So funktioniert der Pixelfehler-Test
Der Test füllt den ganzen Bildschirm nacheinander mit Schwarz, Weiß, Rot (#FF0000), Grün (#00FF00) und Blau (#0000FF), zum Schluss mit Grau 50 %. Zum Weiterschalten genügen ein Klick, ein Tippen, die Leertaste oder der Pfeil nach rechts, mit dem Pfeil nach links gehen Sie zurück, Escape beendet den Test. Der Mauszeiger verschwindet nach zwei Sekunden. Der kurze Hinweis „Farbe 2/6“ blendet sich nach anderthalb Sekunden aus, damit er keine Pixel verdeckt.
Gehen Sie mit dem Gesicht nah an den Bildschirm und suchen Sie jede Fläche ab. Was sich von der Farbe abhebt, ist ein Kandidat. Die Seite findet Fehler nicht selbst, denn Kamera und Bildschirm sind nicht verbunden. Es wird nichts aufgezeichnet und nichts hochgeladen. Der zweite Teil des Werkzeugs rechnet für Ihre Auflösung aus, wie viele Fehler die Pixelfehlerklassen 0 bis IV nach ISO 9241-307 zulassen. Für das Vollbild nutzt der Test die Fullscreen API Ihres Browsers.
Toter Pixel, hängender Pixel, Subpixel: der Unterschied
Jeder Bildpunkt besteht aus drei Subpixeln in Rot, Grün und Blau. Fällt ein ganzer Bildpunkt aus, bleibt er auf jeder Fläche schwarz. Das nennt man toten Pixel, in den Klassen ist es der Fehlertyp 2. Ein hängender Pixel leuchtet dagegen ständig und fällt vor allem auf Schwarz auf, das ist Typ 1. Beim Typ 3 ist nur ein Subpixel defekt: Der Punkt zeigt dann auf einer weißen Fläche eine Farbe, die nicht passt, oder bleibt auf einer Grundfarbe dunkel.
Das Merkblatt von FORTEC Integrated trennt scharf: Schwarze Pixelfehler lassen sich nicht beheben. Oft liegt der Fehler aber nur im Subpixel, und dann gibt es unter Umständen die Möglichkeit, es wiederzubeleben. Streifen, flackernde Bereiche oder ganze Zeilen kommen dagegen auch durch ein Kabel- oder Treiberproblem zustande und sind dann kein Pixelfehler. Tritt das Problem nach einem Treiberupdate auf und zeigt Windows dazu einen Fehlercode, hilft die Übersicht der Windows-Fehlercodes bei der Einordnung.
Pixelfehlerklassen nach ISO 9241-307
Panels werden nach der Zahl der zulässigen Pixelfehler in Klassen eingeteilt. Klasse 0 lässt keinen Fehler zu, die übrigen Klassen erlauben eine begrenzte Zahl je Million Pixel. Die Klassen stehen in der Norm ISO 9241-307, die älteren Namen stammen aus ISO 13406-2. Die Norm selbst kostet Geld und wird hier nicht zitiert. Die Werte unten stammen aus dem Merkblatt von FORTEC Integrated, einem Anbieter von Displays (Stand 2025-03), je 1 Million Pixel.
| Klasse | Alte Klasse | Typ 1 leuchtend | Typ 2 schwarz | Typ 3 Subpixel |
|---|---|---|---|---|
| 0 | I | 0 | 0 | 0 |
| I | – | 1 | 1 | Kombination: 2−n leuchtend und 2·n+1 schwarz, n∈[0;2] |
| II | II | 2 | 2 | Kombination: 5−n leuchtend und 2·n schwarz, n∈[0;5] |
| III | III | 5 | 15 | bis 50 |
| IV | IV | 50 | 150 | bis 150 |
Viele Hersteller haben eigene, strengere Pixelgarantien. Maßgeblich sind die Garantiebedingungen Ihres Herstellers, nicht diese Tabelle. Auch andere Merkblätter können abweichen. Bei Klasse IV nennt FORTEC bis zu 150 Subpixel je Million. Vergleichen Sie im Zweifel mit dem Datenblatt Ihres Geräts.
