Was EXIF-Daten über ein Foto verraten
Jede Handykamera schreibt zu einem Foto einen Block mit Zusatzangaben in die Datei, nach dem Exif-Standard (CIPA DC-008). Darin stehen Hersteller und Modell, oft die Seriennummer des Geräts, der Aufnahmezeitpunkt auf die Sekunde, Belichtungszeit, Blende und Brennweite. Ist die Ortung an, kommt der GPS-Standort dazu, meist mit Höhe über dem Meer und Blickrichtung. Ein Breitengrad mit sechs Nachkommastellen ist auf etwa elf Zentimeter genau. Bei einem Foto aus dem eigenen Garten ist das die Wohnadresse.
Ein Beispiel aus den Testbildern dieser Seite: Ein JPG zeigt „Canon EOS 250D“, „14.09.2026, 15:42:07“, Seriennummer „SN-4711“ und den Standort 52° 22′ 33,12″ N, 9° 44′ 7,08″ O, das ist die Innenstadt von Hannover. Nichts davon sieht man dem Bild an. Wer es per E-Mail bekommt, kann es mit einem Rechtsklick lesen.
Zwei Stellen übersieht man leicht. Viele Kameras legen ein kleines Vorschaubild in den EXIF-Block, manche Programme zusätzlich in den JFIF-Kopf oder dessen Erweiterung JFXX. Hat ein Bearbeitungsprogramm nur das große Bild zugeschnitten, zeigt dieses Vorschaubild noch den alten Ausschnitt. Und viele Android-Handys hängen an JPGs hinter dem eigentlichen Bildende weitere Bilder an, etwa eine Tiefenkarte für den Porträtmodus oder eine HDR-Zusatzebene. Diese Zweitbilder tragen eigene Metadaten. Das Werkzeug listet beides auf und entfernt es mit.
So entfernt das Werkzeug die Metadaten, ohne das Bild neu zu speichern
Die meisten Programme öffnen das Foto, zeichnen es neu und speichern es wieder als JPG. Dabei gehen die Metadaten verloren, aber das Bild wird auch ein zweites Mal komprimiert und verliert etwas Schärfe. Dieses Werkzeug geht einen anderen Weg. Ein JPG besteht nach der Norm ITU-T T.81 aus einzelnen Abschnitten mit eigener Kennung. EXIF und XMP stehen im Abschnitt APP1, IPTC-Angaben aus Photoshop in APP13, Kommentare in COM. Das Werkzeug liest die Abschnitte der Reihe nach, lässt diese weg und kopiert alle übrigen unverändert in die neue Datei: Quantisierungstabellen, Huffman-Tabellen und die komprimierten Bilddaten. Alles hinter der Endmarke FFD9 fällt ebenfalls weg.
Bei PNG funktioniert das genauso mit den Chunks eXIf, tEXt, iTXt, zTXt und tIME. Bei WebP werden die Chunks EXIF und XMP entfernt und die Kennzeichen im VP8X-Kopf angepasst. Geprüft ist das mit elf Testbildern: Die Bibliothek Pillow findet in den bereinigten Dateien keinen EXIF-Eintrag mehr außer der Ausrichtung, und die entschlüsselten Pixel sind bei allen elf identisch mit dem Original. Das unabhängige Prüfprogramm ExifTool 13.59 findet im bereinigten JFXX-Testbild weder ein Vorschaubild noch den XMP-Standort.
Ausrichtung und Farbprofil: warum zwei Häkchen gesetzt sind
Handys speichern Hochkantfotos oft quer und schreiben nur in die EXIF-Daten, dass das Bild beim Anzeigen um 90 Grad gedreht werden soll (Orientation 6). Fehlt diese Angabe, liegt das Foto beim Empfänger auf der Seite. Ist das Häkchen „Ausrichtung behalten“ gesetzt, schreibt das Werkzeug deshalb einen neuen EXIF-Block, der nur diese eine Zahl enthält, 36 Byte groß, ohne Kamera, Zeit oder Ort. Bei Fotos mit normaler Ausrichtung entfällt der Block ganz. Wer gar keinen EXIF-Block will, nimmt das Häkchen weg und dreht das Bild danach selbst.
Das Farbprofil (ICC) beschreibt, wie die Farbwerte gemeint sind, etwa „Display P3“ beim iPhone. Es enthält keine persönlichen Angaben. Ohne Profil zeigen manche Programme die Farben blasser an. Deshalb bleibt es standardmäßig in der Datei.
