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Grundsteuer-Hebesätze 2025 im Überblick

Amtliche Hebesätze für Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer zum Stichtag 30.06.2025: Median und Spannweite für alle 16 Bundesländer, die bundesweiten Extremwerte und eine Suche über 2.934 Gemeinden ab 5.000 Einwohnern.

Von · · Rechtsstand: 18.09.2026 · · Datenquelle: Regionaldatenbank Deutschland

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Kleinere Gemeinden stehen nicht in dieser Liste. Ihren Hebesatz nennt die Hebesatzsatzung der Gemeinde, meist im Ratsinformationssystem.

Ihr Ergebnis

Tippen Sie einen Gemeindenamen ein. Angezeigt werden Grundsteuer A, Grundsteuer B und der Gewerbesteuerhebesatz mit Stichtag.

Maßgeblich ist immer die Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde. Weicht ein Wert ab, hat die Gemeinde ihn nach dem Stichtag beschlossen — oder sie hat getrennte Sätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festgesetzt, was die amtliche Statistik mit einem Wert je Gemeinde nicht abbilden kann. In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ist das seit 2025 zulässig; dort steht der Hinweis an jedem Treffer.

Die Spannweite in Deutschland

Zum Stichtag 30.06.2025 melden die Statistischen Ämter für 10.736 Gemeinden einen Hebesatz für die Grundsteuer B. Der mittlere Wert liegt bei 395 %. Die Spanne reicht von 0 % bis 1.350 % — also um den Faktor sehr viele auseinander. Im ersten Halbjahr 2025 haben 6.990 Gemeinden ihren Hebesatz B geändert, 4.214 haben gesenkt und 2.745 erhöht.

Hebesatz BGemeindeLandEinwohnerRang
1.350 %CreglingenBaden-Württemberg4.417höchste
1.327 %HeusenstammHessen19.397höchste
1.300 %NiederstettenBaden-Württemberg4.874höchste
1.290 %GriesheimHessen29.385höchste
1.290 %Königstein im TaunusHessen16.600höchste
1.275 %Oberursel (Taunus)Hessen46.757höchste
0 %KarolinenkoogSchleswig-Holstein155niedrigste
0 %ScheidRheinland-Pfalz132niedrigste
0 %MerschbachRheinland-Pfalz58niedrigste
62 %Kampen (Sylt)Schleswig-Holstein489niedrigste
78 %AllensbachBaden-Württemberg7.299niedrigste
80 %Ingelheim am RheinRheinland-Pfalz34.903niedrigste

Die Extremwerte stehen fast durchweg in sehr kleinen Gemeinden. Das ist kein Datenfehler: Wo wenige hundert Einwohner leben, verändert eine einzelne Investition den Haushalt so stark, dass der Rat den Hebesatz drastisch anheben oder senken kann. Für einen Vergleich unter Städten taugen diese Werte deshalb nicht — dafür ist die Tabelle je Bundesland weiter unten gedacht, und die Suche oben liefert den Wert für jede Gemeinde ab 5.000 Einwohnern.

Median und Spannweite je Bundesland

Die Tabelle zeigt für jedes Bundesland den mittleren Hebesatz seiner Gemeinden — den Median, nicht den Durchschnitt, weil einzelne Ausreißer den Durchschnitt verzerren würden — sowie die Gemeinde mit dem niedrigsten und die mit dem höchsten Satz. Gezählt sind alle Gemeinden mit einem gemeldeten Hebesatz B.

BundeslandGemeindenMedian Bniedrigsterhöchster2025 geändert
Baden-Württemberg1.100292 %78 % (Allensbach)1.350 % (Creglingen)1.064
Bayern2.056275 %110 % (Waidhaus)824 % (München)1.548
Berlin1470 %470 % (Berlin)470 % (Berlin)1
Brandenburg413370 %150 % (Panketal)610 % (Lübbenau/Spreewald / Lubnjow/Błota)282
Bremen2670 %645 % (Bremerhaven)695 % (Bremen)0
Hamburg1975 %975 % (Hamburg)975 % (Hamburg)1
Hessen421420 %160 % (Wabern)1.327 % (Heusenstamm)380
Mecklenburg-Vorpommern724400 %100 % (Ahrenshoop)745 % (Dömitz)522
Niedersachsen941300 %120 % (Gorleben)900 % (Hannover)843
Nordrhein-Westfalen396664 %208 % (Verl)1.139 % (Hagen)233
Rheinland-Pfalz2.294465 %0 % (Scheid)945 % (Wissen)552
Saarland52412 %295 % (Perl)675 % (St. Ingbert)43
Sachsen418401 %215 % (Moritzburg)580 % (Olbersdorf)277
Sachsen-Anhalt218402 %300 % (Leuna)880 % (Jübar)64
Schleswig-Holstein1.094410 %0 % (Karolinenkoog)953 % (Flensburg)996
Thüringen605400 %250 % (Hohenwarte)692 % (Gößnitz)184
Deutschland10.736395 %0 %1.350 %6.990

Den höchsten mittleren Hebesatz hat Hamburg mit 975 %, den niedrigsten Bayern mit 275 %. Beide Zahlen sagen für sich genommen nichts über die tatsächliche Belastung: Hamburg rechnet nach dem Wohnlagenmodell, Bayern nach dem Flächenmodell, und die beiden Bemessungsgrundlagen sind nicht dasselbe. Wer wissen will, was ein Hebesatz für das eigene Grundstück bedeutet, rechnet ihn mit der Formel seines Landes durch.

