Keine Norm, aber vier Kassen, die fast dasselbe sagen
Wer „Foto Gesundheitskarte Anforderungen“ sucht, erwartet eine amtliche Vorgabe wie beim Pass. Die gibt es nicht. § 291a Abs. 5 SGB V legt nur fest, dass die Karte ein Lichtbild trägt. Die technische Spezifikation der gematik regelt, wie das Bild auf die Karte kommt: gedruckt oder gelasert mit mindestens 300 dpi in ein Feld von 24 × 19 mm, mit mindestens 256 Farb- oder Graustufen. Für das Aussehen verweist sie nur „zur Orientierung“ auf die Passmusterverordnung. Was Sie als Versicherter einreichen, bestimmt Ihre Kasse.
Liest man die Hinweise von TK, AOK, Barmer und DAK nebeneinander, kommt trotzdem ein klares Bild heraus. Das Maß ist das gewohnte Passbild mit 35 × 45 mm. Der Kopf füllt 70 bis 80 Prozent der Bildhöhe, bei 45 mm also 31,5 bis 36 mm. Sie schauen von vorn in die Kamera, die Augen sind offen und zu sehen, der Hintergrund ist ruhig und ohne Schatten. Mützen und Caps sind tabu, eine Kopfbedeckung aus religiösen Gründen ist erlaubt, solange sie das Gesicht nicht verdeckt. Brillen sind in Ordnung, nur keine getönten Gläser.
Die Pixelangabe der TK und warum dieses Tool größer exportiert
Die TK nennt für digitale Bilder 300 × 400 Pixel. Das ist ein Seitenverhältnis von 3 : 4, während 35 × 45 mm auf 7 : 9 hinauslaufen. Bei 400 Pixel Höhe wäre ein echtes 35 × 45-Bild 311 statt 300 Pixel breit, der Unterschied liegt bei knapp 4 Prozent. Beide Angaben stehen auf derselben Seite.
Dieses Werkzeug bleibt beim Passbildmaß und speichert 413 × 531 Pixel. Das sind 35 × 45 mm bei 300 dpi, also dieselbe Datei, aus der ein Fotolabor einen Abzug machen würde. Sie ist in beiden Richtungen größer als 300 × 400 Pixel und deutlich größer als das Druckfeld auf der Karte, das bei 300 dpi rund 224 × 283 Pixel braucht. Eine Kasse, die verkleinert, verliert dabei nichts. Eine Kasse, die ein zu kleines Bild hochrechnen müsste, bekäme ein unscharfes Ergebnis.
Gespeichert wird als JPEG in hoher Qualität, weil die TK jpg ausdrücklich nennt und jedes Handy und jedes Formular damit umgehen kann. Eine Obergrenze für die Dateigröße steht auf keiner der vier Infoseiten. Die genaue Größe Ihrer Datei zeigt das Tool direkt unter dem Bild an.
So kommt das Foto zur Kasse
Sie müssen nicht von sich aus tätig werden. Die Kasse schreibt Sie an, wenn sie ein Foto braucht: vor dem 15. Geburtstag, bei einer neuen Karte oder wenn das gespeicherte Bild zu alt ist. Im Brief steht ein Einmal-Kennwort (TK) oder eine Auftragsnummer (Barmer), mit der Sie das Bild ohne Login hochladen. Die DAK hat ein eigenes Upload-Formular, bei der AOK hängt der Weg von der regionalen AOK ab; einige bieten digitale Fotokabinen an.
Per Post geht es weiter. Dafür ist der Druckbogen gedacht: sechs Bilder auf 10 × 15 cm, im Drogeriemarkt oder am eigenen Fotodrucker ausgedruckt. Zwei Bilder nebeneinander brauchen 70 mm von 100 mm Blattbreite, drei untereinander 135 mm von 150 mm Höhe. Ein Bild ausschneiden, auf der Rückseite mit Namen und Versichertennummer beschriften, fertig. Die AOK vernichtet eingesandte Papierfotos nach dem Einscannen.
Gespeichert wird das Bild bei der Kasse für Ersatz- und Folgekarten, längstens zehn Jahre und nur so lange, wie Sie dort versichert sind. Nach einem Kassenwechsel muss die alte Kasse es spätestens nach drei Monaten löschen (§ 291a Abs. 6 SGB V). Deshalb fragt die neue Kasse nach einem Wechsel erneut nach einem Foto.
Tipps für ein Handyfoto, das durchgeht
Abstand zur Wand. Stellen Sie sich einen Meter vor eine helle, leere Wand. Direkt davor wirft der Kopf einen harten Schatten, und genau den nennen AOK und Barmer als Ablehnungsgrund.
Licht von vorn. Ein Fenster vor Ihnen, nicht hinter Ihnen. Gegenlicht macht das Gesicht dunkel, direkte Sonne macht harte Kanten.
Jemand anderes fotografiert. Ein Selfie mit ausgestrecktem Arm verzerrt die Nase und rückt die Kamera zu nah heran. Wenn niemand da ist: Selbstauslöser, Handy auf Augenhöhe, zwei Meter Abstand, danach hier heranzoomen.
Nichts anderes im Bild. Die Barmer verlangt ausdrücklich, dass keine weiteren Personen oder Gegenstände zu sehen sind. Wer aus einem Familienfoto ausschneidet, achtet darauf, dass keine Schulter vom Nachbarn am Rand stehen bleibt.
Was dieses Tool leistet und was nicht
Das Tool schneidet auf 35 × 45 mm zu, zeigt mit drei Linien, wo Scheitel, Augen und Kinn sitzen sollen, speichert ein JPEG mit 413 × 531 Pixeln und legt einen Druckbogen an. Es erkennt kein Gesicht und tauscht keinen Hintergrund aus; das ginge nur mit Serververarbeitung, und die gibt es hier nicht. Ob Licht und Hintergrund reichen, beurteilen Sie selbst, und am Ende die Kasse.
Für andere Zwecke gelten andere Regeln. Beim Führerschein-Foto ist die Kopfhöhe mit 32 bis 36 mm enger gefasst. Für das US-Visum und das indische e-Visa muss das Bild quadratisch sein und bestimmte Dateigrößen einhalten. Für Bewerbung oder Vereinsausweis reicht das Passbild-Studio.