So rechnet das Werkzeug die Zielgröße aus
Ein Video besteht fast nur aus zwei Spuren: Bild und Ton. Wie groß die Datei wird, legt die Bitrate fest, also wie viele Bits je Sekunde gespeichert werden. Größe in Byte = Bitrate × Dauer ÷ 8. Wer eine Zielgröße vorgibt, kann deshalb rückwärts rechnen: Vom Ziel zieht das Werkzeug den Ton und einen kleinen Anteil für den MP4-Container ab, den Rest teilt es durch die Spieldauer. Das ist die Bitrate für das Bild.
Ein Beispiel mit echten Zahlen: Ein Handyvideo von 60 Sekunden in 1080p mit Ton in AAC (128 kbit/s) soll als E-Mail-Anhang unter 25 MB bleiben. Das Werkzeug verplant 96 % des Ziels, also 24 MB, und hält 4 % als Luft zurück, weil kein Encoder die Bitrate auf das Byte genau trifft. Der Ton belegt 0,96 MB, der Container rund 48 kB. Für das Bild bleiben (24 MB − 0,96 MB − 0,05 MB) × 8 ÷ 60 s ≈ 3.066 kbit/s. In unserem Test am 02.10.2026 kam in Chrome und Firefox eine Datei von 24,0 MB heraus, in der Safari-Engine WebKit eine von knapp 20 MB.
Diese Rechnung sehen Sie, bevor die Arbeit beginnt: Nach der Auswahl zeigt die Seite die erwartete Größe, die Auflösung, die Bitrate und eine Einschätzung der Bildqualität. Nach dem Lauf misst sie die fertige Datei nach. Liegt sie trotzdem über dem Ziel, startet automatisch ein zweiter Durchlauf mit entsprechend weniger Bitrate, höchstens drei insgesamt. Bei einfachen Bildinhalten bleibt die Datei oft deutlich unter dem Ziel, weil der Encoder dort nicht jedes erlaubte Bit braucht.
Grenzen für E-Mail und WhatsApp
Gmail erlaubt bei privaten Konten Anhänge bis 25 MB, und zwar für alle Anhänge einer Mail zusammen. Größere Dateien verschickt Gmail nicht als Anhang, sondern fügt einen Link auf Google Drive ein (Google-Hilfe, abgerufen am 02.10.2026). Andere Anbieter setzen eigene Grenzen. Kennen Sie die Grenze Ihres Postfachs, tragen Sie sie unter „Eigene Größe“ ein. Diese Seite rechnet mit 1 MB = 1.000.000 Byte; das ist die strengere Lesart, ein Ziel von 25 MB passt damit auch dann, wenn ein Anbieter 25 × 1.048.576 Byte meint.
Für WhatsApp nennt die WhatsApp-Hilfe „Medien, Kontakte und Standort senden“ zwei Werte: Bei schneller Internetverbindung gilt standardmäßig eine maximale Videodateigröße von 100 MB bei 720p, bei langsamer Verbindung 64 MB bei 480p. Als Dokument dürfen Dateien bis 2 GB groß sein. Die Voreinstellungen oben übernehmen diese Paare aus Größe und Auflösung. Die 16 MB, die viele Ratgeber noch nennen, stehen in der Hilfe nicht mehr.
Auflösung und Bildqualität
Wenige Bits auf viele Pixel verteilt ergeben ein blockiges Bild. Deshalb wählt „automatisch“ die Auflösung nach der Bitrate, die übrig bleibt: Das Werkzeug teilt die Bitrate durch Pixel je Bild und Bilder je Sekunde und nimmt die größte Stufe bis 1080p, bei der mindestens 0,08 Bit je Pixel und Bild herauskommen. Als Faustregel für H.264 gilt bei uns: ab 0,1 gut, zwischen 0,05 und 0,1 brauchbar, darunter sieht man Blöcke, vor allem bei Bewegung. Das ist ein Erfahrungswert, kein Normwert, und die Seite nennt ihn auch so.
Im Beispiel oben ergäbe 1080p nur 0,049 Bit je Pixel, 720p dagegen 0,111. Ein 720p-Video mit sauberem Bild sieht auf dem Handy besser aus als ein 1080p-Video voller Blöcke. Wer trotzdem eine bestimmte Auflösung will, stellt sie selbst ein: 1080p, 720p, 540p, 480p oder 360p meint immer die kürzere Bildseite, bei einem Hochkant-Video also die Breite. Größer als das Original wird nichts. Videos mit 60 Bildern je Sekunde rechnet „automatisch“ auf 30 Bilder um; so bekommt jedes Bild doppelt so viel Bitrate.