Warum diese Zahlen nicht zwischen Ländern vergleichbar sind

Ein hoher Hebesatz bedeutet nicht automatisch eine hohe Steuer. Der Hebesatz wirkt auf den Steuermessbetrag, und der entsteht je nach Landesmodell auf ganz verschiedenen Wegen. Wo die Bemessungsgrundlage systematisch kleiner ausfällt — etwa in den reinen Flächenmodellen, die weder Bodenwert noch Miete kennen — muss der Hebesatz höher liegen, um dieselben Einnahmen zu erzielen. Deshalb stehen Hamburg und Bayern in dieser Tabelle an entgegengesetzten Enden, obwohl beide dasselbe Grundprinzip anwenden.

Sinnvoll ist der Vergleich innerhalb eines Bundeslandes, am besten zwischen Nachbargemeinden. Wer wissen will, was ein bestimmter Hebesatz für das eigene Grundstück bedeutet, schickt seine Zahlen durch den Grundsteuer-Rechner — er kennt die Formel aller sechzehn Länder.

Was die Reform 2025 verändert hat

Von den 10.736 Gemeinden mit gemeldetem Hebesatz haben 6.990 ihren Satz für die Grundsteuer B im ersten Halbjahr 2025 geändert — 65 % aller Gemeinden. 4.214 haben gesenkt, 2.745 haben erhöht. Eine Senkung bedeutet dabei nicht automatisch eine Entlastung und eine Erhöhung nicht automatisch eine Mehrbelastung, weil sich gleichzeitig die Bemessungsgrundlage geändert hat.

Der Grund für die Bewegung ist die Reform: Zum 1. Januar 2025 wurde die Bemessungsgrundlage vollständig ausgetauscht. Die alten Einheitswerte stammten in Westdeutschland von 1964 und im Osten von 1935; das Bundesverfassungsgericht hatte sie 2018 für gleichheitswidrig erklärt. Mit den neuen Grundsteuerwerten passt der alte Hebesatz nicht mehr — die Gemeinden mussten ihn neu beschließen, wenn sie ihr Aufkommen halten wollten. Viele haben ihn deutlich gesenkt, andere kräftig erhöht, und beides kann dasselbe Aufkommen bedeuten.

Warum Ihr Bescheid abweichen kann

Die hier gezeigten Sätze haben den Stichtag 30. Juni 2025. Wer heute einen Bescheid für 2026 in der Hand hält, kann einen anderen Wert lesen: Die Hebesätze für 2026 sind in vielen Gemeinden längst beschlossen, aber noch nicht in der amtlichen Statistik veröffentlicht. Nach § 25 Absatz 3 Grundsteuergesetz muss der Beschluss bis zum 30. Juni des laufenden Jahres fallen und wirkt dann rückwirkend ab dem 1. Januar — genau deshalb erhebt die Statistik zu diesem Datum.

Ein zweiter Grund für Abweichungen sind getrennte Hebesätze. Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz erlauben ihren Gemeinden, für Wohngrundstücke und für Nichtwohngrundstücke verschiedene Sätze zu beschließen. Eine Tabelle mit einem Wert je Gemeinde kann das nicht abbilden — und die amtliche Statistik führt genau einen Wert je Gemeinde. Treffer aus diesen vier Ländern sind in der Suche oben deshalb mit einem Hinweis versehen. Ratingen zeigt, wie groß der Unterschied wird: Die Statistik meldet einen einheitlichen Satz, die Hebesatzsatzung der Stadt nennt für 2025 aber 450 Prozent für Wohngrundstücke und 710 Prozent für Nichtwohngrundstücke. Wer dort ein Geschäftsgrundstück besitzt, rechnet mit dem Wert aus dieser Übersicht deutlich zu niedrig. In Rheinland-Pfalz sind sogar drei Sätze möglich, weil unbebaute Grundstücke dort eine eigene Gruppe bilden. Drittens gibt es seit 2025 in fünfzehn der sechzehn Länder die Grundsteuer C für baureife, aber unbebaute Grundstücke mit einem eigenen, höheren Satz. Maßgeblich ist immer die Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde, nicht diese Übersicht.

