So schneiden Sie ein Video ohne Upload
Wählen Sie oben ein MP4-, MOV- oder M4V-Video aus oder ziehen Sie es in das Feld. Das Werkzeug liest das Inhaltsverzeichnis der Datei, zeigt Länge, Auflösung, Codec und die Lage der Schlüsselbilder und spielt das Video in der Vorschau ab. Anfang und Ende stellen Sie mit den beiden Reglern ein, tippen sie als Zeit ein (etwa 1:05,3 für eine Minute, fünf Komma drei Sekunden) oder setzen sie mit „aktuelle Stelle“ auf den Punkt, an dem die Vorschau gerade steht. Darunter steht sofort, wo der Schnitt tatsächlich beginnt. Optional drehen Sie das Video oder entfernen den Ton. „Schneiden“ erzeugt die neue Datei, die Sie in der Vorschau prüfen und dann herunterladen.
Brauchen Sie aus einem langen Video mehrere Stücke, fügen Sie mit „Weiteren Abschnitt hinzufügen“ bis zu zehn Abschnitte hinzu. Jeder wird eine eigene Datei, ab zwei Dateien gibt es alle zusammen als ZIP. Die Abschnitte werden nicht aneinandergehängt. Der Dateiname zeigt die Schnittzeiten, aus „Urlaub.mov“ wird etwa „Urlaub_0m04s-0m20s.mov“.
Warum der Schnitt an einem Keyframe beginnt
Ein Video speichert nicht jedes Bild vollständig. Nur einzelne Schlüsselbilder (Keyframes) sind komplette Bilder, die Bilder dazwischen enthalten bloß die Änderungen gegenüber ihren Nachbarn. Ein Abspielprogramm kann deshalb nur an einem Keyframe anfangen. Die MP4-Norm führt diese Bilder in einer eigenen Liste, der Sync Sample Box (ISO/IEC 14496-12, Abschnitt 8.6.2). Wer ohne Neukodierung schneidet, muss also an einem Keyframe beginnen. Dieses Werkzeug liest die Liste beim Laden und legt den Anfang auf das letzte Keyframe vor Ihrer Wunschzeit. So fehlt nichts von dem, was Sie behalten wollten, das Video beginnt nur etwas früher.
Ein Beispiel aus unserem Test: Ein 60 Sekunden langes Video mit einem Keyframe alle 2 Sekunden, gewünscht ist der Teil von 0:05,3 bis 0:20,0. Das Werkzeug meldet „Tatsächlicher Anfang 0:04,0“, die fertige Datei ist 16,0 Sekunden lang, und ihr erstes Bild ist Pixel für Pixel das Bild bei 4,0 Sekunden im Original. Stellen Sie „Anfang am Keyframe“ auf „danach“, beginnt der Schnitt beim nächsten Keyframe (hier 0:06,0). Das ist sinnvoll, wenn am Anfang etwas zu sehen ist, das nicht mitgeschickt werden soll. Wie weit die Keyframes in Ihrem Video auseinanderliegen, steht nach dem Laden in der Infozeile, und die Striche auf der Zeitleiste zeigen jedes einzelne. Das Ende braucht kein Keyframe; es liegt bis auf wenige Bilder genau dort, wo Sie es setzen. Bei Videos mit B-Bildern, wie sie HEVC-Encoder gern erzeugen, kann das Ergebnis am Ende ein paar Bilder länger sein, im Test waren es 0,1 Sekunden.
Genauer Schnitt nur mit Neukodierung, und warum das hier fehlt
Bildgenau ab 0:05,3 ginge nur, wenn das Werkzeug die Bilder bis zum nächsten Keyframe neu berechnet. Das hieße neu kodieren, mit Qualitätsverlust und je nach Browser in einem anderen Codec als der Rest der Datei. Ein Video, das an der Nahtstelle anders kodiert ist, spielen nicht alle Geräte sauber ab. Das bauen wir lieber nicht, als es halb zu bauen. Wer bildgenau schneiden muss, nimmt am iPhone die Fotos-App (Bearbeiten, dann die Ränder der Zeitleiste ziehen) oder am Computer ein Schnittprogramm. Beide kodieren dabei neu.