Welche Formate das Werkzeug liest und bereinigt
| Format | Angezeigt wird | Beim Entfernen |
|---|---|---|
| JPG | EXIF mit GPS, XMP, IPTC, Kommentar, Farbprofil, Vorschaubilder (EXIF, JFIF, JFXX), angehängte Zweitbilder | Abschnitte werden herausgeschnitten, Bilddaten bitgleich |
| PNG | eXIf, Texte (tEXt, iTXt, zTXt), Änderungszeit (tIME) | Chunks werden herausgeschnitten, Bilddaten bitgleich |
| WebP | EXIF, XMP, Farbprofil | Chunks werden herausgeschnitten, Kopf angepasst |
| HEIC, AVIF | EXIF mit GPS, XMP | Metadaten werden mit Leerdaten überschrieben, Dateigröße bleibt gleich |
Die Vorschau eines HEIC-Fotos zeigt nur Safari an. Auslesen und Bereinigen klappt trotzdem in jedem aktuellen Browser, weil das Werkzeug die Datei selbst zerlegt und nicht auf den Bilddecoder des Browsers angewiesen ist. Wer ein HEIC ohnehin als JPG braucht, wandelt es zuerst mit HEIC in JPG konvertieren um und prüft das Ergebnis hier.
EXIF-Daten am iPhone, unter Android, Windows und Mac entfernen
Am iPhone können Sie beim Teilen oben auf „Optionen“ tippen und den Ort abschalten. Dann fehlt beim Empfänger der GPS-Standort, Kameramodell und Aufnahmezeit gehen aber mit. Unter Android lässt sich das Speichern des Standorts in den Einstellungen der Kamera-App abschalten; wie die Option heißt, hängt vom Hersteller ab. Das gilt nur für neue Fotos.
Unter Windows klicken Sie im Explorer mit der rechten Maustaste auf das Foto, wählen Eigenschaften, dann die Registerkarte Details und unten „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“. Am Mac zeigt die App Vorschau im Informationsfenster den Ort und bietet an, ihn zu entfernen. Beide Wege kümmern sich vor allem um EXIF. XMP-Einträge aus Bildbearbeitungen, IPTC-Urheberangaben und angehängte Zweitbilder bleiben dabei oft stehen. Dieses Werkzeug zeigt sie an, und Sie sehen nach dem Bereinigen in der Tabelle „Vorher und nachher“, was noch übrig ist.
Die Menüwege oben beschreiben den Stand vom 01.10.2026 (iOS 26, Windows 11, macOS 26). Eine Herstellerseite, die sie wörtlich bestätigt, war an diesem Tag nicht abrufbar. Apple und Microsoft benennen Menüpunkte bei Updates gelegentlich um; heißt ein Punkt bei Ihnen anders, ist der Weg meist trotzdem derselbe.
Messenger, E-Mail und soziale Netzwerke
Ob ein Messenger oder ein soziales Netzwerk Metadaten beim Hochladen entfernt, legt jeder Dienst selbst fest, und er kann es jederzeit ändern. Verlässlich ist nur das Gegenteil: Eine Datei, die Sie über einen Cloud-Link, auf einem USB-Stick oder im Messenger „als Dokument“ verschicken, kommt Byte für Byte beim Empfänger an, mit GPS-Standort und Seriennummer. Als E-Mail-Anhang ist das in der Regel genauso. Eine Ausnahme ist, wenn das Mailprogramm das Bild beim Senden verkleinert, etwa iPhone-Mail mit der Wahl „Klein“, „Mittel“ oder „Groß“ oder Outlook bei großen Anhängen. Dann wird das Foto neu gespeichert, und was dabei an Metadaten übrig bleibt, legt das Programm fest. Wer wissen will, was ein Dienst durchlässt, schickt sich ein Foto selbst, speichert die empfangene Datei und lädt sie hier. Die Tabelle zeigt dann, was angekommen ist.
Was die Seite mit Ihrem Foto macht
Nichts außerhalb Ihres Geräts. Der Browser liest die Datei, das Programm auf dieser Seite zerlegt sie und baut die neue Datei im Arbeitsspeicher zusammen. Im Netzwerkprotokoll des Browsers ist beim Laden und Bereinigen eines Fotos keine Anfrage zu sehen, die Bilddaten enthält. Gemeldet wird nur anonym, dass das Werkzeug benutzt wurde, ohne Dateiname und ohne Inhalt. Eine Karte für den GPS-Standort bindet die Seite bewusst nicht ein, weil schon das Laden der Kartenkacheln den Ort an einen fremden Server verraten würde. Nach dem Schließen des Tabs ist nichts gespeichert. Ist die Seite einmal geladen, funktioniert sie auch ohne Internetverbindung.