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Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag berechnen

Der Rechner ermittelt aus dem Tag, an dem die Kündigung zugeht, und dem Beginn des Arbeitsverhältnisses das frühestmögliche Ende nach § 622 BGB: vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, für Arbeitgeber die Staffel von einem bis sieben Monaten, zwei Wochen in der Probezeit und eine längere vertragliche Frist, wenn Sie eine eintragen. Er nennt den letzten Zugangstag für dieses Ende und legt beide Termine als Kalenderdatei ab.

Von · · Rechtsstand: 26.09.2026 · · Datenquelle: § 622 BGB, § 623 BGB

Angaben zur Kündigung

Gerechnet wird in Ihrem Browser; Ihre Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Bei Übergabe im Büro der Tag der Übergabe, beim Briefkasten der Tag, an dem man ihn üblicherweise leert.

Leer lassen, wenn im Vertrag „gesetzliche Kündigungsfrist“ steht. Tarifliche Fristen rechnet das Tool nicht.

Dann rechnet das Tool zusätzlich rückwärts: bis wann die Kündigung für diesen Termin zugehen muss.

Ergebnis

Rechenweg Schritt für Schritt mit Paragraf. Die Termine lassen sich als Kalenderdatei speichern.

Tragen Sie links die Angaben ein und klicken Sie auf „Frist berechnen“.

Vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende

Die Grundfrist steht in § 622 Abs. 1 BGB: vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats. Vier Wochen sind 28 Tage, nicht ein Monat. Ab dem Tag nach dem Zugang zählen Sie 28 Tage und nehmen dann den nächsten 15. oder Monatsletzten, der nicht davor liegt. Geht die Kündigung am Donnerstag, 17. September 2026, zu, enden die 28 Tage am 15. Oktober, und genau dann endet auch das Arbeitsverhältnis. Einen Tag später, am 18. September, reicht es nur noch bis zum 31. Oktober 2026.

Diese Frist gilt für Arbeitnehmer unabhängig davon, wie lange sie im Betrieb sind. Wer nach zehn Jahren selbst kündigt, hat ohne andere Regelung im Vertrag weiter vier Wochen. Viele Arbeitsverträge verlängern die Staffel aber ausdrücklich auch für den Arbeitnehmer; dann gilt das Vertragliche. Länger als für den Arbeitgeber darf die Frist für den Arbeitnehmer nie sein (§ 622 Abs. 6 BGB).

Staffel für die Kündigung durch den Arbeitgeber

Kündigt der Arbeitgeber, wird die Frist mit der Dauer des Arbeitsverhältnisses länger (§ 622 Abs. 2 BGB, Rechtsstand 26.09.2026). Ab zwei Jahren gilt sie nur noch zum Monatsende, der 15. fällt weg. Maßgeblich ist die Betriebszugehörigkeit am Tag des Zugangs. Beispiel für einen Zugang am Mittwoch, 30. September 2026:

Arbeitsverhältnis bestehtFrist ArbeitgeberEnde bei Zugang am 30.09.2026
unter 2 Jahre4 Wochen zum 15. oder Monatsende31.10.2026
2 Jahre1 Monat zum Monatsende31.10.2026
5 Jahre2 Monate zum Monatsende30.11.2026
8 Jahre3 Monate zum Monatsende31.12.2026
10 Jahre4 Monate zum Monatsende31.01.2027
12 Jahre5 Monate zum Monatsende28.02.2027
15 Jahre6 Monate zum Monatsende31.03.2027
20 Jahre7 Monate zum Monatsende30.04.2027

Zeiten vor dem 25. Geburtstag zählen voll mit. Die frühere Ausnahme dafür durfte nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2010 (C-555/07) nicht mehr angewendet werden und steht heute nicht mehr im Gesetz. Mehr als sieben Monate sieht das Gesetz nicht vor, auch nach 30 Jahren nicht.

Probezeit: zwei Wochen ohne festen Termin

Während einer vereinbarten Probezeit, längstens sechs Monate, beträgt die Frist zwei Wochen, und zwar für beide Seiten (§ 622 Abs. 3 BGB). Gezählt werden Kalendertage, ein Endtermin wie der 15. ist nicht nötig. Entscheidend ist, dass die Kündigung innerhalb der Probezeit zugeht; das Ende darf danach liegen. Wer am 1. August 2026 angefangen hat, ist längstens bis zum 31. Januar 2027 in der Probezeit. Geht die Kündigung am 18. September 2026 zu, endet das Arbeitsverhältnis am 2. Oktober 2026.

So rechnet das Tool

  1. Prüfen, ob die Kündigung noch in der Probezeit zugeht. Dann Zugang plus 14 Tage.
  2. Sonst die Frist wählen: Ihre vertragliche Frist, wenn eingetragen, beim Arbeitnehmer die Grundfrist, beim Arbeitgeber die Staffel nach vollen Jahren im Betrieb.
  3. Die Frist ab dem Zugang zählen (§§ 187, 188 BGB) und den nächsten zulässigen Endtermin nehmen, also den 15. oder das Monatsende.
  4. Rückwärts den letzten Zugangstag für dieses Ende suchen und bei Bedarf Ihren Wunschtermin prüfen.

