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Welcher WLAN-Kanal ist der beste?

Tragen Sie die Kanäle der Nachbarnetze ein, die Ihr Router oder Handy beim Scan anzeigt. Der Planer rechnet die Überlappung aus und sagt, auf welchen Kanal Sie bei 2,4 GHz und 5 GHz wechseln sollten. Für 6 GHz (Wi-Fi 6E und 7) steht darunter, welche Kanäle in Deutschland erlaubt sind und warum dort kaum Planung nötig ist.

Von · · · Datenquelle: Bundesnetzagentur, Vfg. 76/2025 · Methodik

Kanäle der Nachbarnetze

Jedes Netz einmal, durch Komma oder Leerzeichen getrennt — auch doppelt, wenn zwei Nachbarn denselben Kanal nutzen. 1–13 zählt als 2,4 GHz, 36–140 als 5 GHz. 6-GHz-Kanäle wertet der Planer nicht aus (siehe Abschnitt 6 GHz).

Wo die Kanäle stehen: FritzBox unter WLAN → Funkkanal → „WLAN-Umgebung“; Windows netsh wlan show networks mode=bssid; mehr dazu unten.

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Die kurze Antwort

Bei 2,4 GHz: Kanal 1, 6 oder 11 — der, den die wenigsten Nachbarn nutzen. Kanalbreite 20 MHz. Bei 5 GHz: ein Kanal, den sonst niemand in Reichweite nutzt, gern im Bereich 100–140. Und die wichtigste Regel steht vor beiden: Alles, was 5 GHz kann, gehört auf 5 GHz. Das 2,4-GHz-Band ist mit drei nutzbaren Kanälen, Mikrowellen, Bluetooth und Babyphones so voll, dass der beste Kanal dort oft nur der am wenigsten schlechte ist.

Der Autokanal moderner Router (FritzBox, Speedport, UniFi) macht diese Wahl meistens richtig — aber nur beim Start oder einmal am Tag. Wer nach dem Urlaub plötzlich schlechtes WLAN hat, weil der Nachbar einen neuen Router aufgestellt hat, kann mit einem Neustart oder einer manuellen Wahl nachhelfen.

Warum sich Kanäle bei 2,4 GHz überlappen

Die 13 Kanäle liegen nur 5 MHz auseinander, ein WLAN-Signal ist aber 20 MHz breit. Ein Netz auf Kanal 6 belegt deshalb den Bereich von Kanal 4 bis 8 mit. Zwei Netze stören sich erst dann nicht mehr, wenn ihre Kanalnummern mindestens fünf auseinanderliegen — und davon passen nur drei Netze ins Band: 1, 6 und 11.

Kanal 1 Kanal 6 Kanal 11 Kanal 4 stört 1 und 6
2400 MHz2483 MHz

Ein Nachbar auf demselben Kanal ist dabei das kleinere Übel: Beide Netze sehen einander, sprechen abwechselnd und teilen sich die Sendezeit fair. Ein Nachbar auf Kanal 4 dagegen ist für ein Netz auf Kanal 6 nur Rauschen — er wird nicht als WLAN erkannt, sondern zerstört Pakete, die dann wiederholt werden müssen. Deshalb wertet der Planer teilweise überlappende Netze schlechter als gleichkanalige.

In Europa geht auch der Plan 1 / 5 / 9 / 13 auf — vier Netze mit exakt 20 MHz Abstand. Er funktioniert aber nur, wenn alle Nachbarn mitziehen, und Geräte mit US-Ländereinstellung sehen Kanal 12 und 13 gar nicht. Für Deutschland bleibt 1 / 6 / 11 die sichere Wahl.

KanalMitteBelegt (20 MHz)Frei von
12412 MHz2402–24226, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13
62437 MHz2427–24471, 11, 12, 13
112462 MHz2452–24721, 2, 3, 4, 5, 6
132472 MHz2462–24821–8 (nicht von allen Geräten unterstützt)

5 GHz: Blöcke, DFS und Sendeleistung

Bei 5 GHz sind die Kanäle 20 MHz auseinander und überlappen sich mit 20 MHz Breite nicht. Weil moderne Router aber 80 MHz breit senden, belegen sie jeweils einen Block aus vier Kanälen. Diese Blöcke sind in Deutschland nutzbar:

Block (80 MHz)KanäleDFSLeistungBemerkung
36–4836, 40, 44, 48nein200 mWStandard der meisten Router, entsprechend voll. Innen, auch in Fahrzeugen (dort 40 mW), eingeschränkt im Freien.
52–6452, 56, 60, 64ja200 mW60 s Radarprüfung vor dem Senden. Nur in Gebäuden.
100–112100, 104, 108, 112ja1 WMeist leer, fünffache Sendeleistung erlaubt. Oft die beste Wahl.
116–128116, 120, 124, 128ja1 W120–128 liegen im Wetterradar-Bereich: 10 Minuten Prüfzeit.
132–140132, 136, 140ja1 WNur 60 MHz breit – maximal 40 MHz Kanalbreite.

