei Formularbeschreibungen in einer Datei: die normale (AcroForm, 83 Textfelder und 9 Kontrollkästchen) und eine XFA-Beschreibung, die nur Adobe-Programme lesen.
Das Werkzeug geht damit so um: Es liest die Rechte und füllt nur, wenn Ausfüllen erlaubt ist. Die ausgefüllte Datei bekommt dieselbe Verschlüsselung mit denselben Rechten zurück. Freien Text und das Einbrennen schaltet es bei solchen Dateien ab, weil der Herausgeber Änderungen am Seiteninhalt verboten hat. Die XFA-Daten entfernt es, sonst würde Adobe Reader die leere XFA-Fassung zeigen statt Ihrer Eingaben. Rechenfunktionen und Prüfregeln, die manche Formulare in XFA mitbringen, laufen dadurch nicht mehr: Summen rechnen Sie selbst.
Reine XFA-Formulare (Browser zeigen dann „Bitte warten …“ oder „Zum Anzeigen benötigen Sie Adobe Reader“) haben gar keine normalen Felder. Diese erkennt das Werkzeug und sagt es, statt eine leere Datei zu speichern. PDFs mit Öffnen-Passwort oder mit gesperrtem Ausfüllen lehnt es ab. Es knackt nichts.
Umlaute und Sonderzeichen
Formularfelder in PDFs nutzen fast immer die eingebauten Standardschriften. Die kennen die westeuropäischen Zeichen des Zeichensatzes WinAnsi: ä, ö, ü, ß, é, ç, das Euro-Zeichen und die deutschen Anführungszeichen gehen. Ein polnisches ł, ein tschechisches č oder kyrillische Buchstaben gehen nicht. Das Werkzeug schreibt solche Zeichen um (ł wird l, č wird c) und zeigt schon beim Tippen an, was es ersetzt. Zeichen ohne Umschreibung, etwa Emojis, fallen weg und stehen ebenfalls im Protokoll. Für Namen in kyrillischer Schrift ist das Werkzeug deshalb nicht geeignet.
Felder einbrennen: wann es sinnvoll ist
Normalerweise bleiben die Felder nach dem Speichern Felder. Sie können die Datei später wieder öffnen und Werte ändern, und Behörden mit Auslesesoftware finden die Werte an der erwarteten Stelle. „Felder einbrennen“ schreibt die Werte dagegen fest auf die Seite und entfernt alle Felder. Das lohnt sich, wenn ein Empfänger die Angaben nicht versehentlich ändern soll, oder wenn ein altes Programm leere Felder statt Werten zeigt. Für Anträge, die eine Behörde maschinell liest, lassen Sie die Felder besser stehen.
PDF ausfüllen am iPhone und Android-Handy
Das Werkzeug läuft in Safari und Chrome auf dem Handy. Die Felder der angezeigten Seite stehen unter der Vorschau, ein Tipp auf ein Feld in der Vorschau holt die passende Eingabe nach oben. Mehrseitige Formulare blättern Sie mit den Pfeilen; Ihre Eingaben auf anderen Seiten bleiben erhalten. Die fertige Datei speichert das iPhone über „Herunterladen“ in „Dateien“ unter „Downloads“, Android im Ordner „Download“.
Grenzen des Werkzeugs
- Digitale Signaturfelder füllt es nicht, Unterschriften setzen Sie mit PDF unterschreiben. Eine bestehende digitale Signatur wird durch das Ausfüllen ungültig; das Werkzeug warnt davor.
- Die Datei wird beim Speichern neu geschrieben. Inhalt und Aussehen bleiben, die Dateigröße kann sich ändern.
- Freier Text ist schwarz und einzeilig. Bilder oder Häkchen-Symbole setzt das Werkzeug nicht; für ein Kreuz auf Papierformularen nehmen Sie ein großes X.
- Rechenfelder (Summen, Datumsprüfungen) rechnen nicht mit, weil dafür JavaScript in der PDF laufen müsste.
- Größe bis 100 MB. Bei sehr großen Formularen mit vielen Bildern kann ein älteres Handy langsam werden.