Wochenende und Feiertag verschieben nichts

Bei vielen Fristen rettet § 193 BGB den, dessen letzter Tag auf einen Sonntag oder Feiertag fällt. Bei Kündigungsfristen nicht: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass § 193 BGB hier weder direkt noch entsprechend gilt, weil sonst die Frist des Gekündigten kürzer würde (Urteil vom 17.02.2005, III ZR 172/04). Für ein Ende am Samstag, 31. Oktober 2026, muss die Kündigung eines Arbeitnehmers spätestens am 3. Oktober zugehen, einem Samstag und Feiertag. Kommt sie erst am Montag, 5. Oktober, wirkt sie zum 15. November. Der Rechner zeigt in so einem Fall einen Warnhinweis. Deshalb fragt er auch nach dem Bundesland.

Tarifvertrag, Vertrag und befristete Stellen

Ein Tarifvertrag darf von allen diesen Fristen abweichen, auch nach unten (§ 622 Abs. 4 BGB). Gilt für Sie etwa der TVöD oder ein Branchentarif, ist dort nachzusehen; diese Fristen rechnet das Tool nicht. Einzelvertraglich sind längere Fristen erlaubt. Kürzer als vier Wochen geht es nur bei Aushilfen in den ersten drei Monaten; Betriebe mit höchstens 20 Beschäftigten dürfen den festen Endtermin weglassen, aber nicht unter vier Wochen gehen (§ 622 Abs. 5 BGB). Eine kürzere vertragliche Frist übergeht der Rechner und sagt das im Rechenweg. Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ordentlich überhaupt nur kündbar, wenn der Vertrag oder der Tarifvertrag das vorsieht (§ 15 Abs. 4 TzBfG). Sonst endet er mit Ablauf der Zeit.

Schriftform und die Fristen danach

Eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses ist nur auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift wirksam; die elektronische Form ist ausdrücklich ausgeschlossen (§ 623 BGB). Eine Kündigung per E-Mail oder WhatsApp beendet nichts. Wer gekündigt wird, hat danach zwei eigene Fristen: Die Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen beim Arbeitsgericht sein, den Tag rechnet der Klagefrist-Rechner. Und arbeitsuchend melden müssen Sie sich spätestens drei Monate vor dem Ende, bei kürzerer Frist innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis (§ 38 Abs. 1 SGB III). Was an Urlaub offen ist, zeigt der Urlaubsanspruch-Rechner. Die Kündigung der Mietwohnung rechnet der Kündigungsfrist-Rechner Mietwohnung, Verträge für Handy, Strom und Versicherungen der Ratgeber Kündigungsfristen 2026.

Häufige Fragen

Was bedeutet „4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende“?

Ab dem Tag nach dem Zugang der Kündigung laufen 28 Tage. Das Arbeitsverhältnis endet am nächsten 15. oder Monatsletzten, der nicht vor dem Ende dieser 28 Tage liegt. Zugang am 17.09.2026 ergibt den 15.10.2026, Zugang am 18.09.2026 den 31.10.2026.

Wie lange ist die Kündigungsfrist als Arbeitnehmer nach 10 Jahren?

Nach dem Gesetz weiterhin vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende. Die längeren Fristen des § 622 Abs. 2 BGB gelten nur für den Arbeitgeber. Viele Arbeitsverträge übertragen sie aber auf beide Seiten; dann gilt die Frist aus dem Vertrag.

Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit?

Zwei Wochen, gezählt in Kalendertagen und ohne festen Endtermin (§ 622 Abs. 3 BGB). Die Kündigung muss innerhalb der Probezeit von höchstens sechs Monaten zugehen; das Ende darf danach liegen.

Verschiebt sich die Frist, wenn der letzte Tag ein Samstag oder Feiertag ist?

Nein. § 193 BGB gilt für Kündigungsfristen nicht (BGH, Urteil vom 17.02.2005, III ZR 172/04). Fällt der letzte Zugangstag auf ein Wochenende oder einen Feiertag, muss die Kündigung trotzdem an diesem Tag zugegangen sein, praktisch also am Werktag davor.

Kann ich einen befristeten Arbeitsvertrag vorzeitig kündigen?

Nur wenn die ordentliche Kündigung im Arbeitsvertrag oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist (§ 15 Abs. 4 TzBfG). Dann gelten die Fristen des § 622 BGB. Ohne eine solche Klausel endet der Vertrag erst mit Ablauf der Befristung, eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund bleibt möglich.

Gilt die Kündigungsfrist auch, wenn ich krank bin?

Ja. Eine Krankheit hindert weder die Kündigung noch den Lauf der Frist. Kündigen Sie selbst, gilt dieselbe Frist wie sonst; kündigt der Arbeitgeber, bleibt es bei der Staffel nach Betriebszugehörigkeit.

Das Ergebnis ist eine automatische Berechnung nach § 622 BGB und keine Rechtsberatung. Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen, der besondere Kündigungsschutz etwa für Schwangere, Schwerbehinderte oder Betriebsräte und die Frage, ob eine Kündigung sozial gerechtfertigt ist, gehen über diese Rechnung hinaus. Maßgeblich ist der tatsächliche Zugang. Wenn es knapp wird, lassen Sie den Fall bei Gewerkschaft, Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts oder einer Fachanwältin prüfen.