So viel Speicher bleibt bei RAID 1, 5, 6 und 10
Bei RAID 5 verlieren Sie die Größe einer Platte, bei RAID 6 die Größe von zwei Platten und bei RAID 10 die Hälfte; gezählt wird jede Platte so groß wie die kleinste. Mit vier 4-TB-Platten bleiben bei RAID 5 rund 12 TB, bei RAID 6 rund 8 TB.
Die Formeln sind kurz. Mit n Platten und der kleinsten Platte k gilt: RAID 0 ergibt n × k, RAID 1 ergibt k, RAID 5 ergibt (n − 1) × k, RAID 6 ergibt (n − 2) × k und RAID 10 ergibt n ÷ 2 × k. Der Rechner oben setzt Ihre Platten in diese Formeln ein und zeigt zu jeder Art den Rechenweg.
| Platten | RAID 0 | RAID 1 | RAID 5 | RAID 6 | RAID 10 |
|---|---|---|---|---|---|
| 4 × 4 TB | 16 | 4 | 12 | 8 | 8 |
| 6 × 8 TB | 48 | 8 | 40 | 32 | 24 |
| 4 + 4 + 8 + 8 TB | 16 | 4 | 12 | 8 | 8 |
Die letzte Zeile zeigt gemischte Größen: Zwei der vier Platten haben 8 TB, zählen aber nur mit 4 TB. Von der Summe 24 TB bleiben bei RAID 5 12 TB nutzbar, 4 TB gehen an den Schutz und 8 TB bleiben ungenutzt.
Bei RAID 10 gehört zur Rechnung eine gerade Anzahl ab vier Platten. Der Schutz ist dort nicht so eindeutig wie bei RAID 6: Fällt eine Platte aus, sind die Daten noch vollständig; fällt danach die Spiegelplatte derselben Gruppe aus, sind die Daten weg. Der Rechner nennt deshalb „1 Platte, im Glücksfall mehr“.
Unterschiedlich große Festplatten: SHR und klassisches RAID
Klassisches RAID schneidet alle Platten auf die Größe der kleinsten zu. Wer ein NAS mit 4 + 4 + 8 + 8 TB bestückt, hat bei RAID 5 also 8 TB, die keiner nutzt. Synology Hybrid RAID (SHR) teilt die Platten dagegen in Bereiche auf und nutzt den Mehrplatz der größeren Platten, solange sich dafür ein Partner findet. Mit denselben vier Platten bleiben nach der Rechnung des Synology-RAID-Rechners 15.964 GB nutzbar, bei RAID 5 sind es 11.988 GB.
SHR-2 schützt wie RAID 6 gegen den Ausfall von zwei Platten und braucht mindestens vier. Mit 4 + 4 + 8 + 8 TB bleiben bei SHR-2 nach dieser Rechnung 7.968 GB nutzbar. Schalten Sie oben auf „Wie Synology“, sehen Sie RAID und SHR nebeneinander, die Zahlen folgen dem Rechenweg des Synology-RAID-Rechners mit Stand 17.10.2026. Dazu gehören 4 GB Abzug je Platte bei RAID 1, 5, 6 und 10 und 10 GB Systempartition je Platte bei SHR, SHR-2 und RAID 0. Synology rechnet RAID 0 als Summe aller Platten, bei „Allgemein“ zählt dagegen jede Platte nur so groß wie die kleinste. Auch Software-RAID 0 (mdadm) nutzt bei gemischten Größen meist die Summe aller Platten; „Allgemein“ rechnet hier vorsichtig nach der Grundregel der QNAP-Dokumentation.