Die Kanäle 149 bis 165, die in den USA üblich sind, fallen in Deutschland nicht unter die WLAN-Zuteilung für 5 GHz. Nutzbar sind sie nur über die allgemeine Zuteilung für Geräte geringer Reichweite, und die erlaubt dort höchstens 25 mW (EIRP). Router mit deutscher Ländereinstellung bieten diese Kanäle deshalb meist gar nicht an, und bei 25 mW brächten sie ohnehin wenig.

6 GHz: Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7

In Deutschland ist für WLAN nur der untere Teil des 6-GHz-Bands freigegeben: 5945 bis 6425 MHz, das sind die 20-MHz-Kanäle 1 bis 93. Grundlage ist die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur, Vfg. 76/2025, befristet bis 31.12.2035. Die Kanalnummern 97 bis 233, die Router-Datenblätter und US-Seiten nennen, gehören zum oberen Teil bis 7125 MHz. Der ist in den USA für WLAN offen, in Deutschland nicht.

Die Kanalnummer ergibt sich aus der Mittenfrequenz: 5950 MHz plus 5 MHz mal Kanalnummer. Kanal 1 liegt bei 5955 MHz, Kanal 93 bei 6415 MHz. Weil 20-MHz-Kanäle im Abstand von vier Nummern liegen (1, 5, 9 … 93), passen 24 davon ins Band, dazu 12 Kanäle mit 40 MHz, 6 mit 80 MHz und 3 mit 160 MHz. Für 320 MHz (Wi-Fi 7) sind zwei Lagen definiert, Kanal 31 (5945–6265 MHz) und Kanal 63 (6105–6425 MHz). Sie überlappen sich, also passt nur ein 320-MHz-Netz überschneidungsfrei ins Band.

Gerät (Vfg. 76/2025)Wo erlaubtLeistung (EIRP)Bemerkung
Router, Access Point (LPI)nur in Innenräumen23 dBm = 200 mWRouter: Netzkabel, eingebaute Antenne, kein Akku. Handy oder Laptop am LPI-Router gilt als LPI-Client, darf Akku haben und bis 200 mW senden.
Tragbare Geräte (VLP)innen und außen14 dBm = 25 mWtragbares Gerät, das ohne Router direkt funkt, z. B. zu Brille oder Kopfhörer; nicht in Drohnen

PSC-Kanäle. Damit Geräte ein 6-GHz-Netz schnell finden, suchen sie zuerst auf den „Preferred Scanning Channels“, jeder vierte 20-MHz-Kanal ab Kanal 5. Im deutschen Band sind das die Kanäle 5, 21, 37, 53, 69 und 85. Wer den Kanal von Hand setzt, nimmt einen davon als Hauptkanal; die meisten Router tun das automatisch.

Planen muss man bei 6 GHz selten. Es gibt kein DFS und keine alten Geräte, und die Wände dämpfen 6 GHz stärker als 5 GHz, sodass Nachbarnetze kaum durchkommen. Der Preis dafür: Die Reichweite ist kürzer, meist reicht 6 GHz nur für den Raum mit dem Router und die angrenzenden. 6 GHz ist deshalb eine Ergänzung zu 5 GHz, kein Ersatz.

Kanal wechseln — so geht es

FritzBox: WLAN → Funkkanal → „Funkkanal-Einstellungen anpassen“ → für 2,4 und 5 GHz getrennt den Kanal wählen. Direkt darunter zeigt „WLAN-Umgebung“ die Nachbarnetze und ihre Kanäle; die Belegung ist als Balkendiagramm dargestellt. Die Kanalbreite für 2,4 GHz steht unter „Weitere Einstellungen“ und sollte auf „20 MHz“ stehen, nicht auf „20/40 automatisch“.

Telekom Speedport: Netzwerk → WLAN-Grundeinstellungen → Sendekanal. Vodafone Station: WLAN → Erweiterte Einstellungen. UniFi / Omada: pro Access Point unter Radios; hier lohnt sich zusätzlich, die Sendeleistung zu senken statt zu erhöhen, damit sich mehrere Access Points nicht gegenseitig hören.

Nach dem Wechsel: 24 Stunden warten, dann erneut scannen. Nachbarrouter mit Autokanal reagieren auf Ihre Änderung und ziehen um — manchmal genau auf Ihren neuen Kanal. Dann ist die Kanalwahl kein Zufall mehr, sondern ein Wettlauf, den man am besten gar nicht führt: auf 5 GHz ausweichen.

Die drei häufigsten Ursachen, wenn das WLAN trotz gutem Kanal langsam ist

  1. Störer, die kein WLAN sind. Mikrowellen (2450 MHz, also mitten auf Kanal 9), Bluetooth-Kopfhörer, Babyphones, Funkkameras und schlecht abgeschirmte USB-3-Kabel und -Festplatten stören das 2,4-GHz-Band, ohne im Scan aufzutauchen. Wenn die Verbindung immer zur selben Tageszeit einbricht, ist es meist einer davon.
  2. Der Router steht falsch. Im Schrank, hinter dem Fernseher, im Keller neben dem Anschluss. Jede Wand kostet Signal, Stahlbeton und Fußbodenheizung besonders. Ein Router in der Wohnungsmitte auf Brusthöhe schlägt jeden Kanalwechsel.
  3. Ein Repeater im 2,4-GHz-Band. Er empfängt und sendet auf demselben Kanal und halbiert damit den Durchsatz — und belegt den Kanal doppelt so lange. Besser ist ein Mesh-System mit eigenem 5-GHz-Backhaul oder ein Access Point am Netzwerkkabel; was sich wann lohnt, steht im Ratgeber WLAN optimieren: Repeater, Powerline oder Mesh.