Quelle, Stand und Lizenz

Alle Zahlen stammen aus der Regionaldatenbank Deutschland der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Tabelle 71231-03-01-5 (Stichtag 31.12.2024) und Tabelle 71231-02-01-5 (im ersten Halbjahr geänderte Hebesätze, Stichtag 30.06.2025), abgerufen am 18. September 2026. Der Datenstand 2025 entsteht, indem die Änderungen vom 30. Juni 2025 über den Stand vom 31. Dezember 2024 gelegt werden; wer 2025 nichts geändert hat, behält den Wert von 2024. Einwohnerzahlen stammen aus dem Gemeindeverzeichnis GV-ISys, Gebietsstand 30.09.2026, Bevölkerungsstand 31.12.2025.

Die Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 und dürfen mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Geprüft wurde der Datenstand gegen drei Primärquellen: die Hebesatzsatzung der Landeshauptstadt Hannover, die Ratsunterlagen der Stadt Laatzen und das Hamburgische Grundsteuergesetz. Alle drei stimmen mit dem Datensatz überein.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in Deutschland im Mittel?

Der Median über alle 10.736 Gemeinden mit gemeldetem Hebesatz liegt zum Stichtag 30.06.2025 bei 395 % für die Grundsteuer B. Der Median ist hier aussagekräftiger als der Durchschnitt, weil einzelne Gemeinden mit sehr hohen oder sehr niedrigen Sätzen das arithmetische Mittel verzerren. Die Spanne reicht von 0 % bis 1.350 %.

Welche Gemeinde hat den höchsten Hebesatz?

Zum Stichtag 30.06.2025 ist es Creglingen in Baden-Württemberg mit 1.350 %. Es folgen Heusenstamm (1.327 %), Niederstetten (1.300 %) und Griesheim (1.290 %). Diese Spitzenwerte stehen fast immer in sehr kleinen Gemeinden, in denen eine einzelne Haushaltslücke den Satz nach oben treibt. Unter den großen Städten liegen die Werte deutlich enger beieinander.

Wie viele Gemeinden haben ihren Hebesatz 2025 geändert?

6.990 von 10.736 Gemeinden, also 65 %. Das ist die direkte Folge der Grundsteuerreform: Weil zum 1. Januar 2025 die Bemessungsgrundlage ausgetauscht wurde, hätte der alte Hebesatz zu einem ganz anderen Aufkommen geführt. 4.214 Gemeinden haben gesenkt, 2.745 haben erhöht.

Warum weicht der Wert von meinem Bescheid ab?

Diese Übersicht hat den Stichtag 30. Juni 2025. Für 2026 sind die Hebesätze in vielen Gemeinden längst beschlossen, aber noch nicht in der amtlichen Statistik veröffentlicht — die Regionaldatenbank erhebt sie erst zum 30. Juni des jeweiligen Jahres. Zweitens können Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz seit 2025 getrennte Hebesätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festsetzen; die amtliche Statistik führt je Gemeinde nur einen Wert für die Grundsteuer B und kann diese Spaltung nicht abbilden. Treffer aus diesen vier Ländern sind in der Suche deshalb gekennzeichnet — in Ratingen etwa nennt die Satzung 450 Prozent für Wohn- und 710 Prozent für Nichtwohngrundstücke. Drittens gilt für baureife unbebaute Grundstücke in fünfzehn Ländern gegebenenfalls die Grundsteuer C mit einem eigenen Satz. Maßgeblich ist immer die Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde.

Wer legt den Hebesatz fest?

Der Rat der Gemeinde beschließt ihn nach § 25 Absatz 1 Grundsteuergesetz als Teil der Haushaltssatzung. Nach § 25 Absatz 3 muss der Beschluss bis zum 30. Juni des laufenden Jahres fallen und wirkt dann rückwirkend zum 1. Januar. Das Land kann den Rahmen vorgeben, den Satz selbst bestimmt aber die Gemeinde — das ist ein Kernstück der kommunalen Selbstverwaltung nach Artikel 28 Absatz 2 Grundgesetz. Die Kommunalaufsicht kann bei überschuldeten Gemeinden allerdings eine Anhebung verlangen.

Warum sind so hohe Hebesätze wie 900 Prozent möglich?

Weil der Hebesatz nicht auf den Wert des Grundstücks wirkt, sondern auf den Steuermessbetrag — und der ist ein Bruchteil eines Promilles davon. Bei einem Grundsteuerwert von 250.000 Euro und einer Messzahl von 0,31 Promille beträgt der Messbetrag 77,50 Euro; selbst ein Hebesatz von 900 Prozent ergibt daraus 697,50 Euro im Jahr. Hinzu kommt: In den Ländern mit Flächenmodellen fällt der Messbetrag systematisch kleiner aus, weshalb dort höhere Hebesätze nötig sind, um dasselbe Aufkommen zu erzielen.

Diese Übersicht ist eine Auswertung amtlicher Statistik, keine Steuer- oder Rechtsberatung und ersetzt keinen Bescheid. Verbindlich sind die Hebesatzsatzung Ihrer Gemeinde und der Grundsteuerbescheid. Stichtag der Hebesätze: 30.06.2025.