Wie viele Pixelfehler sind bei meinem Monitor erlaubt?
Der Rechner oben multipliziert den Grenzwert je Million mit der Zahl Ihrer Pixel in Millionen und rundet ab. So rechnet auch FORTEC: Bei 1.920 × 1.080 sind es 2,0736 Millionen Pixel, bei Klasse II also 4,15 und damit 4 Pixel je Typ oder insgesamt 10 defekte Subpixel. Ein 4K-Monitor mit 3.840 × 2.160 Pixeln hat 8,2944 Millionen und darf in Klasse II je 16 leuchtende und schwarze Pixel haben. Bei WQHD (2.560 × 1.440) sind es 7.
Bei sehr kleinen Auflösungen führt das Abrunden zu einem Randfall: 800 × 600 sind 0,48 Millionen Pixel, 2 × 0,48 ergibt 0,96, abgerundet 0. Ob ein Hersteller dann aufrundet, steht in seinen Bedingungen. Die Kombinationsregeln für Subpixel bei Klasse I und II gibt die Seite nur so wieder, wie sie in der Tabelle stehen, und legt sie nicht selbst aus.
Pixelfehler am Handy und OLED testen
Safari auf dem iPhone bietet die Vollbild-Schnittstelle für Elemente nicht an, auf dem iPad gibt es sie ab iPadOS 16.4. Dort füllt die Farbfläche stattdessen das ganze Browserfenster. Die Statusleiste am oberen Rand bleibt sichtbar. Drehen Sie das Handy, um den Streifen zu prüfen, der sonst verdeckt bleibt. Wischen Sie den Bildschirm vorher ab: Staub und Fusseln auf der Folie sehen auf einer einfarbigen Fläche aus wie tote Pixel.
Bei OLED-Geräten ist Grau 50 % die aufschlussreiche Fläche. Sie macht Einbrennen sichtbar, also Schatten früherer Bildelemente. Das ist kein Pixelfehler im Sinne der Klassen und fällt nicht unter diese Tabelle.
Lassen sich Pixelfehler beheben?
Tote Pixel nicht. Bei hängenden Subpixeln kann die Flackerfläche helfen: Sie tippen auf die Stelle des Fehlers, und dort wechselt ein kleines Feld zehn Sekunden lang zwischen Rot, Grün, Blau und Weiß. Es sind zwei Wechsel pro Sekunde, bewusst langsam und unter der Grenze von drei Blitzen pro Sekunde, die die Richtlinie WCAG 2.3.1 zieht. Vorher müssen Sie die Warnung vor Lichtreizen bestätigen. Ein Versprechen ist das nicht, manche Subpixel reagieren, andere nicht.
Das FORTEC-Merkblatt beschreibt außerdem eine Massage mit Wattestäbchen oder Mikrofasertuch. Wir raten davon ab. Druck auf ein Display kann weitere Fehler verursachen, und ein beschädigtes Panel macht jede Reklamation schwieriger. Flackert das Bild nur unter Last oder in einzelnen Programmen, liegt es eher an Grafiktreiber oder Auslastung als am Panel. Dazu passt der Ratgeber zu den Ursachen für einen langsamen PC.
Reklamation: Garantie und Händler
Prüfen Sie zuerst, welche Pixelfehlerklasse für Ihr Gerät gilt und was der Hersteller in seiner Garantie zusagt. Machen Sie ein Foto der Fläche mit dem Fehler und notieren Sie Datum und Farbe. Zeigen Sie das dem Händler oder dem Hersteller. Ob im Einzelfall ein Mangel vorliegt, sagt diese Seite nicht, sie ersetzt keine Rechtsberatung.
Wer sich bei Ursache und Treiber nicht sicher ist, kann per Fernwartung prüfen lassen, ob die Grafikeinstellungen schuld sind. Richten Sie einen neuen Rechner ein, hilft vorab der Check, ob er Windows 11 kompatibel ist. Zum Prüfen der übrigen Geräte gehört der Webcam-Test.