Wenn das nicht hilft

Bleibt das WLAN auch auf dem leersten Kanal langsam, liegt es selten am Funk. Prüfen Sie per Netzwerkkabel, ob die Internetleitung selbst die versprochene Geschwindigkeit liefert — wenn nicht, ist der Provider dran, nicht der Kanal. Läuft es am Kabel, aber nur ein einzelnes Gerät ist langsam, hat meist dieses Gerät ein Treiberproblem oder hängt noch im alten 2,4-GHz-Netz, obwohl 5 GHz verfügbar wäre. Für Firmen mit mehreren Access Points, Stahlbeton oder vielen Geräten in einem Raum lohnt eine Ausleuchtung vor Ort — das ist keine Kanalfrage mehr, sondern Planung.

Häufige Fragen

Welcher WLAN-Kanal ist der beste?

Bei 2,4 GHz einer von 1, 6 oder 11 — und zwar der, den die wenigsten Nachbarn nutzen. Diese drei überlappen sich nicht; alle anderen Kanäle stören in zwei Richtungen. Bei 5 GHz ist die Frage entspannter: Dort gibt es genug Platz, und meist ist ein Kanal im Bereich 100 bis 140 am leersten. Im Zweifel: 5 GHz bevorzugen und 2,4 GHz nur für Geräte lassen, die nichts anderes können.

Soll ich den WLAN-Kanal festlegen oder automatisch wählen lassen?

Lassen Sie den Kanal automatisch wählen, solange das WLAN gut läuft. Moderne Router suchen den leersten Kanal beim Start und oft einmal am Tag neu. Fest einstellen lohnt sich, wenn das Netz immer wieder zur selben Zeit einbricht oder der Router ständig zwischen zwei vollen Kanälen springt. Dann bei 2,4 GHz 1, 6 oder 11 fest wählen und nach 24 Stunden erneut scannen.

Ist Kanal 13 in Deutschland erlaubt?

Ja, Kanal 13 ist in Deutschland erlaubt, wie alle Kanäle von 1 bis 13. Er überlappt aber mit Kanal 11 und wird von Geräten mit US-Ländereinstellung nicht gesehen, die nur 1 bis 11 kennen. Kanal 13 lohnt sich nur, wenn 11 stark belegt ist und alle eigenen Geräte ihn finden; sonst bleiben Sie bei 1, 6 oder 11.

Was ist DFS bei 5 GHz?

Dynamic Frequency Selection: Auf den Kanälen 52 bis 140 muss der Router vor dem Senden 60 Sekunden auf Radarsignale horchen (auf 120 bis 128 wegen Wetterradar sogar 10 Minuten) und beim Erkennen sofort den Kanal wechseln. In der Praxis heißt das: Nach dem Neustart ist das 5-GHz-WLAN kurz nicht da, und in der Nähe von Flughäfen oder Wetterstationen kann es unvermittelt springen. Dafür sind diese Kanäle meist leerer, und ab Kanal 100 sind 1 Watt statt 200 Milliwatt erlaubt (52 bis 64 bleiben bei 200 mW).

Soll ich 20 oder 40 MHz Kanalbreite einstellen?

Bei 2,4 GHz fast immer 20 MHz. 40 MHz belegt zwei der drei überlappungsfreien Kanäle, kollidiert praktisch immer mit Nachbarn und liefert unter Störungen weniger Durchsatz als 20 MHz. Bei 5 GHz sind 80 MHz normal und sinnvoll, weil dort genug Platz ist.

Wo sehe ich, welche Kanäle meine Nachbarn nutzen?

FritzBox: WLAN → Funkkanal → „WLAN-Umgebung“ zeigt alle Nachbarnetze mit Kanal. Windows: in der Eingabeaufforderung netsh wlan show networks mode=bssid. macOS: Alt-Taste gedrückt halten, auf das WLAN-Symbol klicken, „Diagnose für drahtlose Umgebung“ → Scan. Android: eine App wie WiFiAnalyzer. iPhone: die AirPort-Dienstprogramm-App mit aktiviertem WLAN-Scanner in den Einstellungen.

Die Empfehlung beruht allein auf den eingegebenen Kanälen; Signalstärke der Nachbarn, Störer außerhalb des WLANs und bauliche Gegebenheiten kennt das Tool nicht. Frequenzangaben und Leistungsgrenzen gelten für Deutschland (Bundesnetzagentur: 5 GHz nach Vfg. 136/2022 i. d. F. 49/2023, 6 GHz nach Vfg. 76/2025, Stand 30.09.2026).