Kein Upload, und das können Sie selbst prüfen
Die Umwandlung nutzt die Video-Encoder Ihres Browsers über die Schnittstelle WebCodecs (W3C). Das Lesen und Schreiben der MP4-Datei übernimmt die freie Bibliothek mediabunny (Mozilla Public License 2.0), die als Kopie auf dieser Domain liegt. Das Video verlässt Ihr Gerät nicht. Prüfen lässt sich das am Computer: Entwicklerwerkzeuge öffnen (F12), Reiter „Netzwerk“, dann ein Video verkleinern. Es erscheint keine Anfrage, die Ihr Video enthält. Oder Sie laden die Seite, schalten das WLAN ab und starten dann; das funktioniert, wir haben es am 02.10.2026 in Chrome so getestet.
Ton, Drehung und Aufnahmedatum
Ist der Ton schon AAC, wie bei iPhone- und den meisten Android-Videos, kopiert das Werkzeug ihn unverändert. Nur wenn er für das Ziel zu viel Platz belegt oder in einem anderen Format vorliegt, etwa Opus in einer WebM-Datei, wird er neu kodiert: mit 128 kbit/s, bei knappem Ziel mit 96 kbit/s. Weniger nimmt das Werkzeug nicht: Chrome brach in unserem Test am 02.10.2026 bei 64 kbit/s ab. Lehnt der Browser den Ton trotzdem ab, versucht es die Seite von selbst noch einmal mit 128 kbit/s. Manche Browser können keinen AAC-Ton erzeugen; das betraf in unserem Test Firefox. Dann bleibt AAC-Ton unverändert, anderer Ton wird als Opus gespeichert, und die Seite sagt das vor dem Start. Wer den Ton nicht braucht, wählt „entfernen“ und gibt dem Bild mehr Bitrate.
Hochkant-Videos bleiben hochkant. Behält das Video seine Auflösung, übernimmt das Werkzeug die Drehangabe aus dem Kopf der Datei; wird die Auflösung kleiner, speichert es die Bilder gleich aufrecht. Beides zeigen Player richtig an. Das Aufnahmedatum übernimmt das Werkzeug aus dem Original; ohne diesen Schritt stünde dort der Zeitpunkt der Umwandlung. Andere Angaben aus dem Kopf, etwa Aufnahmeort und Gerätemodell vom iPhone, kommen nicht mit. Das haben wir am 02.10.2026 mit ffprobe an den Ergebnisdateien nachgesehen, die Ausrichtung zusätzlich mit einem Bildvergleich. Wer ein Video weitergibt, verschickt so keinen Standort.
Wie lange es dauert, und was am Handy anders ist
Neukodieren ist Rechenarbeit. In unserem Test am 02.10.2026 auf einem Mac brauchte Chrome rund 4 Sekunden, Firefox rund 9 Sekunden und die Safari-Engine WebKit in unserem Testaufbau rund 37 Sekunden für das 60-Sekunden-Video in 1080p. Am Handy dauert es meist länger, bei langen Videos auch länger als das Video selbst. Die Seite zeigt Fortschritt und geschätzte Restzeit und hält den Bildschirm wach, sofern der Browser das erlaubt. Lassen Sie den Tab im Vordergrund; schickt das Handy ihn in den Hintergrund, bremst oder beendet das Betriebssystem die Arbeit. „Abbrechen“ stoppt sofort, eine halbe Datei entsteht nicht.
Das Original wird stückweise gelesen, Videos bis 4 GB nimmt die Seite an. Die fertige Datei entsteht im Arbeitsspeicher und ist so groß wie das Ziel, beim E-Mail-Ziel also höchstens 25 MB. Das schont den Speicher auch auf älteren Handys.
Was das Werkzeug nicht kann
Das Ergebnis ist immer ein MP4 mit H.264-Bild in 8 Bit. HDR-Videos, wie sie neuere iPhones aufnehmen, verlieren dabei ihren erweiterten Farbumfang. Videos in HEVC (H.265) öffnet nicht jeder Browser; klappt es nicht, meldet die Seite das gleich nach der Auswahl. Kürzen kann das Werkzeug nicht. Ist ein Video so lang, dass für das Ziel keine 100 kbit/s fürs Bild bleiben, lehnt es ab und nennt die nötige Mindestgröße. Ein Video wird je Lauf verkleinert, keine Stapel. Und Neukodieren kostet immer etwas Qualität: Behalten Sie das Original, bis Sie das Ergebnis angesehen haben. Ist das Original schon kleiner als das Ziel, sperrt die Seite den Knopf; käme beim Neukodieren keine kleinere Datei heraus, bekommen Sie das Original zurück.
Zu den Farben: Safari kennzeichnet sein Ergebnis falsch als Vollbereich, dann wirkt Schwarz grau. Die Seite berichtigt diese Kennzeichnung nach dem Kodieren auf BT.709 im TV-Bereich. Fehlt im Original die Farbraum-Angabe, wie bei manchen Bildschirmaufnahmen und Schnittprogrammen, können satte Farben im Ergebnis leicht verschoben sein, etwa ein kräftiges Rot einen Hauch ins Orange. Handyvideos von iPhone und Android tragen die Angabe und sind davon in unserem Test nicht betroffen.