Wie der Hersteller in der MAC-Adresse steckt
Eine MAC-Adresse besteht aus 48 Bit, geschrieben als sechs Paare aus Ziffern und Buchstaben, zum Beispiel 38:10:D5:12:34:56. Die ersten drei Paare bilden den OUI (Organizationally Unique Identifier). Ihn vergibt die IEEE Registration Authority an Hersteller von Netzwerkchips und Geräten, die letzten drei Paare vergibt der Hersteller selbst, meist fortlaufend. 38:10:D5 gehört laut Liste der AVM Audiovisuelles Marketing und Computersysteme GmbH (kurz AVM), die FRITZ!Boxen baut. Dieses Werkzeug schlägt genau dieses Präfix nach.
Die Schreibweise ist Geschmackssache und wechselt je nach System: Doppelpunkte bei Linux und macOS, Bindestriche bei Windows, Dreiergruppen mit Punkt bei Cisco-Geräten (3810.d512.3456). Das Eingabefeld versteht alle diese Formen, auch ohne Trennzeichen und in Klein- oder Großbuchstaben. Es nimmt mehrere Adressen auf einmal, eine pro Zeile, und akzeptiert auch nur die ersten sechs Stellen. Zeigt Ihr System die Gruppen ohne führende Null, etwa 0:1b:63:84:45:e6 im macOS-Terminal bei arp -a, ergänzt das Werkzeug die Null selbst.
Zwei Bits im ersten Paar haben eine feste Bedeutung. Ist das letzte Bit gesetzt, handelt es sich um eine Gruppenadresse (Multicast oder Broadcast), die kein einzelnes Gerät bezeichnet. Ist das vorletzte Bit gesetzt, wurde die Adresse lokal vergeben und nicht vom Hersteller. Beides prüft das Werkzeug, bevor es in der Liste sucht.
Unbekanntes Gerät im WLAN: so ordnen Sie es zu
Öffnen Sie die Geräteliste Ihres Routers, bei der FRITZ!Box unter Heimnetz und Netzwerk, und kopieren Sie die MAC-Adresse des Geräts, das Sie nicht kennen. Fügen Sie sie oben ein und klicken Sie auf „Hersteller suchen“. Mehrere Geräte können Sie in einem Zug prüfen, indem Sie die ganze Liste einfügen. Finden Sie die Oberfläche Ihres Routers nicht, zeigt die Seite Router-IP-Adresse herausfinden, unter welcher Adresse sie erreichbar ist.
Der Herstellername verrät oft schon die Art des Geräts. Hinter Espressif stecken häufig WLAN-Steckdosen und Sensoren, hinter Samsung, LG oder Sony meist Fernseher, Handys oder Lautsprecher, hinter Apple iPhones, iPads und Macs. Beachten Sie die Grenze: Genannt wird der Hersteller des Netzwerkchips. Ein Laptop von Lenovo meldet sich mit einer Intel-WLAN-Karte als Intel, ein Fernseher mit einem Modul von Realtek als Realtek.
Steht dort „zufällige Adresse“, ist das fast immer ein Handy oder Tablet im WLAN, das seine echte Adresse verbirgt. Hilft die Zuordnung nicht weiter, schalten Sie Geräte nacheinander aus und sehen nach, welcher Eintrag verschwindet. Bleibt ein Gerät unerklärlich, ändern Sie das WLAN-Passwort und melden Ihre eigenen Geräte neu an.
Zufällige MAC-Adressen bei iPhone und Android
Smartphones tragen sich aus Datenschutzgründen nicht mit ihrer Hardware-Adresse im WLAN ein. Apple nutzt seit iOS 14 für jedes Netzwerk eine eigene „Private WLAN-Adresse“. Je nach Einstellung bleibt sie gleich (statisch) oder wechselt etwa alle zwei Wochen (rotierend); die Option steht unter Einstellungen, WLAN, beim Netzwerk auf der Info-Taste (Apple Support). Android verwendet ab Version 10 standardmäßig ebenfalls eine zufällige Adresse je Netzwerk, die sich in den Netzwerkdetails abschalten lässt (Android Open Source Project).
Solche Adressen erkennen Sie an der zweiten Stelle: Sie ist bei Einzeladressen 2, 6, A oder E, etwa DA:A1:19:12:34:56. Das ist das lokal vergebene Bit aus dem ersten Abschnitt. Ein Hersteller steht dann nicht in der Liste, und das Werkzeug sagt das ausdrücklich, statt einen Namen zu raten. Der Router zeigt für dasselbe Handy in jedem WLAN eine andere Adresse. Erkennen können Sie das Gerät am Gerätenamen in der Liste.