Der Rechner ist kein Werkzeug von Synology und kein offizielles Angebot. Er bildet nur die Rechenregeln nach und wurde mit 420 Fällen bei üblichen Plattengrößen (1 bis 24 TB) gegen das Skript des Synology-Rechners verglichen, ohne Abweichung. Für QNAP und andere Hersteller verwenden Sie den Modus „Allgemein“; herstellerspezifische Reserven sind dort nicht eingerechnet. Beachten Sie die Grenzen des Geräts: Laut QNAP-Dokumentation läuft RAID 1 dort nur mit genau zwei Platten, und RAID 0, 5, 6 und 10 nehmen höchstens 16 Platten. Der Rechner erlaubt bis zu 24 Platten und RAID 1 über mehrere Platten, wie es mdadm und Synology zulassen; ein QNAP-NAS legt solche Verbünde nicht an.
RAID 5 oder RAID 6: was zu Ihrem NAS passt
RAID 6 kostet gegenüber RAID 5 eine Platte Speicher, übersteht dafür aber den Ausfall von zwei Platten. Bei vier Platten bleibt bei RAID 6 und RAID 10 gleich viel Platz, RAID 6 ist dann der festere Schutz. Ab sechs Platten hat RAID 6 mehr Platz als RAID 10. Wie hoch das Risiko beim Wiederaufbau nach einem Ausfall ist, hängt von Plattengröße und Fehlerrate ab und gehört nicht in diese Kapazitätsrechnung. Das beantwortet der Rebuild-Risiko-Rechner. Ob ein eigenes NAS überhaupt die richtige Lösung ist, beschreibt der Artikel NAS oder Cloud.
Warum Ihr NAS weniger Terabyte anzeigt
Plattenhersteller rechnen 1 TB als 1012 Byte, also 1.000 Milliarden Byte. Viele Betriebssysteme und NAS-Oberflächen rechnen in Tebibyte (TiB) mit 240 Byte, schreiben aber oft trotzdem „TB“. Eine 4-TB-Platte hat deshalb nur 3,64 TiB, 12 TB ergeben 10,91 TiB. Der Rechner zeigt beide Werte, damit die Zahl auf dem NAS-Bildschirm nicht überrascht.
Dazu kommen Abzüge, die kein Rechner vorab kennt. Das NAS legt auf den Platten Systempartitionen an. Das Dateisystem (Btrfs, ext4 oder ZFS) hält Verwaltungsdaten und Reserven vor, und Snapshots belegen Platz, sobald sich Daten ändern. Diese Reserven sind hier nicht eingerechnet. Planen Sie bei der Auswahl der Platten etwas Luft ein, statt auf den letzten Terabyte zu rechnen.
Mindestanzahl an Platten je RAID-Art
| Art | Mindestens | Übersteht Ausfall von |
|---|---|---|
| RAID 0 | 2 | 0 Platten |
| RAID 1 | 2 | Anzahl der Platten − 1 |
| RAID 5 | 3 | 1 Platte |
| RAID 6 | 4 | 2 Platten |
| RAID 10 | 4, gerade Anzahl | 1 Platte, im Glücksfall mehr |
| SHR | 1, Schutz ab 2 | 1 Platte |
| SHR-2 | 4 | 2 Platten |
Fehlen Platten, schreibt der Rechner „nicht möglich mit n Platten“ und nennt den Grund, statt eine Zahl zu erfinden. RAID 0 hat keine Redundanz: Fällt eine Platte aus, ist der gesamte Verbund verloren. Die Grenzen bei QNAP stehen im Abschnitt zu unterschiedlich großen Festplatten. Wer das NAS neu ins Heimnetz hängt, erkennt es in der Geräteliste des Routers am Hersteller der MAC-Adresse.
RAID ist kein Backup
RAID hält ein NAS am Laufen, wenn eine Platte ausfällt. Löscht jemand versehentlich einen Ordner oder verschlüsselt ein Trojaner die Freigaben, sind die Daten auf allen Platten gleichzeitig weg. Auch Brand, Wasserschaden und Diebstahl treffen alle Platten im Gerät. Eine zweite Kopie außerhalb des NAS gehört deshalb dazu, am besten nach der 3-2-1-Regel. Die Kapazität, die dieser Rechner ausgibt, ist Platz für Ihre Daten, nicht deren Sicherung.