Video drehen um 90, 180 oder 270 Grad
Gedreht wird ohne Neukodierung: Das Werkzeug schreibt die Drehung in die Transformationsmatrix der Videospur (Feld „matrix“ im Track Header, ISO/IEC 14496-12, Abschnitt 8.3.2). Bei 90 Grad im Uhrzeigersinn stehen dort die Werte 0, 1, −1, 0 statt 1, 0, 0, 1. Die Bilddaten selbst bleiben unverändert, das Abspielprogramm dreht beim Zeigen. Ein Hochkant-Video vom Handy trägt meist schon eine Drehung von 90 Grad; wählen Sie zusätzlich 90 Grad, liegt es danach auf der Seite (gespeichert sind dann 180 Grad). Soll es auf dem Kopf stehen, wählen Sie 180 Grad. Die Vorschau dreht entsprechend mit, die Infozeile nennt die gespeicherte Drehung.
Die Matrix ist Teil der Norm, und Browser werten sie aus; in unserem Test zeigten Chromium und WebKit (die Engine von Safari) das gedrehte Video richtig herum. Programme, die die Angabe übergehen, zeigen das Video weiter in der alten Lage. Prüfen Sie das Ergebnis deshalb auf dem Gerät, auf dem es laufen soll.
Ton entfernen
Mit „Ton entfernen“ lässt das Werkzeug die Tonspur einfach weg. Die Datei hat danach keine Audiospur mehr, nicht bloß eine stille. Das spart auch Platz. Sie können den Ton für das ganze Video entfernen, ohne etwas abzuschneiden: Anfang und Ende stehen nach dem Laden auf dem Anfang und dem Ende des Videos.
Was mit Qualität, Datum und Ort passiert
Bild und Ton werden nicht neu kodiert, sondern Paket für Paket in eine neue Datei kopiert. Die Qualität bleibt deshalb gleich, und es geht schnell: In unserem Test am 02.10.2026 brauchte ein 300 MB großer Ausschnitt aus einem 380-MB-Video in Chromium 1,3 Sekunden, in WebKit 1,9 Sekunden. Der Codec bleibt: H.264 bleibt H.264, HEVC bleibt HEVC. Ein MOV-Video bleibt ein MOV, ein MP4 ein MP4. Zum Umwandeln von MOV in MP4 gibt es ein eigenes Werkzeug.
Das Aufnahmedatum übernimmt das Werkzeug aus dem Kopf des Originals in alle Zeitfelder der neuen Datei, sonst stünde dort der Zeitpunkt des Schnitts. Hat das Original kein Datum, bleibt das Feld leer. Ortsangaben, Gerätemodell und andere Zusatzangaben schreibt es nicht in die neue Datei. Das ist Absicht: Ein geschnittenes Video wird meist weitergeschickt, und dabei soll der Aufnahmeort nicht mitreisen. Nachgeprüft haben wir das am 02.10.2026 mit ffprobe an iPhone-artigen MOV- und Android-artigen MP4-Dateien.
Grenzen: Formate, Dateigröße, Handy
Das Werkzeug öffnet MP4, MOV und M4V. Getestet haben wir es mit H.264 und HEVC mit AAC-Ton, so wie Handys aufnehmen. Andere Codecs in diesen Containern übernimmt es, wenn sie sich ohne Neukodierung kopieren lassen. WebM, MKV und AVI öffnet es nicht. Untertitel und Zeitcode-Spuren kommen nicht mit. Lässt sich eine Spur ohne Neukodierung nicht übernehmen, bricht es mit einer Meldung ab, statt still neu zu kodieren. Eine Datei darf bis 2 GB groß sein, denn das Ergebnis entsteht vollständig im Arbeitsspeicher, bevor Sie es herunterladen. Ab 1 GB erscheint ein Hinweis: Auf iPhone, iPad und vielen Android-Handys ist der Speicher je Browser-Tab knapp, große Videos schneiden Sie dort besser am Computer. Zeigt die Vorschau ein Video nicht an, etwa HEVC in Firefox, geht der Schnitt trotzdem. Dann tippen Sie die Zeiten von Hand ein.
Kein Upload, und das können Sie selbst prüfen
Das Video verlässt Ihr Gerät nicht. Die Seite lädt einmal die freie Bibliothek mediabunny (Mozilla Public License 2.0, als Kopie auf dieser Domain, rund 180 KB übertragen) und liest damit die Datei stückweise im Browser. Prüfen lässt sich das am Computer: Entwicklerwerkzeuge öffnen (F12), Reiter „Netzwerk“, dann ein Video schneiden. Es erscheint keine Anfrage mit Ihrem Video. Oder Sie laden die Seite, schalten das WLAN ab und schneiden dann. Das funktioniert; wir haben beides am 02.10.2026 in Chromium getestet.