Eigene MAC-Adresse herausfinden
- Windows: In der Eingabeaufforderung
ipconfig /alleingeben und beim WLAN- oder Ethernet-Adapter die Zeile „Physische Adresse“ lesen. Kürzer geht es mitgetmac. - macOS: Systemeinstellungen, Netzwerk, WLAN, Details, Hardware. Im Terminal zeigt
ifconfig en0die Adresse in der Zeile „ether“. - iPhone und iPad: Einstellungen, Allgemein, Info, Zeile „WLAN-Adresse“. Im WLAN selbst tritt das Gerät mit der privaten Adresse auf.
- Android: Einstellungen, Über das Telefon, Status oder Telefoninformationen, WLAN-MAC-Adresse. Die Menünamen unterscheiden sich je nach Hersteller und Version.
- FRITZ!Box: Heimnetz, Netzwerk, dort die Geräteliste. Die Adresse steht in den Details des Geräts.
Ein Gerät mit mehreren Netzwerkanschlüssen hat mehrere Adressen: eine für WLAN, eine für das Netzwerkkabel, oft eine für Bluetooth. Für die Geräteliste im Router zählt die Adresse des Anschlusses, mit dem das Gerät dort verbunden ist.
MA-L, MA-M und MA-S: warum manche Präfixe länger sind
Die IEEE vergibt drei Blockgrößen. Ein MA-L (Large) umfasst 24 Bit Präfix und 16.777.216 Adressen, ein MA-M (Medium) 28 Bit Präfix und 1.048.576 Adressen, ein MA-S (Small) 36 Bit Präfix und 4.096 Adressen. Kleine Firmen bekommen deshalb keinen eigenen OUI, sondern einen Ausschnitt eines größeren Blocks. Die ersten sechs Stellen reichen dann nicht aus, um den Hersteller zu bestimmen.
Das Werkzeug prüft darum zuerst neun Stellen (MA-S und die älteren IAB-Zuteilungen), dann sieben (MA-M) und zuletzt sechs (MA-L). Das längste passende Präfix gewinnt. Gehört der MA-L-Block der IEEE Registration Authority selbst, etwa 8C:1F:64 oder 70:B3:D5, ist er ein Sammelblock für MA-S-Zuteilungen. Findet sich für die vollständige Adresse kein Unterblock, lautet die Antwort „Block der IEEE, Unterzuteilung unbekannt“. Das geht erst ab neun Stellen; bei weniger Stellen nennt das Werkzeug die Stufen, die noch ungeprüft sind.
Die Liste umfasst Stand 19.10.2026 insgesamt 58.798 Einträge: 40.347 MA-L (für 40.344 verschiedene Präfixe, denn zwei Präfixe führt die IEEE mehrfach: 00:01:C8 zweimal, 08:00:30 dreimal), 6.641 MA-M, 7.235 MA-S und 4.575 IAB. IAB (Individual Address Block) sind ältere Zuteilungen mit ebenfalls neun Stellen, die die IEEE in einer eigenen Liste führt; sie liegen in den Blöcken 00:50:C2 und 40:D8:55 und werden zusammen mit MA-S gesucht. Company IDs (CID) fehlen mit Absicht, denn sie bezeichnen lokal verwaltete Kennungen und keine Geräteadressen. 107 MA-L-Einträge heißen „Private“: Der Hersteller hat der IEEE untersagt, seinen Namen zu veröffentlichen, und das Werkzeug meldet das so.
Was die MAC-Adresse nicht verrät
Die Adresse nennt den Hersteller des Netzwerkchips, nicht unbedingt den des Geräts. Sie sagt nichts über den Besitzer, den Standort oder darüber, ob ein Gerät vertrauenswürdig ist. Wer ein Gerät im WLAN sieht, weiß danach, wessen Chip darin steckt, mehr nicht.
Außerdem lassen sich MAC-Adressen in der Software ändern. Ein Eintrag in der Geräteliste beweist deshalb nicht, dass dahinter wirklich das Gerät steckt, das der Herstellername nahelegt. Und die Liste hat einen Stand: Sehr neue Präfixe kann sie nicht enthalten, und Hersteller, die ihren Namen sperren, erscheinen als „Private“.
Zum Datenschutz auf dieser Seite: Wie alle kostenlosen Werkzeuge dieser Website lädt sie je nach Ihrer Auswahl im Einwilligungsdialog Google Analytics und Google AdSense. Ihre eingegebenen MAC-Adressen werden an keinen dieser Dienste übertragen, der Vergleich läuft im Browser. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung. Zu Netzwerkthemen finden Sie außerdem den WLAN-Kanal-Planer, den Subnetz-Rechner und die Übersicht der Portnummern.